Dritter Jahrgang am Medizin Campus OWL erhält die Approbation

13 junge Ärztinnen und Ärzte bleiben in der Region

Die Absolvent*innen konnten endlich ihre Abschlussfeier nachholen.

Sie sind der dritte Jahrgang, der am Medizin Campus OWL das dritte Staatsexamen abgelegt hat. Lange wurde die Abschlussfeier aufgrund der Coronasituation verschoben. Ihre Zeugnisse hatten die ehemaligen Studierenden am Medizin Campus OWL also längst in der Tasche. Sie arbeiten inzwischen an Kliniken in ganz Deutschland oder schreiben an ihren Doktorarbeiten. Nun kamen sie doch noch einmal im Campusgebäude des Johannes Wesling Klinikums in Minden zusammen, feierten ihr Wiedersehen und ihr Examen und blickten auf die gemeinsamen Jahre in Minden, Lübbecke, Bad Oeynhausen und Herford zurück. Von den 30 AbsolventInnen, die ihr drittes Staatsexamen am Medizin Campus OWL aus dem Jahrgang abgelegt haben, haben 13 junge Ärztinnen und Ärzte an den Standorten des Medizin Campus OWL ihre berufliche Karriere begonnen.   

Ihre Professoren Jörg Radermacher und Bernhard Erdlenbruch aus dem Universitätsklinikum Minden und Professor Günther Winde aus Herford beglückwünschten die jungen Ärztinnen und Ärzte. „Ich habe Sie als engagierte und äußerst wissbegierige Studierende kennengelernt. Bewahren Sie diese Eigenschaften Ihr Berufsleben lang. Jeden Tag gibt es Neues zu lernen und zu entdecken“, sagt Professor Dr. Erdlenbruch, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Johannes Wesling Klinikum Minden. 

Professor Dr. Jörg Radermacher, Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen am Johannes Wesling Klinikum und Lehrkoordinator am Medizin Campus OWL betonte die Flexibilität der Studierenden. „Die Coronapandemie hat Sie in den vergangenen zweieinhalb Jahren in Ihrem Studium voll erwischt. Die Hygienemaßnahmen hatten enorme Auswirkungen auf Ihre Lern- und Prüfungssituationen. Ein Medizinstudium unter erschwerten Bedingungen sozusagen“, sagt Lehrkoordinator Professor Dr. Jörg Radermacher. 
Einen Vorteil des Medizinstudiums in OWL sieht Professor Dr. Günther Winde, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie und Proktologie am Klinikum Herford in der standortübergreifenden Ausbildung: „Sie haben während Ihres Studiums mit dem Klinikum Herford, dem HDZ, der Auguste-Viktoria-Klinik dem Zentrum für Seelische Gesundheit und dem Johannes Wesling Klinikum gleich fünf Krankenhäuser aus drei unterschiedlichen Unternehmen gesehen.  So haben Sie schon sehr früh unterschiedliche Kliniken und Krankenhäuser kennenglernt und von den Besten gelernt“, sagt Professor Winde. 

Da die Absolventen ihre Zeugnisse und Approbationen längst in der Tasche haben, gab es statt einer feierlichen Zeugnisübergabe eine Übergabe des Hippokratischen Eids. Der Hippokratische Eid wurde etwa im Jahr 450 vor Christus von dem griechischen Arzt Hippokrates von Kos verfasst. Über Jahrtausende haben sich Ärztinnen und Ärzte auf diesen Eid berufen, in dem beispielsweise die ärztliche Schweigepflicht, die Verpflichtung zur Hilfeleistung und ein Verbot der Sterbehilfe festgelegt sind. Heutzutage ist der Eid durch das Genfer Gelöbnis aus dem Jahr 1948 abgelöst worden, welches sich aber in weiten Teilen auf den Hippokratischen Eid beruft. In wichtigen und hochaktuellen medizinethischen Fragen berufen sich Ärztinnen und Ärzte weltweit auf die beiden Texte. „Auch wenn Ärztinnen und Ärzte in Deutschland weder auf den Hippokratischen Eid noch das Genfer Gelöbnis in Deutschland vereidigt werden, so sind die Texte doch Ausdruck dafür, dass wir keinen normalen Beruf haben. Als Arzt und Ärztin haben wir besondere Pflichten, eine besondere Verantwortung und daraus resultierend auch eine besondere gesellschaftliche Stellung“, sagt Professor Dr. Erdlenbruch bei der Übergabe des Hippokratischen Eids. 

Neben der Urkunde erhielten die Studierenden ein Kunstwerk, das der Bildhauer Peter Paul Medzech in limitierter Auflage für diesen Anlass gefertigt hatte: ein stilisiertes Abbild des Kaiser-Wilhelm-Denkmals, das die ehemaligen Studierenden „an den heutigen Tag und an den Kreis Minden-Lübbecke erinnern soll“, wohin auch immer es Sie in Zukunft auch verschlagen möge, so Professor Radermacher.

Traditionell ehren auch die Studierende ihre Lehrenden. Den Preis für die beste Lehre ging in diesem Jahr an das Universitätsinstitut für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. Dr. Jan Persson und Dr. Jens Tiesmeier wurden für Ihre Lehrveranstaltung und Übungskurse im Bereich Notfallmedizin ausgezeichnet. Ein Sonderpreis ging an die Mitarbeiterinnen der Lehrkoordination Gudrun Witting, Claudia Weber und Simone Schwier-Schach. „Sie sind das Herz und die Seele des Medizin Campus OWL“, sagten Rebecca Soergel und Nils Langhammer.
       
 

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