Hüftgelenkersatz

Hauptziele der endoprothetischen Versorgung des Hüftgelenkes sind die Schmerzlinderung bzw. -befreiung und die Verbesserung der Beweglichkeit bei gleichzeitig langer Implantationsdauer der Endoprothese und niedriger Revisionsrate.

In unserer Fachklinik werden jährlich ca. 300 Primärimplantationen und ca. 60 Wechseloperationen am Hüftgelenk durchgeführt. Unsere Komplikationsrate hinsichtlich von Frühlockerungen und Infektionen nach Hüftgelenksendoprothesenimplantation liegt unter 1%.

Durch das Vorhandensein verschiedener Hüftgelenksendoprothesenmodelle können wir jeden Patienten hinsichtlich seines Alters und seiner Anatomie individuell versorgen und somit eine gute Voraussetzung für das Erreichen eines guten Langzeitergebnisses schaffen:

  • Implantation einer zementierten Hüfttotalendoprothese bei den älteren Patienten mit reduzierter Knochenqualität
  • Implantation einer zementfreien Hüfttotalendoprothese über minimalinvasive Techniken
  • Implantation einer Hüfttotalendoprothese in Hybridtechnik (Kombination der zementfreien und zementierten Technik
  • Implantation von schenkelhalserhaltenden Kurzschaftprothesen bei jungen Patienten in minimalinvasiver Technik (nach Röttinger)
  • Implantation von Sonderprothesen bei Pfannendysplasie, hüftgelenksnahen Frakturen, großen knöchernen Defekten bei Prothesenlockerungen
  • Sowie Oberflächenprothesen, sogenannten McMinn Prothesen zur Überkronung des Hüftkopfes

Röntgenaufnahmen einer eingesetzten Hüftprothese und Hüftkappe


Für den dauerhaften Erfolg nach Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes sind sowohl eine optimale Operationsvorbereitung, als auch eine umfassende und fachkompetente Nachbehandlung erforderlich. Die "Überkronung" des Hüftgelenks durch eine Hüftkappe (Typ BHR: Burmingham Hip Resurfacing) wird vorwiegend bei jungen Männern mit fortgeschrittenem Gelenkverschleiß als mögliches Verfahren angeboten. Das Besondere an dieser Operationstechnik ist, dass der Hüftkopf und der Schenkelhals nicht wie bei der üblichen Hüftprothesenimplantation reseziert und verworfen werden, sondern belassen werden und somit die Biomechanik des Gelenkes nicht verändert wird.

Alternativ können die Prothesen in minimalinvasiver Technik (MIS), Zugang nach Röttinger implantiert werden. Das Entscheidende der minimal invasiven Implantationstechniken ist jedoch nicht die Länge des Hautschnittes, sondern die Schonung des tiefer liegenden Gewebes. Hierbei wird die Prothese durch eine Lücke zwischen 2 Muskeln eingebracht. Je weniger Muskulatur der Chirurg während der Operation ablöst, um an das Gelenk zu gelangen, desto geringer fallen in der Regel Blutverlust und postoperative Schmerzen aus. Vorrangiges Ziel der minimal invasiven Versorgung ist die schnellere Mobilität und raschere Rehabilitation der Patienten. Die Liegedauer im Krankenhaus hat sich durch dieses OP-Verfahren deutlich verkürzt und die Nachbehandlung in eine der Rehabilitationseinrichtungen kann schon früher beginnen.

Im Rahmen eines regelmäßigen Kursangebotes bietet unsere physiotherapeutische Abteilung in Zusammenarbeit mit dem Club Vital e.V. Bad Oeynhausen endoprothetisch versorgten Patienten die Möglichkeit, das postoperative Ergebnis durch muskelaufbauende Übungen zu stabilisieren sowie durch das Erlernen von effektiven und sicheren Bewegungsabläufen Probleme im Alltag zu vermeiden bzw. zu bewältigen.