Spondylodiszitis

Was bedeutet der Begriff Spondylodiszitis?
Das Wort setzt sich aus mehreren einzelnen Begriffen zusammen. Der erste Teil des Wortes (Spondyl-) steht für „Wirbel-", der zweite für Bandscheibe (disc- oder disz-) und die Endung -itis weist auf das Vorliegen einer Entzündung hin. Zusammengefasst also eine Entzündung von Wirbeln und Bandscheiben.

Der rote Pfeil zeigt zwischen vierten und fünften Wirbelkörper.
Hier zeigt sich weiß dargestellt im Kernspintomogramm das
entzündliche Sekret in der Bandscheibe.


Wodurch kommt es zur Spondylodiszitis?

Man kann verschiedene Ursachen einer Entzündung finden: im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit dem Wort Spondylodiszitis eine bakterielle oder durch Pilze verursachte Infektion gemeint. In den Industrieländern findet sich Staphylokokkus aureus als häufigster Verursacher, in den Entwicklungsländern haben die Erreger der Tuberkulose einen sehr großen Anteil. Es gibt daneben jedoch auch nicht durch Infekte hervorgerufene Entzündungen (bakterielle Entzündung) beispielsweise der Morbus Bechterew.

Der häufigste Ausbreitungsweg der Infektion ist die Streuung der Bakterien aus kleinsten Wunden durch die Blutgefäße in die bandscheibennahen Anteile der Wirbel. Begünstigende Faktoren sind eine Immunschwäche durch z. B. Diabetes (Zuckerkrankheit), langdauernde Cortisoneinnahme, Alkoholgenuss und viele weitere Erkrankungen.

Wie ist der Verlauf der Erkrankung?
Häufig geht eine lange Leidensgeschichte der Patienten mit Rückenschmerzen ohne eindeutige zu erkennende Ursache der Diagnose voraus. Hohes Fieber tritt nur bei ca. einem bis zwei Drittel der Patienten auf. Das chronische Infektgeschehen führt jedoch zu einer stetigen Auszehrung mit körperlicher Schwäche, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, etc.

In manchen Fällen kann die Infektion vom Körper selbst unter Kontrolle gebracht werden, meist mit Unterstützung durch ein Antibiotikum. Dann hinterlässt die Entzündung eine zerstörte Bandscheibe und teilweise eingeschmolzene Wirbel, die in einer bauchwärts geneigten Kurve zusammenwachsen, also versteifen. Bleibt der Schritt der Versteifung aus, entsteht eine Instabilität der Wirbelsäule. Sowohl die nach vorn geneigte Stellung der Wirbelsäule, wie auch die Instabilität verursachen Schmerzen.

Kommt es zur Ausbreitung des Infektes, können die benachbarten Organe befallen werden. Diese sind beispielsweise das Rückenmark und über die Rückenmarkhülle das Gehirn, weitere Wirbel und Bandscheiben und das vor der Wirbelsäule gelegene Gewebe, zum Beispiel Lymphgefäße, die Bauchschlagader oder die große Hohlvene. Unbehandelt würde diese Infektausbreitung eine schwere Schädigung oder den Tod der Patienten zur Folge haben.

Wie soll die Therapie gestaltet werden?
Grundsätzlich kann eine Ruhigstellung durch strenge Bettruhe in einer Gipsliegeschale und nach ca. zehn Wochen vorsichtiger Beginn der körperlichen Bewegung eine Behandlung erfolgen. Aufgrund der hohen Risiken der Ausbreitung der Infektion und der Beschwerden, die sich möglicherweise auch bei sehr glimpflichen Verlauf der Entzündung einstellen werden, sollte eine Operation mit Beseitigung des Infektes möglichst früh erfolgen. Dabei wird sämtliches infizierte Gewebe entfernt und an dessen Stelle körpereigener Knochen oder Knochenersatz implantiert. Somit findet eine schnelle Beseitigung der Infektionsquelle statt und es ist eine Ausheilung und Stabilisierung in Normalstellung der Wirbelsäule ermöglicht. Begleitend muss immer eine Behandlung mit einem Antibiotikum meist über drei Monate durchgeführt werden, weil sich Erreger an weiteren Orten im Körper niedergelassen haben können.