Spondylolisthesis

Was bedeutet Spondylolisthesis?
Das Wirbelgleiten ist gekennzeichnet durch die Verschiebung eines Wirbels auf dem darunter gelegenen Wirbel nach vorn, selten auch nach hinten. Ca. 2 – 4% der Bevölkerung Mitteleuropas leiden unter dieser Erkrankung. Man teilt je nach Ausmaß des Gleitvorgangs verschiedene bis zu fünf Abstufungen ein. Ist der gleitende Wirbel komplett auf dem unteren Wirbel in Richtung des Bauches gewandert und rutscht nach unten ab, spricht man von einer Spondyloptose, einem Abkippen des Wirbels.

Wodurch kommt es zu einem Wirbelgleiten?
Verschiedene Ursachen werden beobachtet: Fehlbildungen und Ermüdungsbrüche in den hinteren Anteilen der Wirbelkörper werden meist bei Kindern oder Jugendlichen bemerkt, weil sie in diesem Alter erstmals Schmerzen bereiten. Diese Art des Wirbelgleitens wird auch „echtes Wirbelgleiten" oder Spondylolisthesis vera" genannt. Dabei wird die hintere knöcherne Verankerung des betroffenen Wirbels an dem darunter gelegenen Wirbel zerstört. Aufgrund der verminderten Stabilität kommt es zu einem allmählichen Gleiten des Wirbels nach vorn.

Aber auch Verschleiß der Wirbelsäule oder Operationsfolgen können die Stabilität der Wirbelsäule mindern. Dann heißt das Gleiten Pseudolisthesis. Am häufigsten ist das Gleiten zwischen 4. und 5. Lendenwirbel gefolgt von L5 und dem Kreuzbein. Viele Patienten verspüren keine Beschwerden.

Wie ist der Verlauf der Spondylolisthesis?
Der Gleitvorgang kann über Jahre oder Jahrzehnte andauern und auch zum Stillstand kommen.

Als Folge des Wirbelgleitens kann sich aber auch eine Enge des Rückenmarkkanals mit Druck auf die Rückenmarkhülle und die Nerven entwickeln. Die typischen Symptome sind dann Kreuzschmerzen, Schmerzen in den Beinen sowie eine schmerzhafte Einschränkung der Gehstrecke als Zeichen einer Enge des Spinalkanals.

Wie soll die Therapie gestaltet werden?
Im Anfangsstadium kann man versuchen, sich durch Kräftigung der Muskulatur und Haltungstraining eine korrekte Stellung der Wirbelsäule anzutrainieren. Dabei werden die Kräfte, die den betroffenen Wirbel nach vorn ziehen würden möglichst weitgehend von den Muskeln, Bändern und der Bandscheibe aufgefangen, ohne dass eine dieser drei Komponenten überlastet werden würde. Überlassen die Muskeln die komplette Arbeit den Bändern und Bandscheiben, kann es zum Beispiel über ein Hohlkreuz zu deren Versagen kommen, mit der Folge, dass der Wirbel nicht mehr am Platz gehalten werden kann.

Reicht die aktive muskuläre Stabilisierung der Wirbelsäule nicht mehr aus, können Mieder elastische Korsette zusätzlichen Halt leisten, versagen auch diese, bleibt lediglich die stabilisierende OP mit Zurückziehen des abgeglittenen Wirbels in die Normalposition.