15.05.2018

Mindener Kinderdiabetologie ausgezeichnet

Diabetesambulanz gehört zu den besten Deutschlands

Professor Dr. Bernhard Erdlenbruch, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Sabine Claußnitzer, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Diabetologin, und Christina Lorenz, Kinderkrankenschwester und Diabetesberaterin DDG.


Die Diagnose Diabetes stellt gerade im Kindesalter eine große Herausforderung für Betroffene und deren Eltern dar. Eine frühe Aufklärung im Umgang mit der Autoimmunkrankheit ist daher besonders wichtig. Im Mindener Johannes Wesling Klinikum übernimmt diese wichtige Aufgabe das Diabetesteam der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin im Eltern-Kind-Zentrum, kurz ELKI. Hier werden an Typ-1-Diabetes erkrankte Kinder und Jugendliche umfassend betreut – ambulant und stationär. Für die hervorragende Arbeit auf diesem Gebiet wurde die Klinik jetzt ausgezeichnet. Das Portal diabeteskids.de, das größte Forum für betroffene Kinder und Jugendliche, wählte sie unter die besten kinderdiabetologischen Kliniken Deutschlands.

„Die Auszeichnung freut mich und das gesamte Team sehr. Insbesondere, da sie auf den Erfahrungsberichten und Bewertungen unserer Patientinnen und Patienten basiert“, sagt Dr. Sabine Claußnitzer, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Diabetologin im ELKI. Gemeinsam mit einer Diabetesberaterin, einer Psychologin, einer Ernährungsberaterin und Erzieherin betreut sie im Mindener Universitätsklinikum jährlich etwa 170 an Diabetes mellitus erkrankte Kinder. Sowohl bei Ersterkrankungen als auch bei Langzeitbehandlungen sind sie und ihr Team die richtigen Ansprechpartner. „Altersentsprechend bereiten wir Kinder und auch ihre Eltern auf ein Leben mit Diabetes vor. Hierfür bieten wir neben der intensiven Schulung bei Erkrankungsbeginn, Diabetestrainings und Schulungen für den richtigen Umgang mit Insulinpens- und pumpen an“, erläutert Dr. Claußnitzer. „Unser Ziel ist es, die medizinischen Inhalte für die Kinder erlebnisorientiert zu verpacken. So wird spielerisch in Diabetes-Quiz Wissen beigebracht und wichtige Fragen wie ‚Was esse ich und wieviel Insulin benötige ich dafür?‘ beantwortet.“ Bei stationären Gruppenschulungen stehen neben dem Unterricht auch gemeinsame Essen vor Ort und Ausflüge auf dem Plan. „Zur Aufklärung gehört auch, dass Kinder wissen, dass Diabetes nichts Ansteckendes ist. Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit, bei der kein oder nur kaum eigenes Insulin produziert wird“, so die Expertin. Die Lebensführung oder das Gewicht spielen als Auslöser keine Rolle, wie viele zunächst vermuten. Wenn Kinder an Diabetes erkranken, handelt es sich in 95 Prozent der Fälle um einen Insulin-Mangel, sprich Typ-1-Diabetes. Anzeichen können ständiger Durst und häufige Toilettengänge sein. Mitunter macht sich die Erkrankung bei Kindern auch durch einen Leistungsabfall in der Schule bemerkbar. „Durch die Zugabe von Insulin lässt sich die lebenslange Erkrankung, die bisher nicht heilbar ist, jedoch gut behandeln. Wenn Kinder und ihre Eltern geschult sind und auf den richtigen Umgang mit der Krankheit achten, können die Betroffenen an allen normalen altersentsprechenden Aktivitäten teilnehmen“, so Dr. Claußnitzer.

Weitere Informationen:
Seit 2009 ist die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin im Johannes Wesling Klinikum Minden anerkanntes Schulungs- und Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus I und zertifiziertes Diabeteszentrum der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Bereits 2001 erhielt die Kinderklinik am alten Standort Klinikum II an der Portastraße das DDG-Zertifikat. Seither gehört die Behandlung von an Diabetes mellitus I erkrankten Kindern zu den Schwerpunkten der Klinik. Diese erfolgt auf Überweisung des Haus- oder Kinderarztes in die Diabetesambulanz an Dr. Sabine Claußnitzer. Angeboten werden hier die regelmäßige Betreuung in einer Sprechstunde ebenso wie stationäre und ambulante Schulungen für Kinder, Jugendliche und Eltern inklusive Insulinpumpenschulungen. Die Schulungen finden mit anerkannten und evaluierten Schulungsprogrammen statt.