MKK HauptseiteKarriereForschung & Lehre Notfall

Bei Lebensgefahr 112

Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117

Kinderärztlicher Notfalldienst 116 117

Notaufnahmen Zu den MKK-Notaufnahmen

09.04.2021

Professor Dr. Ralf Gutzmer erhält Ruf ans Universitätsklinikum Minden

Nachfolger von Professor Dr. Rudolf Stadler hat sein Amt angetreten

Foto: Universitätsprofessor Dr. Ralf Gutzmer hat einen Ruf der RUB an das Universitätsklinikum Minden angenommen. Seit April leitet er als Nachfolger von Professor Dr. Rudolf Stadler die Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Phlebologie am Johannes Wesling Klinikum. Foto: MKK/Sven Olaf Stange


Professor Dr. Ralf Gutzmer ist von der Ruhr-Universität Bochum zum neuen Universitätsprofessor an der Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Phlebologie berufen worden. Professor Ralf Gutzmer tritt damit die Nachfolge von Professor Dr. Rudolf Stadler an, der die Hautklinik in den vergangenen 31 Jahren zu einem nationalen Leuchtturm entwickelt hat. 

„Ich möchte die hervorragende Arbeit meines Vorgängers fortführen und die überregionale Bedeutung der Universitätsklinik für Dermatologie in Breite und Tiefe ausbauen und verstärken“, erklärt Professor Dr. Ralf Gutzmer, der den Direktorenposten zum April 2021 übernommen hat.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Olaf Bornemeier freut sich, dass mit Professor Dr. Gutzmer ein renommierter und bundesweit anerkannter Dermatologe von der Berufungskommission der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ausgewählt wurde. „Professor Stadler hat das Universitätsklinikum Minden zu einem Kompetenzzentrum im Bereich Hautkrebs gemacht. Er hat daran mitgewirkt, dass sich das ehemalige rein morphologisch orientierte Fach zu einem eigenständigen Organfach entwickelt hat. Die Krankheiten an dem Organ ‚Haut‘ werden systemisch betrachtet und ursächlich bekämpft. Auch wenn Herr Professor Stadler große Fußabdrücke hinterlässt, bin ich mir sicher, dass wir mit Professor Gutzmer den richtigen Nachfolger gefunden haben, der die Entwicklung der Dermatologie in Minden mit großem Engagement fortschreiben wird“, sagt Dr. Olaf Bornemeier.  Einen Fokus legt Professor Dr. Gutzmer auf den Aufbau neuer Versorgungsstrukturen im Bereich von Hautkrebserkrankungen. So sollen beispielsweise ambulante fachärztliche Spezialsprechstunden zur Versorgung von Hautkrebs aufgebaut werden. „Immer mehr schwere und seltene Hauterkrankungen können ambulant behandelt werden. Dennoch müssen diese Behandlungen aufgrund ihrer Komplexität häufig auf universitärem Niveau erfolgen. Aus diesem Grund ist es wichtig, in Kooperation mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und den Krankenkassen ein ambulantes Angebot für Patientinnen und Patienten mit schweren Hauterkrankungen zu entwickeln“, erklärt Professor Dr. Gutzmer.

Im Bereich der Forschung wird der neue Lehrstuhlinhaber Forschungsprojekte und klinische Studien im Bereich Hautkrebs auf den Weg bringen. Sein Schwerpunkt liegt in der Ermittlung von Faktoren zur Vorhersage von Erfolgen und Nebenwirkungen von Therapien. „Um es verständlich auszudrücken: ich will als Wissenschaftler herausfinden, bei welchem Patienten oder welcher Patientin welche Therapie wirkt und welche nicht. Wenn wir das als Kliniker wissen, können wir unsere Patientinnen und Patienten besser behandeln und Nebenwirkungen minimieren“, erklärt Professor Dr. Gutzmer. Neben eigenen Forschungsarbeiten möchte er auch den Nachwuchs fördern. „Ich möchte unseren Studierenden und Assistenzärztinnen und -ärzten spannende und praktische Doktorarbeiten anbieten, die sich zu einem eigenen Forschungsschwerpunkt der Dermatologie am Universitätsklinikum Minden zusammenfügen. So haben wir die Chance, als eine im weltweiten Maßstab kleine Universitätsklinik gemeinsam wichtige und relevante Forschungsprojekte zu verwirklichen, die dann auch Einfluss auf die praktische Therapie von Hautkrebs beispielsweise durch die Änderung oder Ergänzung von Handlungsleitlinien für Dermatologen haben. Das ist mein Ziel“, sagt Professor Dr. Gutzmer.

Neben dem Effekt der Mehrung von weltweitem wissenschaftlichen Wissen hat Professor Dr. Gutzmer aber auch noch einen ganz praktischen Grund, warum Forschung und Lehre für ihn wichtig sind: „Mit guter Lehre und guter Forschung gewinnt man die besten Köpfe. Das ist extrem wichtig, gerade für junge Universitätsstandorte wie Minden. Im Vergleich zu anderen altehrwürdigen Universitätskliniken können wir in Minden sehr schnell und wendig agieren. Die Hierarchien sind flach – auch und insbesondere in der Wissenschaft. Das gefällt mir sehr.“

Der Geschäftsführer des Johannes Wesling Klinikums Mario Bahmann ist sich sicher, mit Professor Gutzmer einen würdigen Nachfolger für Professor Stadler gefunden zu haben. „Die überregionale Strahlkraft der Dermatologie in Minden hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl von Minden als Standort der Universitätsmedizin in OWL. Es waren unter anderem Koryphäen wie Professor Stadler, die mit ihren Forschungsarbeiten die RUB damals von Minden überzeugt haben und wodurch wir andere Klinikstandorte in Bielefeld und woanders überflügelt haben. Wir engagieren uns seit 2016 in Lehre und Forschung und haben bereits zahlreiche Ärztinnen und Ärzte ausgebildet. Unter anderem dieser damaligen Entscheidung der RUB ist es zu verdanken, dass wir nun so hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Professor Dr. Gutzmer für uns gewinnen können“, so Bahmann. Professor Dr. Gutzmer ist der vierte Universitätsprofessor, der von der RUB am Medizin Campus OWL berufen wurde. Zuvor haben Univ.-Prof. Dr. Philipp Soergel (Gynäkologie), Univ.-Prof. Dr. Jan Borggrefe (Radiologie) und Univ.-Prof. Dr. Georgios Paslakis (Psychosomatik) einen Ruf auf eine Professur in Minden und Lübbecke erhalten.    

Professor Dr. Rudolf Stadler wird dem Universitätsklinikum Minden als Emeritus erhalten bleiben und die Dermatopathologie innerhalb der Klinik führen.  

Professor Dr. Ralf Gutzmer hat zuvor das Haut-Tumor-Zentrum an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) geleitet. An der MHH hat er auch sein Medizinstudium sowie seine Promotion und Habilitation abgeschlossen. Von 1997 bis 1999 war er als Postdoc an der Universität von Pennsylvania in Philadelphia, wobei er sich vor allem mit Untersuchungen zur Tumorimmunologie beschäftigte. Im Jahr 2010 wurde er zum Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) der Deutschen Krebsgesellschaft und Deutschen Dermatologischen Gesellschaft gewählt. 2018 ist er zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie gewählt worden.