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18.08.2017

Schneller, schonender, angenehmer

Neues Mammografiegerät am Johannes Wesling Klinikum

: Das neue Mammografiegerät wird von einem erfahrenen Team um Oberarzt Dr. Thomas Röttcher (links) bedient. Im Team arbeiten mit: (von links) Iren Kämpf, Ursula Kottmeier, Dr. Claus Schneider und Marie-Luise Gallmeier.

Das neue Gerät berechnet individuell für jede Patientin die benötigte Strahlendosis für ein gutes Ergebnis. So wird die Strahlenbelastung auf ein Minimum reduziert.

: Die Kompression wird individuell für jede Patientin eingestellt. Das Gerät berechnet unter anderem daraus resultierend die benötigte Strahlendosis.

In dem neuen Mammografiegerät werden die Patientinnen in einer stehenden oder sitzenden Position untersucht.

Das Universitätsinstitut für Radiologie am Johannes Wesling Klinikum in Minden bietet seinen Patientinnen ab sofort eine schonendere und schnellere Mammografie an. Dank eines neuen Mammografiegerätes sind die oft als belastend empfundenen Untersuchungen nun deutlich angenehmer. Das neue Gerät gilt als eines der modernsten und technisch fortschrittlichsten auf dem Markt. 300.000 Euro haben die Mühlenkreiskliniken insgesamt in die innovative Technik investiert. 

Neu ist, dass nun hochauflösende Schichtaufnahmen der Brust möglich sind. Dabei werden verschiedene Ebenen in einem Bild dargestellt. „Das Bild ist dadurch klarer und deutlicher. Besonders dichtes Brustgewebe bei jungen Frauen können wir so besser durchleuchten – und das bei geringerer Strahlendosis als vorher“, sagt Oberarzt Thomas Röttcher. Die Mediziner können anhand der besseren Bilder Kalkansammlungen oder Knoten besser und in einem früheren Stadium erkennen. „Früher mussten wir im Zweifelsfall eine weitere Aufnahme machen, falls wir auf dem ersten Bild nicht genau erkennen konnten, ob es sich um einen gefährlichen Knoten oder eine noch ungefährliche Kalkansammlung handelt“, sagt der Oberarzt. 

Neben der reinen radiologischen Darstellung der weiblichen Brust, können mit dem Gerät auch Biopsien durchgeführt werden. Dazu wird bei auffälligen Befunden unter örtlicher Betäubung mithilfe einer Nadel eine Gewebeprobe entnommen. Das Gewebe kann dann untersucht werden und weitere Aufschlüsse über die notwendige Therapieform geben. „Wir können bei der Biopsie auf die ersten Bilddaten zurückgreifen. Das bedeutet, dass wir auf eine Aufnahme komplett verzichten können, was eine Zeitersparnis bei der Biopsie mit sich bringt sowie die Strahlenbelastung für die Patientinnen sinken lässt“, sagt Oberarzt Dr. Röttcher. Das neue Gerät ermöglicht den Patientinnen häufig während der Biopsie in einer sitzenden Position zu verbleiben, was von vielen als deutlich angenehmer empfunden wird als die früher obligatorische Bauchlage.  

Ebenfalls sehr positiv ist die niedrigere Strahlenbelastung. Das neue Gerät verwendet Röntgenstrahlen insgesamt deutlich sparsamer und gezielter. „Vor jeder Aufnahme wird  automatisch die notwendige Stahlendosis berechnet. Das Gerät passt dann die Einstellung an“, erläutert Oberarzt Dr. Röttcher. Auch für die Mitarbeiter des Universitätsinstituts für Diagnostische Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin ist die geringe Strahlenbelastung von Vorteil.    

Die Untersuchungszeit reduziert sich dank des neuen Geräts ebenso deutlich. Statt 40 Minuten dauert eine Untersuchung mit Biopsie künftig nur noch 25 Minuten. „Das hat natürlich Vorteile für die Frauen, aber auch für uns als Klinik, weil wir so mehr Patientinnen untersuchen können“, sagt der Klinikdirektor Professor Dr. Wolf-Dieter Reinbold. 

Die von vielen Patientinnen als sehr unangenehm empfundene Kompression der Brust ist auch bei dem neuen Gerät notwendig. „Ohne diese Kompression geht es leider auch heute noch nicht“, erläutert Oberarzt Dr. Thomas Röttcher. Die Kompression verhindert eine Bewegungsunschärfe auf dem Bild und senkt zudem die für die Aufnahme benötigte Strahlendosis. „Wir versuchen jeweils nur die Kompression aufzubauen, die von den Patientinnen noch als akzeptabel empfunden wird. Das ist individuell sehr verschieden. Eine höhere Kompression senkt die Strahlendosis und dadurch die körperliche Belastung der Untersuchung. Insofern ist die Stärke der Kompression immer ein Abwägungsprozess, den wir in enger Kooperation mit den Patientinnen entscheiden“, so Oberarzt Dr. Röttcher

Von dem neuen Mammografiegerät profitieren auch die Patientinnen des Brustzentrums Minden-Herford. 1000 Patientinnen und auch einige wenige Patienten mit dem Verdacht auf Brustkrebs werden pro Jahr in dem interdisziplinär arbeitenden Zentrum behandelt.