06.09.2018

Wundmanagement auf höchstem Niveau

Krankenhaus Bad Oeynhausen erneut ausgezeichnet

Ute Bollhöfer und Stefan Haseloh sind als Wundexperten für die Behandlung von chronischen Wunden speziell ausgebildet.


Ein Schnitt mit dem Küchenmesser, ein offenes Knie nach einem Sturz oder eine kleine Platzwunde. In der Regel beginnt eine Wunde bereits nach kurzer Zeit zu heilen, bald ist nichts mehr von der Verletzung zu sehen. In manchen Fällen bildet sich jedoch keine neue Haut, der Körper verschließt die Wunde nicht. Wenn auch nach mehreren Wochen kein Heilungsprozess einsetzt, kann eine chronische Wunde entstanden sein.

Im Krankenhaus Bad Oeynhausen gehört die Behandlung chronischer Wunden seit mehr als fünf Jahren zum Spezialgebiet. 2013 wurde das Krankenhaus als erste Klinik in Deutschland von der Initiative Chronische Wunden (ICW) mit dem Siegel „Wundklinik ICW“ ausgezeichnet. Das Siegel bescheinigt die Wundtherapie nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist Nachweis für eine hochwertige Versorgung und Qualität. „Um die hohe Qualität des Wundmanagements zu gewährleisten, wird die Arbeit in regelmäßigen Abständen von der ICW überprüft“, sagt Geschäftsführer Michael Winkler. Beim diesjährigen Audit konnte das Krankenhaus bereits zum vierten Mal in Folge überzeugen. Betreut wird das Wundmanagement im Krankenhaus Bad Oeynhausen von den ICW-Experten Stefan Haseloh und Ute Bollhöfer. Beide sind für diese Aufgabe speziell geschult und freigestellt. Die Frage, was genau eine chronische Wunde ist, beantwortet Stefan Haseloh so: „Eine Wunde, die nach vier bis sechs Wochen trotz sachgerechter Therapie keine Heilung oder Heilungstendenz zeigt, bezeichnet man als chronische Wunde.“ Besonders gefährdet seien ältere oder bettlägerige Menschen, Diabetiker und Menschen mit Gefäßerkrankungen. Als Risikofaktoren gelten starkes Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen. Die Wundexperten des Krankenhauses betreuen betroffene Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung und organisieren auf Wunsch auch die nachstationäre Wundversorgung.  Auch wenn die Einweisungsdiagnose eine andere als die chronische Wunde ist, sind Stefan Haseloh und Ute Bollhöfer im Einsatz. „Das Wundmanagement beinhaltet die Untersuchung, Behandlung und Dokumentation, das Schmerzmanagement sowie die individuelle Krankengeschichte des Patienten“, beschreibt der gelernte Gesundheits- und Krankenpfleger seine Arbeit. So findet die Erstdokumentation einer Wunde zunächst in der Zentralen Notaufnahme statt, indem die Wunde fotografiert wird. Es folgt die komplette Dokumentation des Krankheitsbildes. Ist die Ursache der chronischen Wunde unklar, wird die sofortige Diagnostik eingeleitet, um herauszufinden, warum kein Heilungsprozess einsetzt. „Gründe können Durchblutungsstörungen, Diabetes oder eine Schwäche des Immunsystems sein. Haben wir die Ursache ausfindig gemacht, wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt ein individueller Therapieplan festgelegt. Dieser wird dann bei regelmäßigen Wundvisiten überprüft und falls notwendig angepasst“, so Haseloh. Bei der Behandlung einer chronischen Wunde werden der Patient und wenn möglich auch dessen Angehörige miteinbezogen. Sie erhalten eine Wundberatung, Informationen zur Wundversorgung sowie zur Behandlung der Ursache der chronischen Wunde, die zum Erfolg der Behandlung notwendig sind.