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C19 Palliativstation

Großer Bedarf für neues Angebot
Warme Farben an den Wänden, große Fotos mit Blumenmustern auf den Fluren, ein gemaserter, holzartiger Fußboden, eine Küche mit Sitz- und Polstermöbelecke – Auf der neuen Palliativstation am Johannes Wesling Klinikum Minden erinnert so wenig wie möglich an ein Krankenhaus, wie man es sich langläufig vorstellt. Hier sollen Menschen, die an einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung leiden in einer Atmosphäre behandelt werden, die der häuslichen Umgebung so nah wie möglich kommt.

Angebot für Schwerstkranke 
„Viele Menschen denken, eine Palliativstation sei das Gleiche, wie ein Hospiz“, erläutert Professor Dr. Martin Griesshammer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin am Johannes Wesling Klinikum in Minden, „dabei wird unsere neue Station Menschen nur ein Stück auf ihrem letzten Lebensweg begleiten.“ Unheilbar erkrankte Menschen durchleben häufig Phasen, in denen es ihnen besser und Momente, in denen es ihnen sehr schlecht geht. In diesen Krisen treten häufig Atembeschwerden, starke Übelkeit oder enorme Schmerzen auf. „Da wir hier die Patienten unter ständiger medizinischer Aufsicht haben, können wir auch schon mal sehr hohe Dosen an Schmerzmitteln geben und die Patienten medikamentös neu einstellen. Nach etwa einer Woche sollen sie dann in der Regel das Klinikum wieder verlassen können“, erklärt der Chefarzt.   

Das „normale“ Leben soll weitergehen
Die neue Palliativstation im Johannes Wesling Klinikum Minden verfügt über zehn Betten. Sie ist so angelegt, dass hier Patienten und ihre Angehörigen auch Platz zum alltäglichen Leben haben. Zwei ehemalige Patientenzimmer wurden zu einer Wohnküche umgestaltet, in der Mahlzeiten zubereitet und eingenommen werden können. Außerdem wurden Zimmer und Flure nach einem speziellen Farbkonzept gestaltet. Patienten und Angehörige sollen vor allem Ruhe finden. Für die Liane Hunte, die Bereichsleiterin der neuen Palliativstation beginnt mit der offiziellen Eröffnung der Station eine ganz spannende Zeit. „Jetzt liegt es an uns, den Kolleginnen und Kollegen, die Palliativstation auch mit Leben und vor allem mit Seele zu füllen.“   

Tolle Umsetzung dank vieler Spender 
Dass die neue Station einen ganz besonderen Charakter erhalten hat, war dank umfangreicher Sach- und Geldspenden möglich. Eine Küche, Sitzmöbel oder Küchengeräte – die Geschenkeliste ist lang und die Dankbarkeit bei den Mitarbeitern auf der Palliativstation ist groß.

Ist die akute Krise des Patienten mit Hilfe der Mediziner, der Pflegekräfte, der Seelsorger, Psychologen, Ergo- und Physiotherapeuten und der Sozialarbeiter im Klinikum überwunden, können sie sich zusammen mit ihren Angehörigen und Freunden überlegen, wie ihr Weg weitergehen kann oder muss. Können sie noch einmal nach Hause, sind sie am besten in einem Pflegeheim aufgehoben oder ist ein Hospiz der richtige Ort, wie geht die Behandlung weiter? All das sind Fragen, die unbedingt mit Experten auch außerhalb des Klinikums besprochen und entschieden werden müssen. „Uns ist es ganz wichtig, dass wir eng mit den niedergelassenen Medizinern, den Pflegeeinrichtungen und Hospizen im Kreis Minden-Lübbecke zusammenarbeiten. Nur so können wir eine optimale Versorgung unserer Patienten gewährleisten“, erläutert Professor Dr. Martin Griesshammer.