Tipps während der Chemotherapie

Appetitlosigkeit
Infolge der notwendigen Chemotherapie verlieren viele Patienten die „Lust“ am Essen. Wir empfehlen daher: nehmen Sie mehrfach am Tag kleine Mahlzeiten zu sich und essen Sie ggf. zu festen Zeiten nach einem Essensplan. Essen Sie in Gesellschaft, bereiten sie sich selbst oder lassen Sie sich Ihre Lieblingsgerichte zubereiten. Versuchen Sie, ihren täglichen Kalorienbedarf mit hochkalorischen Getränken zu decken (Cola, Malzbier o. Ä.). Vermischen Sie ihre Speisen mit hochkalorischer Zusatznahrung (Maltodextrin 19 – erhältlich in Apotheken und Reformhäusern) und nehmen Sie ggf. hochkalorische Eiweißkonzentrate zu sich.

Geschmacksveränderungen
Auch Geschmacksveränderungen sind therapiebedingt und kaum zu beeinflussen. Nach Beendigung der Therapie bilden sie sich in der Regel nach einiger Zeit von selbst zurück. Zwingen Sie sich nicht, bestimmte Speisen zu essen und verzichten Sie auf das, was Ihnen nicht schmeckt. Regelmäßige Mundpflege kann den Geschmack verbessern.

Übelkeit und Erbrechen
Sollte es zu Erbrechen kommen, warten Sie 1 – 2 Stunden, bevor sie erneut Nahrung zu sich nehmen. Nehmen Sie dann salzige Kekse, Tee, Zwieback und fettarme Suppen zu sich. Vertragen Sie die genannten Nahrungsmittel, empfehlen wir Ihnen leicht verdauliches Gemüse, mageres Fleisch, Nudeln, Kartoffelbrei, Reis oder Haferflocken. Wir empfehlen Ihnen Salzstangen, Tee und Cola zwischen den Mahlzeiten. Versuchen Sie, ausreichend Flüssigkeit (2 Liter pro Tag) zu sich zu nehmen. Bei stärkerer Übelkeit empfiehlt es sich, die von Ihrem Arzt verordneten Medikamente in der angegebenen Maximaldosierung einzunehmen (z. B. 3 x 2 Tabletten Vergentan statt 3 x 1).

Ist eine Tabletteneinnahme nicht möglich, helfen häufig Vomex A-Zäpfchen, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Sollte mit all diesen Maßnahmen keine Besserung zu erzielen sein, wenden Sie sich bitte an ihren Hausarzt oder an den behandelnden Onkologen.

Entzündungen der Schleimhaut im Mund und Rachenbereich

Die Art der Speisen:
Verzichten Sie auf saure, harte oder feste Speisen (Äpfel, Orangen, kurzgebratenes Fleisch, Graubrot) und Obstsäfte. Empfehlenswert sind neutrale und weiche Speisen wie Brei, Püree, Suppe, Obst (z. B. Melonen oder Bananen), ggf. ist auch Babykost eine gute Alternative.

Schmerzlinderung:
Zur Schmerzlinderung spülen Sie mehrfach täglich den Mund mit Salbei- oder Kamillentee. Verwenden Sie mehrfach die von uns mitgegebene oder rezeptierte Mundspüllösung mit Panthenol, ggf. ist bei offenen Stellen ein Einpinseln mit sog. Gerbstoffen hilfreich, wie z. B. Tannin-Gel.

Durchfall
Treten mehr als drei wässrige Stühle pro Tag auf, sprechen wir von Durchfall. Nehmen Sie reichlich Flüssigkeit zu sich (mindestens 2 Liter pro Tag) in Form von Tee, Wasser oder milden kohlensäurefreien Säften.

Geben sie ggf. Maltodextrin 19 oder Oralpädon zu den Getränken, um den Kalorien- und Elektrolytverlust zu ersetzen. Beide Medikamente erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Nehmen Sie ggf. Loperamid (ebenfalls rezeptfrei) bis max. 8 Kapseln pro Tag zu sich. Beim 1. Mal 2 Kapseln, dann nach jedem weiterem dünnflüssigem Stuhlgang 1 Kapsel.

Ab dem 2. Tag sind Schleimsuppen, Zwieback, Karottensuppe, Kartoffelbrei, Banane oder geriebener Apfel zu empfehlen. Milchprodukte werden oft zunächst nicht vertragen.

Fieber und Schüttelfrost
Beim Auftreten von Fieber über 38,5° C empfehlen wir die Einnahme von 1g Paracetamol als Tablette oder Zäpfchen oder 20 Tropfen Novalgin. Auch hier ist wieder eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Sollte das Fieber erneut auftreten oder ein starkes Krankheitsgefühl bestehen, z. B. mit starkem Husten und gelblichen oder grünlichem Auswurf, Luftnot oder Kreislaufschwäche, sollten Sie sich spätestens (!) am Folgetag mit ihrem Hausarzt oder der Klinik unter den angegebenen Rufnummern im Anhang in Verbindung setzen.

Brennen beim Wasserlassen

Infolge der Chemotherapie:
In der Regel tritt das Brennen beim Wasserlassen kurzfristig und im unmittelbaren Zusammenhang mit der Chemotherapie auf. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter pro Tag).

Infolge eines Infektes:
Hierbei bestehen in der Regel weitere Krankheitssymptome wie Fieber, Schüttelfrost und häufiger Harndrang. Sie sollten in einem solchen Fall ihren Hausarzt oder die Klinik aufsuchen. Dort wird eine Urinuntersuchung auf Bakterien durchgeführt und Sie erhalten ggf. ein Antibiotikum. Wichtig ist auch hier eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hilfreich sind sog. Nieren- und Blasentees.

Schmerzen
Schmerzen infolge der Chemotherapie sind eher ungewöhnlich, können jedoch im Falle einer Behandlung mit Taxanen in Form von Glieder- und Gelenkbeschwerden auftreten. Sie sind nur von kurzer Dauer und sprechen häufig gut auf Wärme und Schmerzmedikamente an (z. B. Novalgin-Tropfen oder Voltaren resinat).

Sie sollten aber in jedem Fall beim erstmaligen Auftreten von Schmerzen ihren Hausarzt oder den behandelnden Onkologen in Kenntnis setzen.

Allergische Reaktionen
Auch Allergische Reaktionen sind in der Regel vorübergehend und nur leichter Natur. Typisch sind: Fieber, Juckreiz, Quaddeln (juckender Hautausschlag). Sie können insbesondere bei der Behandlung mit einer sogenannten Immuntherapie (Antikörperbehandlung, Rezeptorblockern) oder Taxanen auftreten, da diese Substanzen in ihrer zubereiteten Form Fremdeiweiße von Pflanzen oder Tieren enthalten.

Eine Besserung tritt in der Regel innerhalb von 12 Stunden ein. Sollte dies nicht der Fall sein oder ein schweres Krankheitsgefühl mit einer Kreislaufreaktion oder Atemnot besteht, verständigen Sie bitte umgehend ihren Hausarzt, den ärztlichen Notdienst oder die Klinik.

In der Regel ist bereits die ambulante Behandlung mit einem so genannten Antihistaminikum oder Cortison ausreichend.

Anmeldung unter:
Onkologische Tagesklinik
Montags – Donnerstags von 08.00 – 16.00 Uhr
Freitags von 08.00 – 14.30 Uhr
Telefon: 0571 790-1650