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Entstehung und Vermeidung eines Lymphödems

1. Was ist die Lymphe?
Die Lymphe umspült physiologisch die Zellen des Körpers, hier findet der Transport wichtiger Nährstoffe zu den Zellen und auch im Körp erinneren statt. In der Lymphe „patrouillieren“ Lymphozyten („weiße Blutkörperchen“) als Zellen des Immunsystems. Eine Steigerung der Lymphe kann durch körperliche (z. B. intensive Gartenarbeit) und mechanische Belastungen und bei Entzündungen (z. B. Sonnenbrand) entstehen. Die Lymphe fließt in den Lymphbahnen und den Lymphknoten. Lymphknoten sind Filter und regionale Aufnahmestation und liegen in Abständen entlang der Lymphbahnen. Größere Lymphknotenstationen liegen z. B. im Bereich des Armes: in der Ellenbogenbeuge und der Achselhöhle.

2. Wie entsteht jetzt ein Lymphödem?
Lymphödeme können direkt durch eine Krebserkrankung oder durch deren Behandlung entstehen. Eine Unterbrechung der Lymphabflusswege durch die operative Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle kann so zu einer Ansammlung von eiweißreicher Flüssigkeit im Gewebe führen, es kommt zu einer lymphödematösen Schwellung, dem Lymphödem. Langfristig können von einem Rückstau der Lymphe auch weitere Strukturen und Organe betroffenen sein. Bei 90% der Patientinnen greifen erfolgreich Kompensationsmechanismen des Körpers, wodurch ein Lymphödem vermieden werden kann. Lediglich bei 5-10% der Patientinnen bildet sich meist im ersten Jahr nach der OP eine Armlymphödem heraus.

3. Woran können Sie ein Lymphödem erkennen?
Das Lymphödem beginnt zentral im Bereich der zerstörten Lymphabflussregion (z. B. Achselhöhle) und breitet sich nach peripher (zur Hand) aus. Zu Beginn ist ein Lymphödem selten schmerzhaft. Wird es nicht therapiert, verhärtet das Gewebe und ist äußerst schmerzhaft.

4. Kann ein Lymphödem chronisch werden?
Bleibt eine lymphödematöse Schwellung bestehen, wandern in das ödematöse Gewebe, wie auch bei einer „einfachen“ Entzündung, vermehrt Zellen ein. Das Ergebnis: es kommt zu einer Vermehrung des Bindegewebes (= Fibrosklerose) sowie zu einer Verfettung des Gewebes. Dadurch wird der Lymphabfluss noch weiter verschlechtert.

5. Geschichtlicher Rückblick
In den letzten 25 Jahren konnte ein Rückgang der Häufigkeit von Armlymphödemen verzeichnet werden. Der Grund hierfür ist die deutl iche Verbesserung der Operations-methoden (z. B. Wächterlymphknotentechnik) sowie der Bestrahlungsmethoden.

6. Wie können Sie selbst die Entstehung eines Lymphödems vermeiden?
Vermeiden Sie nach Möglichkeit:

  • mechanische Stauung (z. B. einschnürende Kleidungsstücke, Stauung bei der Blutentnahme, Blutdruckmessungen)
  • ungünstige Belastung des gefährdeten Körperteils (z. B. Gartenarbeit, Überbelastung des betroffenen Armes)
  • Sonne, Hitze, Sauna, aber auch große Kälte
  • Übergewicht
  • Blutentnahmen, Impfen und Insektenstiche am betroffenen Arm

Um aktive entstauende Bewegungsübungen zur Vorbeugung und Therapie eines Lymphödems an Armen und Händen durchzuführen, nutzen Sie bitte das Übungsprogramm im Anhang.

7. Was ist zu tun bei einem neu aufgetretenem Lymphödem?

  • Fühlt sich Ihr Arm an der operierten Seite schwer an und hat der Armumfang zugenommen, suchen Sie bitte umgehend Ihren behandelnden Arzt auf.
  • Eine Lymphdrainage mit anschließender Kompression ist wichtig, d. h. direkt nach der Behandlung (vor Ort) wird der Arm gewickelt oder der Armstrumpf angezogen
  • Soll ein Armstrumpf angepasst werden, so wird der Arm von einem Orthopädiemechaniker direkt nach der Lymphdrainage (vor Ort) vermessen.
  • Der Armstrumpf muss täglich lebenslang getragen werden. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Jedes halbe Jahr steht der Patientin ein neuer Armstrumpf zu.
  • Die Lymphdrainagen werden vom behandelnden Arzt verordnet.
  • Bei einem neu entstandenem Lymphödem steht der Patientin eine Rehabilitationsmaßnahme zu.