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Therapie im Brustzentrum Klinikum Minden

Wenn die Diagnose „Brustkrebs durch die Biopsie“ gesichert ist, wird gemeinsam mit der Patientin besprochen, ob erst eine Operation mit einer anschließenden adjuvanten Therapie durchgeführt wird, oder eine neoadjuvante Therapie, in der vor der Operation eine Hormon- oder Chemotherapie durchgeführt wird. Die Entscheidung hierüber ist aber von unterschiedlichen Faktoren abhängig, z. B. von der Tumorgröße.

1. Vor der Operation
Liegt ein Mammakarzinom (= Brustkrebs) vor, ist es für die Einschätzung der Prognose und die richtige Behandlung wichtig zu wissen, ob Lymphknotenmetastasen vorliegen. Hierzu wird zunächst ein Ultraschall der Achselhöhle durchgeführt. Sind hier noch keine Auffälligkeiten zu sehen, wird eine Szintigraphie zur Erfassung des Wächterlymphknotens (= Sentinel Lymph Node oder SNE) in der Achselhöhle durchgeführt. Der Wächterlymphknoten wird vor der Operation mit einer radioaktiven Substanz markiert, die im Bereich des Tumors unter die Haut gespritzt wird und von dort aus über die Lymphwege zu den Lymphknoten gelangt. Bei der Operation kann die gespeicherte Substanz dann mit einem geeignetem Detektor aufgespürt werden. Dies geschieht zu Beginn der Operation, d. h. der erste Lymphknoten nach dem Tumor (= Wächter) wird entfernt und in der Pathologie histologisch untersucht (= Schnellschnitt). Während der weitren Operation an der Brust wird der Befund an den Operateur übermittelt (bereits nach ca. 15–20 Min.). Ist der Wächterlymphknoten nicht befallen, müssen keine weiteren Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden. Ist der Befund jedoch positiv, d. h. der Wächter ist bereits befallen, dann müssen alle Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden.

2. Operative Therapie

2.1. Brusterhaltende Therapie (BET)
Das Brustzentrum Klinikum Minden versucht dort, wo es medizinisch vertretbar ist, brusterhaltend zu operieren. Der Tumor wird mit angrenzendem, noch gesundem Gewebe entfernt. In der Brust sollen keine Tumorreste bleiben.

2.2. Abnahme der Brust (= Abaltio oder Mastektomie)
In bestimmten Fällen, je nach Tumorart (z. B. DCIS) und der Größe des Tumors ist es auch heute noch unumgänglich, die Brust abzunehmen. Jede Patientin, die eine Ablatio erhalten hat, bekommt noch während des Klinikaufenthaltes eine brustprothetische Versorgung, die aus einem weichen BH und einer leichten Brustprothese besteht. Ist die Operationswunde komplett abgeheilt verschreibt der weiterbehandelnde Frauenarzt später die „richtige“ Brustprothese. Welche Brustprothesen es gibt und welche Prothese später für eine Frau geeignet ist, darüber werden unsere Patientinnen bereits vor ihrer Entlassung durch die Mitarbeiterin der Orthopädie-Technik im Johannes-Wesling-Klinikum informiert und beraten.

Wir empfehlen bzw. bieten Ihnen an:
Zur Anpassung der Brustprothese nach der OP (= Erstversorgung) und der darin integrierten Beratung hat es sich bewährt, wenn Sie Ihren Ehemann/Partner, oder Ihre beste Freundin dazu bitten. Mit einem lieben Menschen an Ihrer Seite ist das bewusste „Sehen“ der OP-Wunde und des Spiegelbildes leichter.

2.3. Wiederherstellung der Brust (= Brustrekonstruktion)
Im Brustzentrum Klinikum Minden wird sowohl ein onkoplastischer Brustaufbau mit Expanderprothesen und späteren Implantaten angeboten, wie auch Haut- und Muskellappenplastiken zur sofortigen oder späteren Rekonstruktion der Brust mit körpereigenem Gewebe vom Rücken (Latissimus dorsi-Lappenplastik) oder von der Bauchdecke (TRAM-Lappenplastik). Eine angleichende Operation der gegenseitigen Brust, um ein symmetrisches Erscheinungsbild zu erreichen, wird ebenfalls im Brustzentrum angeboten. Ebenfalls ist eine Brustwarzen-Rekonstruktion möglich (operativ und durch Tätowierung).

Einholen einer zweiten Meinung
Jede Patientin hat zu jederzeit die Möglichkeit, eine zweite Meinung bzgl. der von uns empfohlenen Operation/Therapie in einem anderen Brustzentrum oder einem spezialisierten Krankenhaus einzuholen. Bei der Kontaktaufnahme sind wir gerne behilflich.

2.3. Schmerztherapie nach der Operation
In Absprache mit den Anästhesisten wird direkt nach der Operation und in den darauf folgenden Tagen eine umfassende Schmerztherapie durchgeführt.

Anmeldung unter:
Spezialambulanz der Frauenklinik
Montags – Donnerstags von 08.00 – 16.00 Uhr
Freitags von 08.00 – 14.30 Uhr
Telefon: 0571 790-4150

3. Medikamentöse Therapie
Zusätzlich zur operativen Entfernung des Tumors bleiben mehrere Methoden der medikamentösen Behandlung. Sie ist jeweils abhängig von der Tumorformel und dem Hormonrezeptorstatus.

3.1. Chemotherapie
Bei der Chemotherapie werden Medikamente gegeben, die das Wachstum von Krebszellen verhindern (Zytostatika). Man kann damit auch Krebszellen erreichen, die sich an anderen Stellen im Körper angesiedelt haben und noch gar nicht zu sichtbaren Veränderungen geführt haben. Nachteilig sind die Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, die heute aber gut kontrolliert werden können (Tipps hierzu finden Sie im Anhang). Die Chemotherapie wird meist als Infusion gegeben. Das kann in der Regel ohne Klinikaufenthalt in unserer Onko-Tagesklinik geschehen (Kontakt siehe Anhang).

Im Rahmen der Information und Aufklärung zur Chemotherapie, also noch vor Beginn der eigentlichen Therapie, erhalten alle Patientinnen eine Verordnung für eine Perücke.

Wichtig bei Kinderwunsch!
Bei Patientinnen mit bestehendem Kinderwunsch und notwendiger Chemotherapie sollte vor Beginn der Therapie eine Beratung zusammen mit einem Fertilitätsmediziner erfolgen. Unsere Bitte: Bitte sprechen Sie uns an!

Wichtig während der Chemotherapie!

Bitte kommen Sie nicht mit Ihrem eigenem PKW zur Chemotherapie, auf Grund der Therapie und der weiteren verabreichten Medikamente sind Sie im Anschluss an die Behandlung fahruntüchtig. Können Sie durch Angehörige nicht gebracht und abgeholt werden, bekommen Sie von uns den Antrag für die Kostenerstattung für Ihre Krankenkasse sowie einen Taxischein.

3.2. Antihormontherapie
Wird das Wachstum der Brustzellen hormonell beeinflusst (= Hormonrezeptor positiv), so kann man dies therapeutisch nutzen. Es werden Medikamente gegeben, die das Östrogen hemmen. Die Therapie ist in der Regel gut verträglich.

3.3. Antikörpertherapie
Einige Brustkrebszellen weisen besondere Andockstellen (Rezeptoren) an der Oberfläche auf. Über diese so genannten HER-2-neu-Rezeptoren binden die Krebszellen Stoffe aus dem Körper an sich, die das Zellwachstum fördern. Bei der Antikörpertherapie werden spezielle Antikörper gegeben, die genau diese Andockstellen besetzen. Es wird verhindert, dass die wachstumsfördernden Stoffe wirksam werden. Die Antikörpertherapie erfolgt als Infusion.

Was benötige ich, um mich in der Onko Tagesklinik vorzustellen?
Sie benötigen entweder eine Einweisung Ihres Frauenarztes oder Hausarztes oder eine Überweisung von Ihrem Hämatolo-/Onkologen.

Anmeldung unter:
Onkologische Tagesklinik
Montags – Donnerstags von 18.00 – 16.00 Uhr
Freitags von 08.00 – 14.30 Uhr
Telefon: 0571 790-1650

4. Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie werden Röntgenstrahlen lokal eingesetzt, um das Wachstum von Krebszellen zu hemmen. Nach brusterhaltenden Operationen ist sie nötig, um mögliche Reste von Krebszellen zu beseitigen. Bei fortgeschrittenen Tumoren wird sie eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern oder Metastasen zu zerstören.

Mit modernen Geräten können heute die Strahlen exakt ausgerichtet werden. Dabei wird das umliegende Gewebe weitestgehend geschont. Dennoch kann es an der Ein- und Austrittsstelle der Strahlen zu Hautreizungen kommen, die mit einem Sonnenbrand vergleichbar sind. In der Regel wird die Bestrahlung in Einzelportionen aufgeteilt (= Fraktionierung). Dadurch ist sie besser verträglich. Über einen Zeitraum von 5–6 Wochen erhalten die Patientinnen 5 x wöchentlich eine Bestrahlung.

Was benötige ich, um mich in der Praxis für Strahlentherapie vorzustellen?
Sie benötigen entweder eine Einweisung Ihres Frauenarztes oder Hausarztes oder eine Überweisung von Ihrem Hämatolo-/Onkologen.

Anmeldung unter:
Praxis für Strahlentherapie am Johannes-Wesling-Klinikum
Dr. Junker/Frau Kahl/Dr. Sure
Telefon: 0571 50 500-0