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Notaufnahmen Zu den MKK-Notaufnahmen

Tumorart

Tumorformel und Hormonrezeptoren oder der Steckbrief des Tumors
Ist das untersuchte Gewebe bösartig, so muss eine vollständige histologische Diagnose folgende Merkmale enthalten:

1. Festlegung des Krebstyps
Nichtinvasive Karzinome
Bei diesen besonderen Typen von Brustkrebs, auch „in situ“ Karzinome genannt, zeigen die einzelnen Zellen unter dem Mikroskop zwar die Eigenschaften von Krebszellen, aber mit einem Unterschied: sie sind noch auf ihren Ursprungsort begrenzt und noch nicht in die Nachbarschaft eingedrungenen (= nicht-invasiv).

Zu den nicht-invasiven Karzinomen gehört das DCIS (duktales Carcinoma in situ). Hier sind die Krebszellen streng auf die Milchgänge begrenzt. Das DCIS breitet sich jedoch nicht immer gleichmäßig aus. Es überspringt beim Wachsen kleinere Strecken in den Milchgängen. Diese Lücken können bis zu einem Zentimeter betragen. Da ein DCIS in der Regel keine Metastasen ausbildet, ist diese Form von Brustkrebs durch eine Operation und einer anschließenden Strahlentherapie heilbar. Voraussetzung ist aber, dass bei der Entdeckung und Behandlung auf das heimtückische Wachstumsverhalten des Karzinoms geachtet wird. Deshalb muss bei der Entfernung solcher Krebsvorstufen der Sicherheitsabstand von 1 cm zwischen dem veränderten und gesunden Brustgewebe eingehalten werden. Wenn dies nicht gelingt, oder ein DCIS sich über sehr lange Strecken in den Milchgängen ausgebreitet hat, können dies die Gründe für eine Brustamputation sein. Eine anschließende Strahlentherapie ist hier dann nicht notwendig.

Invasive Karzinome
Die Bezeichnung „invasives Karzinom“ fasst alle Formen von Krebs zusammen, die bereits in das benachbarte Gewebe eingedrungen sind. Damit besteht die Gefahr, das Krebszellen in den Körper gestreut wurden, was letztlich zu Tochtergeschwülsten (=Metastasen) führen kann. Deshalb sind die verschiedenen Arten von invasivem Brustkrebs systemische Erkrankungen, die nicht mehr nur auf die Brust allein beschränkt sind, sondern das gesamte Organsystem betreffen können. Zu den invasiven Tumoren gehören:

  • invasiv duktales Karzinom
  • invasiv lobuläres Karzinom
  • muzinöses, tubuläres oder papilläres Karzinom
  • inflammatorisches Karzinom

2. Die Beschreibung nach der so genannten TNM-Klassifikation
Krebsmediziner haben sich seit langem auf eine international weitgehend einheitliche Beschreibung bösartiger Tumoren nach ihrer Größe und ihrer Ausbreitung geeinigt. Diese TNM-Klassifikation ist auf einem einfachen Buchstabensystem aufgebaut, das sich von den englischen Fachausdrücken ableitet. Die TNM-Klassifikation dient bereits der Planung vor der Operation und wird zur Beschreibung des Tumors und seiner Ausdehnung auch vom Radiologen und Operateur verwendet.

Folgende Buchstaben stehen für:
T=Tumor: Nach dem Buchstaben steht eine Zahl für die Größeneinteilung des Tumors. Sie beschreibt aber nicht die tatsächliche Tumorgröße in cm, sondern eine Zuordnung zu einer bestimmten Gruppe:
T1: Tumore bis 2 cm
T2: Tumore zwischen 2 – 5 cm
T3: Tumore, die größer als 5 cm sind
T4: hier hat sich der Tumor auf die Haut oder die Brustmuskulatur ausgedehnt, ohne Berücksichtigung der eigentlichen Tumorgröße

N=node (= englischer Fachausdruck für Lymphknoten):
Zu den regionären Lymphknoten einer Brust zählen die Achsel-Lymphknoten derselben Seite und die Lymphknoten, die unter dem Brustbein liegen.
N0: wird auch nodal-negativ genannt und bedeutet, dass keine Lymphknoten befallen sind.
N1: beschreibt befallene, aberbewegliche Lymphknotenmetastasen in der Achselhöhle
N2: besagt, dass diese Lymphknotenmetastasen miteinander verbacken und nicht mehr beweglich sind
N3: bedeutet, das die Lymphknoten hinter dem Brustbein befallen sind

M=Metastasen (genauer Fernmetastasen):
Fernmetastasen sind alle bösartigen Töchtergeschwülste, die in anderen Organen, aber auch in Lymphknoten entstehen, die nicht unter die N-Gruppe fallen (z. B. Lymphknoten unterhalb des Schlüsselbeins).
M0: keine Metastasen gefunden
M1: Fernmetastasen vorhanden

G=Grading
Das Grading wird mit „G“ abgekürzt und bedeutet den Grad der Differenzeirung oder auch das „Maß an Bösartigkeit“. Das Grading kennt 3 Stufen: G1, G2 und G3. Je höher die Stufe ist, umso mehr weicht das Tumorgewebe vom normalen Brustdrüsengewebe ab.

L=Lymphatic invasion (=Einbrüche in Lymphgefäße):
L0: die Lymphgefäße in der Tumorumgebung sind frei von Krebszellen
L1: der Tumor hat die umgebenden Lymphgefäße befallen (=Lymphangiosis)

V: Venous invasion (=Einbrüche in Venen):
V0: negativer Befund, keine Krebszellen
V1: positiver Befund mit Nachweis von Tumorzellen in der Wand der Blutgefäße

R=Residual Tumor (=Resttumor):
Die R-Klassifikation bezieht sich ausschließlich auf den Rand des Operationspräparates.
R0: steht für tumorfreie Resektionsränder.
R1: mikroskopisch erkennbar reichen Krebszellen unmittelbar an den Resektionsrand heran (kein Sicherheitssaum)
R2: mit bloßem Auge sind Tumorreste erkennbar

Die Austestung auf Hormonrezeptoren

Hormonrezeptorbestimmung
Dieses Gewebemerkmal der Tumorzellen wird bei etwa 70 – 80 % der Frauen gefunden, jedoch in unterschiedlich starker Ausprägung. Der Hormonrezeptorstatus ist als Prognosefaktor unbestritten. Je mehr hormonsensible Zellen der Tumor hat, desto günstiger ist der Krankheitsverlauf. Positiver Hormonrezeptoren sind die Voraussetzung für eine adjuvante Anti-Hormonelle Therapie, d.h. eine Anti-Hormontherapie nach der Operation. Ob und wie viele Hormonrezeptoren auf den Krebszellen sind, prüft ein Test bei der pathologischen Untersuchung des Tumors.
Man unterscheidet

  • Östrogenrezeptor (ER)
  • Prognoserezeptor (PR)


HER-2-neu-Bestimmung
Wenn dieser Wachstumsfaktor vermehrt in den Tumorzellen vorhanden ist, wird die Tumorzelle zur gesteigerten Bildung von HER-2-neu – „Antennen“ (= Rezeptoren) auf der Zelloberfläche angeregt. Über diese sogenannten HER-2-neu-Rezeptoren binden die Krebszellen Stoffe aus dem Körper an sich, die das Zellwachstum fördern.
DAKO 0 und DAKO 1+: negativ
DAKO 2+: ein zusätzlicher Test (FISH-Test) ist erforderlich, um konkret zu Bestimmen, ob der Rezeptorstatus positiv oder negativ ist
DAKO 3+: positiv

Wichtig! Aufbewahrung des Tumormaterials
Im Institut für Pathologie am Johannes Wesling Klinikum Minden werden die Gewebeproben für 10 Jahre aufgehoben und konserviert, um evtl. später weitere Untersuchungen durchführen zu können.

Kontakt
Institut für Pathologie im Johannes Wesling Klinikum
Telefon: 0571 790-4701
E-Mail: pathologie(at)klinikum-minden.de