Qualität

Das Brustzentrum am Johannes Wesling Klinikum ist seit dem 26.02.2005 ein vom Land Nordrhein-Westfalen zertifiziertes anerkanntes Brustzentrum.

Anerkanntes Brustzentrum
Das Konzept der Brustzentren orientiert sich an den EUSOMA-Kriterien (2003) und berücksichtigt den Diskussionsstand der wissenschaftlichen Fachgesellschaften. Zu den Hauptkriterien gehören:

  • Berufsgruppenübergreifende Versorgung im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der Rehakliniken und Praxen
  • Leitlinienorientierte Therapieverfahren
  • Einheitliche Dokumentation
  • Hohe Qualifikation aller Berufsgruppen
  • Patientenorientierung durch bessere Informationen und Beteiligung der betroffenen Frauen und deren Angehörigen


Versorgung im Brustzentrum am Johannes Wesling Klinikum Minden

Frauen mit einem Verdacht auf Brustkrebs oder einer bereits gesicherten Diagnose können sich in der zweimal wöchentlich stattfindenden Brustsprechstunde der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe vorstellen. Leitlinienorientiert werden zur Diagnostik im Brustzentrum Mammographien, Vacuumstanzbiopsien sowie Mammasonographien mit einer speziellen 13-MHz-Sonde durchgeführt. Stanzbiopsien und offene Biopsien werden umgehend im Institut für Pathologie am JWK untersucht. Nach der Diagnosesicherung wird die Therapieplanung mit möglichen Alternativen gemeinsam mit der Patientin und ggf. ihrem Partner besprochen und festgelegt (informed consent).

Vor und nach jeder Operation werden alle Befunde zur weiteren Therapieplanung im Rahmen einer wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz mit den am Behandlungsprozess beteiligten Ärzten besprochen und diskutiert.
Die operative Versorgung der Mammakarzinom- Patientinnen erfolgt verantwortlich durch den Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie die senologischen Oberärzte. Die Durchführung der mammachirurgischen Eingriffe ist S 3-leitlinienorientiert. Es ist gewährleistet, dass bei jeder Lymphknotenausräumung mindestens 10 Lymphknoten gewonnen werden. Die Metastasenchirurgie wird, soweit möglich, durch die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Brustzentrum am JWK abgedeckt. Erforderlichenfalls wird konsiliarisch auf die Fachabteilungen der Chirurgie, Neurochirurgie, MKG, HNO und interventionellen Radiologie des Johannes Wesling Klinikums zurückgegriffen. Jede Patientin, bei der eine operative Entfernung der Brust durchgeführt werden musste, verlässt das Klinikum mit einer prothetischen Erstversorgung, die auf Wunsch direkt durch unser Sanitätshaus im Johannes-Wesling-Klinikum erfolgen kann.

Qualitätsmessung

1. Patientinnen befragen
Jährlich werden im ersten Halbjahr Patientinnenbefragungen zur Versorgung am Brustzentrum durchgeführt. Diese finden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitation (IMVR) der Humanwissenschaftlichen Fakultät / Medizinischen Fakultät der Univerität zu Köln statt.
Hauptkriterium der Befragung ist die ausreichende Aufklärung und Informationsgabe (Befund, und weitere Therapie) an die betroffenen Patientinnen durch den behandelnden Arzt. Eine Befragung erfolgt nur nach Einwilligung.

2. Messung aller Qualitätsindikatoren
Im operativen Bereich der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie auch im Rahmen der weiteren Behandlung in der Onkologie und Strahlentherapie, erfolgt eine kontinuierliche Messung und Auswertung aller Qualitätsindikatoren incl. Benchmarking.

3. interne Audits (Bewertung)
Zur weiteren Entwicklung des Brustzentrums sowie zur Beseitigung von Schnittstellenproblematiken wird vom QM-Beauftragten des Brustzentrums mindestens jährlich eine Bewertung in allen Bereichen und bei allen Kernleistungserbringern des Brustzentrums durchgeführt. Die Ergebnisse werden mit den Abteilungsleitungen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besprochen und ggf. Ziele sowie Maßnahmen zur Veränderung festgelegt.

4. externes Audit
Alle Kriterien des Anforderungskataloges für Brustzentren des Landes NRW werden jährlich durch ein sogenanntes Überwachungsaudit durch die Ärztekammer Westfalen–Lippe überprüft. Das Brustzentrum am Johannes Wesling Klinikum Minden hat sich verpflichtet, sich alle 3 Jahre vor Ort durch die Zertifizierungsstelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKZert) überprüfen und rezertifizieren zu lassen.

5. Mitarbeiterbefragungen
Mitarbeiterbefragungen bieten dem Management die Möglichkeit, direkte Informationen über Prozesse und Problembereiche zu erhalten, die für eine Verbesserung der Qualität und die damit zusammenhängenden notwendigen Maßnahmen von hoher Relevanz sind. So lassen sich mit Hilfe von Mitarbeiterbefragungen Schwachstellen aufdecken, aber auch Lösungsvorschläge ermitteln.
Des Weiteren bietet eine kontinuierliche Befragung die Möglichkeit, die eingeleiteten Lösungsansätze zu evaluieren.

6. Beschwerdemanagement
Informationen zum zentralen Beschwerdemanagement und Ihre Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.

7. Epidemiologisches Krebsregister des Landes NRW
Seit dem 05.04.2005 müssen alle Formen von Krebserkrankungen einschließlich ihrer Frühstadien, Neubildungen unbekannten Charakters und unsicheren Verhaltens, sowie auch gutartige Neubildungen des zentralen Nervensystems gemäß dem Krebsregistergesetz (KRG NRW) verbindlich gemeldet werden. Dies gilt auch für alle Brustkrebspatientinnen, die im Brustzentrum behandelt werden. Die Patientinnen werden entsprechend vom behandelnden Arzt des Brustzentrums aufgeklärt. Die Meldung und Eingabe der Daten erfolgt durch die Mitarbeiter der Tumordokumentation.

8. Qualitätsbericht
Jährlich wird ein Qualitätsbericht verfasst, um Leistungsmengen, Qualitätsziele, Planung, Durchführung und Ergebnisse von qualitätsrelevanten Maßnahmen des Brustzentrums zu veröffentlichen. Den aktuellen Qualitätsbericht des Brustzentrums finden Sie hier als pdf-Datei.

Angelika Wagner
Qualitätsmanagementbeauftragte Johannes Wesling Klinikum Minden Qualitätsmanagementbeauftragte Brustzentrum

Telefon: 0571 790-5-2048
E-Mail: angelika.wagner(at)muehlenkreiskliniken.de