Blinddarmentzündung (Appendicitis)

  • Was ist eine „Blinddarmentzündung“?

    Was ist eine „Blinddarmentzündung“?

    Es handelt sich hierbei genau genommen um die Entzündung eines Anhängsels (der Appendix vermiformis) des eigentlichen Blinddarms (dem Anfangsteil des Dickdarmes). Daher wird medizinisch korrekt von einer Appendicitis gesprochen. Die Appendix ist ein etwa 0,5 cm im Durchmesser großes und unterschiedlich langes Anhangsgebilde am Blinddarm und übernimmt Aufgaben der Infektabwehr im Darm. Der dünne Durchmesser begünstigt Verstopfungen durch z.B. Kot(steine), Parasiten (Würmer) oder auch Fremdkörper (wie etwa kleine Obstkerne), welche vermutlich die Entzündung auslösen.

  • Welche Beschwerden verursacht die Blinddarmentzündung?

    Welche Beschwerden verursacht die Blinddarmentzündung?

    Häufig beginnt das Krankheitsbild mit einem nicht genau lokalisierbaren Schmerz um den Nabel herum oder im Oberbauch. Dieser verlagert sich dann zunehmend in den rechten Unterbauch. Übelkeit, Erbrechen und Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl begleiten häufig den Schmerz. Schmerzen und übrige Krankheitszeichen können sich innerhalb weniger Stunden oder in 2-3 Tagen ausbilden.

  • Welche Untersuchungen sind bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung erforderlich?

    Welche Untersuchungen sind bei Verdacht auf eine Blinddarmentzündung erforderlich?

    Häufig ist die Befragung des Patienten über den Krankheitsverlauf und die körperliche Untersuchung bereits wegweisend für die Diagnose. Ergänzend werden Entzündungswerte im Blut gemessen. Zudem erfolgt eine Ultraschalluntersuchung des Bauches. Bei unklarem Befund ist gelegentlich auch eine Computertomographie der Bauchhöhle notwendig. Bei Frauen ist zudem eine gynäkologische Untersuchung hilfreich, um Entzündungen der Eierstöcke, Eierstockzysten und andere Ursachen ausschließen zu können.

  • Warum muss eine Blinddarmentzündung operiert werden?

    Warum muss eine Blinddarmentzündung operiert werden?

    Erhärtet sich der Verdacht auf eine Appendicitis, muss meist operiert werden, um eine weitere Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. Geschieht dies nicht, kann die Appendix durchbrechen (perforieren) und eine gefährliche Bauchfellentzündung mit Bauchhöhlenvereiterung hervorrufen. Dies ist auch heute noch ein möglicherweise lebensbedrohliches Krankheitsbild. Lässt sich der Verdacht nicht erhärten, so kann eine stationäre Beobachtung des Patienten mit Verlaufskontrollen des klinischen Befundes, der Laborwerte und ggf. des Ultraschalles angezeigt sein.

  • Wie wird die Blinddarmentzündung operiert?

    Wie wird die Blinddarmentzündung operiert?

    Die Entfernung des Wurmfortsatzes (Appendektomie) wird minimal-invasiv (sog. Schlüsselloch-Chirurgie) mit 3 kleinen Schnitten am Nabel und im Unterbauch vorgenommen. Der "Blinddarm" wird aus seinen Verwachsungen gelöst und über den Bauchnabel entfernt und zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt. Alternativ kann in seltenen Ausnahmefällen über einen kleinen Schnitt im rechten Unterbauch offen (konventionell) operiert werden. Nach der Operation sind die vorher beklagten Beschwerden in der Regel verschwunden. Leichte Wundschmerzen werden durch Schmerzmedikamente, die drei bis sechs Tage eingenommen werden sollten, effektiv behandelt. Zwei bis vier Tage nach Operation kann man das Krankenhaus wieder verlassen. Nach ein bis zwei Wochen ist man wieder voll einsatzfähig, je nach beruflicher Tätigkeit.