Entspannungstherapie und Achtsamkeit

In der Schmerztherapie sind verschiedene Entspannungsverfahren bewährte Methoden, die eigene Aufmerksamkeit zu lenken. Jeder Patient kann lernen, seine Muskulatur selbst zu entspannen. Die Konzentration kann in Übungen so auf einzelne Bereiche des Körpers gerichtet werden, dass der chronische Schmerz für die Zeit der Konzentration aus dem Bewusstsein ausgeblendet wird. Häufig gelingt es ein angenehmes Wohlgefühl zu erreichen. Mit zunehmender Übung und Konzentrationsfähigkeit gelingt es dann immer besser seine eigenen Wahrnehmungen gezielt auszurichten.

Bei der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson wird durch bewusstes Anspannen und Entspannen von verschiedenen Muskelpartien die Aufmerksamkeit auf die jeweiligen Körperteile gebunden. Man beginnt mit der rechten Hand, dem rechten Arm, dem linken Arm, der Gesichtsmuskulatur usw. Mit fortschreitender Übung gelingt es immer schneller alle Muskelpartien zu entspannen und in eine ganzheitliche Entspannung zu kommen.

Beim Autogenen Training nach J.H. Schultz  wird die Aufmerksamkeit auf die gleichen Körperteile gerichtet. Durch Konzentration, z.B. auf den rechten Arm, wird hier das Gefühl von Schwere und Wärme hervorgerufen. Auch diese Übungen weiten sich auf den ganzen Körper aus. Für viele Patienten ist die Atemübung eine wichtige Konzentrationshilfe. Wer das Autogene Training regelmäßig übt, lernt sich in einen konzentrativen Zustand von Ruhe und Entspannung zu versetzen.

Nach dem Erlernen einer der beiden Grundtechniken ist es nicht mehr schwierig, Übungen aus der Hypnose zu entlehnen und z.B. mit Vorstellungsübungen (Imaginative Verfahren) in der eigenen Fantasie "auf Reisen zu gehen". Mit Hilfe von weitergehenden Übungen sind wir dann in der Lage, den Schmerz zu verändern und umzugestalten.