Babyfreundliches Krankenhaus

2017 wurden wir von der WHO und UNICEF als „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet. Die Inhalte dieser Zertifizierung bilden die Grundlage unserer stillfreundlichen, bindungsorientierten Arbeit an den uns anvertrauten Neugeborenen und ihren Eltern.

In der festen Überzeugung, dass Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett normale Prozesse im Leben einer Frau sind, möchten wir Sie auf eine aktive, selbstbestimmte Geburt vorbereiten. Das Team der Frauenklinik Lübbecke hat eine Vorliebe für die „natürliche Geburt“ in medizinisch sicheren Rahmenbedingungen. Aus diesem Grund haben wir eine vergleichsweise niedrige Kaiserschnittrate. In den ersten Lebenstagen gelten all unsere Bemühungen einer gelungenen Stillbeziehung und Eltern-Kind-Bindung.

Lassen Sie sich auf dem Weg dahin mitnehmen und informieren Sie sich über unser umfangreiches Kursangebot. 

Ihr geburtshilfliches Team
im Krankenhaus Lübbecke-Rahden

Dr. med. Albert Neff
Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Zehn Schritte für eine babyfreundliche Geburtsklinik

Die B.E.St.®-Kriterien (B.E.St.® = Bindung, Entwicklung, Stillen) basieren auf aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand und auf internationalen Vereinbarungen und Vorgaben von WHO und UNICEF. Sie ermöglichen in ihrer Gesamtheit eine effektive Bindungs-, Entwicklungs- und Stillförderung. Die B.E.St.®-Kriterien sind die inhaltliche Grundlage der Zertifizierung einer Einrichtung der Geburtshilfe und Kinderheilkunde als „Babyfreundlich“. Babyfreundliche Kliniken unterstützen aus Gründen der Bindungsförderung das Stillen. Frauen, die ihr Kind mit der Flasche ernähren, werden individuell in die bindungsfördernde Flaschenernährung eingeführt.

1. Schriftliche B.E.St.®-Richtlinien auf der Grundlage der „Zehn Schritte für eine babyfreundliche Geburtsklinik zur Umsetzung der B.E.St.®-Kriterien“ haben, die mit allen Mitarbeiter/innen regelmäßig besprochen werden. 

2. Alle Mitarbeiter/innen so schulen, dass sie über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für die Umsetzung der B.E.St.®-Richtlinien verfügen.

3. Alle schwangeren Frauen über die Bedeutung und die Praxis der Bindungs- und Entwicklungsförderung unter Einbeziehung des Stillens informieren.

4. Den Müttern ermöglichen, unmittelbar ab Geburt ununterbrochen Hautkontakt mit ihrem Baby zu haben, mindestens eine Stunde lang oder bis das Baby das erste Mal gestillt wurde.

5. Den Müttern korrektes Anlegen zeigen und ihnen erklären, wie sie ihre Milchproduktion aufrechterhalten können, auch im Falle einer Trennung von ihrem Kind.

6. Neugeborenen weder Flüssigkeiten noch sonstige Nahrung zusätzlich zur Muttermilch geben, außer bei medizinischer Indikation.

7. 24-Stunden-Rooming-in praktizieren – Mutter und Kind bleiben Tag und Nacht zusammen.

8. Zum Stillen/Füttern nach Bedarf ermuntern.

9. Gestillten Kindern keine künstlichen Sauger geben.

10. Die Mütter auf Stillgruppen und andere Mutter-Kind-Gruppen hinweisen und die Entstehung von Stillgruppen fördern.

Das Konzept „Babyfreundlich” wird vom gesamten geburtshilflichen Team und der Krankenhausleitung getragen. Nur eine Gemeinschaftsleistung hat die Auszeichnung möglich gemacht.