Adipositas

Die Krankheit
Die Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die zu übermäßiger Fettspeicherung des Körpers führt und lebensbedrohliche Folgeerkrankungen verursachen kann. Neben der genetischen Veranlagung haben viele weitere Faktoren einen großen Einfluss auf die Ausprägung und den Krankheitsverlauf. Insbesondere sind emotionale und soziale Faktoren sehr häufig als Mitursachen beteiligt. Die Krankheit ist von der Ursache her nicht heilbar und schreitet unbehandelt kontinuierlich weiter fort.

Die Folgen
Eine Nichtbehandlung der Adipositas hat in vielen Fällen die Erkrankung an einem Diabetes mellitus zur Folge. Zudem treten in hohem Maße typische körperliche Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Depressionen, Gelenkbeschwerden, Schlaganfall und Schlafapnoe auf, um nur die häufigsten Auswirkungen zu nennen. In den letzten Jahren wuchs die Erkenntnis, dass auch bösartige Tumore bei Adipositas häufiger vorkommen können und einen wesentlichen Teil der deutlich erhöhten vorzeitigen Sterblichkeit, die mit dieser Krankheit verbunden ist, verursachen.

Das Ausmaß
Wir bewerten das Ausmaß der Adipositas nicht nur mit dem Body-Mass­lndex (BMI), wir nutzen auch die Methode FUTREX Nah-Infrarotlicht­Spektroskopie (NIR) zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. 

Body-Mass-Index (BMI)
Zur Messung des Krankheitsausmaßes wird der Body-Mass-lndex (BMI) benutzt. Der BMI beschreibt das Verhältnis des Gewichts zur Körpergröße.

Zur Berechnung des BMI wird folgende Formel verwendet: BMI = Gewicht/Größe²

Beispiel: Bei einer Größe von 170 cm und einem Gewicht von 130 kg liegt der BMI bei 44,9 kg/m². Der ideale BMI liegt zwischen 20 und 25 kg/m².

International werden Übergewicht und Adipositas unterschieden und nach BMI wie folgt in Grade eingeteilt:

Übergewicht

  • BMI 25–30 Übergewicht
  • BMI 30–35 Adipositas Grad 1
  • BMI 35–40 Adipositas Grad 2
  • BMI >40 Adipositas Grad 3


Eine weitere wichtige Messgröße ist der Taillenumfang. Er sollte bei Frauen 80 cm und bei Männern 94 cm nicht überschreiten. Taillenumfang in Verhältnis zu Hüftumfang ergibt den sog. „Taille-Hüft-Quotient“. Dieser Wert geht mit Krankheitsrisiken bei Frauen über 0,85, bei Männern über 1,0 einher. In unserem Zen­trum wird zudem – unabhängig vom BMI – der Schweregrad der Begleiterkrankungen für eine sinnvolle Behandlung zugrunde­gelegt (EOSS: Edmonton Obesity Staging System). 

FUTREX Nah-Infrarotlicht-Spektroskopie (NI R) 
Die Infrarotmessung zur Bestimmung der Fett-, Muskel- und Wassermasse ist eine besonders interessante Möglichkeit, den Verlauf einer Gewichtsmaßnah­me zu messen.

Die direkte Messung der Körper­fettmasse mittels der sogenann­ten Nah-Infrarotlicht-Spektroskopie basiert auf den unterschiedlichen Aufnahme- und Wiedergabewerten der verschiedenen Gewebetypen. Während des Messvorgangs wird über ein optisches System ein Licht­strahl im Nah-Infrarotlichtbereich in den Oberarmmuskel (Bizepsmuskel) gesendet. Der Bizeps als geeigneter Messpunkt wurde durch Studien er­mittelt und steht in direkter Verbin­dung zum Gesamtkörperfettanteil. Das Fettgewebe nimmt die ausgesendeten Lichtwellen auf, während die fettfreie Masse die Lichtwellen zurückwirft. Das zurückgeworfene Licht wird aufgefangen und anhand der optischen Daten der Körperfett­anteil daraus ermittelt. 

Diese Möglichkeit einer "direkten" Messung von Körperfett erlaubt es, auch lokale Körperareale und Pro­blemzonen vergleichend zu mes­sen. Das Messprinzip ermöglicht es, durch wiederholte Messungen einen Verlauf des Fettanteils im Körper zu dokumentieren.