Bariatrische OP-Techniken

1. Magenballon
Ein weicher, dehnbarer Ballon wird im Rahmen einer Magenspiegelung eingebracht und mit einer Kochsalzlösung gefüllt (500 - 700 ccm). Der Ballon füllt den Magen teilweise aus und ruft damit eine vorzeitige Sättigung hervor. Ein Magenballon kann zur Operationsvorbereitung bei massivem Übergewicht für max. 6 Monate eingesetzt werden. Nach einer gewissen Gewichtsreduktion kann dann ein definitiver Eingriff unter geringeren Risiken vorgenommen werden.

2. Verstellbares Magenband
Das Magenband aus Silikon wird um den oberen Teil des Magens gelegt und schränkt die Magenkapazität erheblich ein. Das etwa Ein-Euro-Stück große Ventil liegt unter der Haut und ist über einen feinen Schlauch mit dem Magenband verbunden. Die Verkleinerung des Magens ist eine mechanische Essbremse für feste Nahrung, die Essmengen werden dadurch weniger. Dennoch gelangt die Nahrung auf normalem Weg durch den Verdauungskanal, die Abfolge der verschiedenen Verdauungsprozesse bleibt erhalten. Das Magenband kann lebenslang im Körper verbleiben, allerdings müssen circa 50 Prozent aller Patienten nochmal einer Ope­ration zugeführt werden. Daher wird dieser Eingriff, der auch den geringsten Einfluss auf mögliche Begleiterkrankungen hat, nur noch sehr selten durchgeführt. 

3. Schlauchmagen
Diese Operation wird in den letzten Jahren mit zunehmender Häufigkeit durchgeführt. Gegenüber dem Magenband ist es vorteilhaft, dass kein Fremdkörper eingebracht werden muss. Im Gegensatz zum Bypass bleibt naber der normale Verdauungsweg weitgehend erhalten. Die vorläufigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Gewichtsverlust fast vergleichbar ist mit einer Bypass-Operation. Im Langzeitverlauf scheint aber eine höhere erneu­te Gewichtszunahme als beim Bypass vorzuliegen. Nachteilig ist die lange Naht am Magen mit dem erhöhten Risiko einer Naht­undichtigkeit. Der Eingriff ist, an­ders als beim Magenband, nicht umkehrbar. Gut geeignet ist die­se Operation insbesondere bei Patienten mit einem sehr hohen BMI (>50), möglicherweise auch als erster Schritt einer sogenanten Stufentherapie.

4a. Magenbypass Roux-Y
Die Gewichtsabnahme bei die­sem Verfahren ist relativ sicher und schnell. In den ersten zwei Jahren kann ein Übergewichts­verlust von circa 70 bis 80 Prozent erzielt werden. Nach dieser Zeit pendelt sich das Gewicht meist auf einem stabilen Niveau ein. Bei der Operation wird der Magen komplett durchtrennt und ein kleiner Vormagen gebildet. Der Restmagen und Zwölffinger­darm werden durch einen Bypass bei der Speiseaufnahme umgan­gen. Dieses Operationsverfahren ist recht komplex und sollte da­her nur von erfahrenen Chirur­gen ausgeführt werden. 

4b. Magebypass Omega-Loop
Auch Mini-Bypass, MGB (Mini Gastric Bypass}, OAGB (One Anastomosis Gastric Bypass) oder SAGB (Single-Anastomo­sis Gastric Bypass) genannt. Ein weiteres, sehr effektives Operationsverfahren stellt der sogenannte Omega-Loop-Bypass dar. Bei dieser erstmals 1997 ange­wandten Technik wird neben der schlauchartigen Bildung eines Vormagens ein circa 150-200 cm langer Dünndarmanteil aus der Nahrungspassage ausgeschaltet. Diese Kombination aus Schlauch­magen und Bypass zeigt neben sehr guten Langzeitergebnissen (Gewichtsverlust vermutlich bes­ser als beim Roux-Y Bypass bzw. Schlauchmagen) insbesondere auch eine deutliche Verbesse­rung vorliegender Begleiterkran­kungen. Zudem ist diese Metho­de sehr gut bei Patienten mit nur unbefriedigender Gewichts­abnahme nach Schlauchmagen als zweiter Schritt geeignet.

Nebenwirkungen/Roux-Yund Omega-Loop:
Mögliche Nebenwirkungen der Bypass Operation sind Mangelerscheinungen, häufige Stuhlgänge etc. Diese sind stärker ausgeprägt als beim Schlauchmagen. Rege/mäßiger Ersatz von Vitaminen und Spurenelementen ist lebenslang erforderlich.

Die Nachsorge
Auch nach der Operation lassen wir sie nicht allein: die dauerhafte Nachbetreuung ist ein wichtiger Bestandteil der bariatrischen Operationen. Sie muss fachkundig von allen beteiligten Spezialisten gemeinsam mit dem Hausarzt durchgeführt werden.

Eine lebenslange Begleitung durch Ernährungsmediziner/Diätassistenten/Ökotrophologen ist ebenfalls sinnvoll. Zusätzlich müssen in bestimmten Zeitabständen Laborwerte bestimmt werden, um Mangelzustände frühzeitig zu erkennen bzw. zu verhindern. Der Chirurg muss in der Anfangsphase nach einer Operation obligatorisch die anatomischen Veränderungen im Auge haben, um eventuelle Komplikationen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch längerfristig kann mitunter der Bedarf nach weiteren chirurgischen Maßnahmen entstehen. Insbesondere sind in vielen Fällen plastisch-chirurgische Operationen erforderlich, nicht nur aus ästhetischen Gründen.

In unserem Krankenhaus ist rund um die Uhr ein entsprechend erfahrener Arzt erreichbar, damit bei jedem Problem kurzfristig Abhilfe geschaffen werden kann. Es ist uns in jeder Hinsicht ein Anliegen, dass Patienten nach einer Operation dauerhaft für eventuelle Probleme sensibel bleiben. Lieber einmal mehr nachfragen, als ein sich anbahnendes Problem zu vernachlässigen, welches dann unter Umständen weitere Komplikationen nach sich zieht.