Das eigene Leben wieder in die Hand nehmen

Vielen Betroffenen Mut machen, das eigene Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen und ihm eine positive Wende zu geben, das ist der innige Wunsch von Doris P., die selbst im Adipositaszentrum Ostwestfalen behandelt wurde und auch weiterhin von unserem Team begleitet wird.

In einem persönlichen Gespräch gewährt Doris P. offen Einblicke in ihre Erfahrungen mit der Adipositaserkrankung, ihren Leidensweg, die Therapie und den schließlich erfolgten operativen Eingriff am Krankenhaus Lübbecke-Rahden.

Frau P., wie lang war Ihr Leidensweg und welche Erfahrungen mussten Sie machen, ehe bei Ihnen die Adipositaserkrankung medizinisch festgestellt und eine Therapie eingeleitet wurde?
Wann begann mein Leidensweg überhaupt? Ich kann es gar nicht so genau sagen. Nach der Geburt meiner Kinder habe ich gefühlt das erste Mal richtig intensiv abgenommen. Heute im Nachhinein würde ich sagen, dass all diese vielen Diäten dazu beigetragen haben, dass ich letztlich immer dicker wurde. Nach einer Gewichtsabnahme von 10 Kilo folgten mindestens 12 die wieder drauf kamen, über die Jahre wurden es so immer mehr.

Wie gestaltete sich die Zeit nach der Diagnose, wie veränderte sich Ihr bisheriger Tages- und Lebensablauf während und nach der Therapie, worauf müssen sich Betroffene einstellen?
Mein Tagesablauf hat sich darin verändert, dass ich jetzt wieder viele Dinge viel schneller und leichter erledigen kann als zuvor. Ich gehe auch anders vor die Tür, ich muss mich jetzt nicht mehr verstecken, werde nicht mehr wegen meines Übergewichts gemustert. Wichtig ist aber insbesondere vor der Operation schon zu begreifen, dass sich das gesamte Leben massiv ändern wird und man hierfür auch bereit sein muss. Dr. Werner sagte, es muss vor einer Operation immer erst im Kopf Klick machen, nur dann kann eine Operation langfristig auch Erfolg bringen. Außerdem sollte man sich immer nur realistische Ziele setzen. Eine Modelfigur kann man sicher nicht mehr bekommen, dafür ist die Haut einfach zu ausgeleiert.

Wie ist Ihre Wahl auf das Adipositaszentrum Ostwestfalen gefallen?
Durch meine Freundin, die mittlerweile auch von Dr. Werner operiert worden ist. Ich hatte zwar schon immer mit dem Gedanken gespielt, aber da vor Jahren schon mal eine Magenband-OP von meiner Krankenkasse abgelehnt wurde, habe ich mich mit einem neuen Anlauf etwas schwer getan. Meine Freundin hat sich ausgiebig informiert und alle Infos an mich weitergeleitet. Nach meinem ersten Vorstellungstermin bei Dr. Werner im Adipositaszentrum Ostwestfalen ging es bei mir dann glücklicherweise recht schnell bis zur OP Zusage. Ich weiß aber, dass andere Adipositaskranke wesentlich mehr Geduld und Durchhaltevermögen bis zu einer Kostenübernahme für eine Operation aufbringen müssen.

Wie haben Sie die Betreuung im Adipositaszentrum und durch die beteiligten Netzwerkpartner der einzelnen Therapieformen (Ernährung, Bewegung, evtl. Verhalten) erlebt?
Im Krankenhaus Lübbecke fühlte ich mich von Anfang an sehr gut behandelt, ganz anders als ich es als Übergewichtige bisher gewohnt war. Auch bei der durch das Zentrum vermittelten Ernährungsberaterin und der Bewegungstherapie fühlte ich mich richtig gut betreut. Eine Verhaltenstherapie war bei mir nicht erforderlich.

Wie haben Sie schließlich die Kostenübernahme Ihrer Krankenkasse für den operativen Eingriff bewilligt bekommen? Welche Hürden mussten Sie meistern?
Im Gegensatz zu vielen anderen Patienten war das bei mir recht einfach. Nach der ersten Vorstellung im Zentrum und Einreichen der erforderlichen Unterlagen (Ernährungstherapie etc.) habe ich mit dem Zentrum zusammen einen ausführlichen Antrag auf die Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt. Nach dem Besuch beim Medizinischen Dienst habe ich dann auch schnell eine Kostenübernahme zur Operation bekommen.

Welche Bedeutung hat für Sie die Nachsorge in Ihrem „neuen“ Leben?
Ich weiß, dass die Operation – ich hatte einen sog. Schlauchmagen – nur der erste Schritt für mich war. Ich habe zwar jetzt schon sehr viel Gewicht abgenommen, aber das Problem ist ja vorher bei allen Diäten immer das Halten des niedrigeren Gewichts gewesen. Deshalb mache ich weiter eine Ernährungstherapie und bewege mich jetzt auch deutlich mehr. Das kann ich ja jetzt wieder viel besser. In der Selbsthilfegruppe im Krankenhaus habe ich auch schon ein paarmal von meinen Erfahrungen berichtet. Außerdem bin ich natürlich weiter regelmäßig im Adipositaszentrum zur Kontrolle. Das bedeutet für mich auch immer den Ansporn, mein Gewicht weiter unter Kontrolle zu halten.