Erkrankungen der Nieren und Harnleiter

Steinerkrankungen

Einer der häufigsten Notfälle in der Urologie ist die akute Harnleiterkolik. Sie ist meistens durch einen Nierenstein bedingt, der in den Harnleiter gerutscht ist und dort zu einem Aufstau von Urin führt. Wenn der Harnleiterstein nicht spontan abgeht, muss oft ein Abfluss für den Urin aus der Niere ermöglicht werden. Dieses erfolgt durch die Einlage eines dünnen Schlauches, einer sogenannten Harnleiterschiene (Double-J, Stent).

Bei entsprechender Lage und Größe des Steines ist eine Stoßwellenzertrümmerung (ESWL) möglich. Ist der Stein zu groß oder ungünstig gelegen, muss er durch eine Operation durch den Harnleiter entfernt werden (Ureterorenoskopie). Dazu nutzt man den Weg, den der Urin nimmt, aber rückwärts, sodass kein Schnitt benötigt wird. Der Stein kann dann im Harnleiter oder im Nierenbecken mit dem LASER zertrümmert werden. 

Größenvergleich der verwendeten Instrumente einer Harnleiter- oder Nierenbeckenspiegelung: Blauer Draht bei 12 Uhr: Lasersonde, schwarzes Instrument mit silberner Spitze: flexibles Ureterorenoskop, Drahtgeflecht von 9 Uhr: Steinfangkörbchen mit einliegendem Stein.
Von links: Bild 1: Kristalliner Stein 2 cm im Nierenbecken. Bild 2: Laserung des Steins im Nierenbecken. Bild 3: Zerstörter Stein, Steinfragmente nach Laserung.

 

Wenn sich in der Niere ein großer Stein gebildet hat, der mittels einer Stoßwellenzertrümmerung nicht therapierbar ist, kommt eine Schlüssellochoperation durch die Flanke in Betracht (Perkutane Nephrolitholapaxie). Wir führen diese Operation im Gegensatz zu vielen anderen Kliniken für den Patienten schonender in Rückenlage durch. Durch diese Technik ist es möglich, zugleich auch Steine im Harnleiter zu operieren.

Tumorerkrankungen

Nierentumoren werden häufig zufällig während Routineuntersuchungen entdeckt. In unserer Klinik können tumortragende Nieren mittels Schlüsselloch-OP (laparoskopische Nephrektomie) entfernt werden. Oft kann aber die betroffenen Niere bewahrt und nur der Tumor aus der Niere entfernt werden.

Wenn sich Absiedlungen im Körper der Betroffenen gebildet haben, können Medikamente diese Absiedlungen zurückdrängen. Für diese ambulant durchführbare Behandlung besitzen wir die Kassenzulassung.

Fehlbildungen und Harnabflusstörungen

Wenn der Urin aus der Niere nicht ausreichend schnell in den Harnleiter abfließt (Nierenbeckenabgangsenge) oder von der Harnblase beim Wasserlassen in die Niere gedrückt wird (Reflux), kommt es zu Entzündung, Schmerzen, oder sogar zum Verlust der Nierenfunktion. In unserem Hause werden laparoskopische Eingriffe zur Erweiterung des engen Nierenbeckenabgangs durchgeführt. Der enge oder refluxive Harnleiter muss mittels spezieller Plastiken behandelt werden (Psoas-Hitch-Plastik, Boari-Plastik, Antireflux-Operation).