Abteilung für Suchtpsychiatrie

Qualifizierte stationäre Entzugsbehandlung Suchtmittelabhängiger

Wer kann bei uns behandelt werden?
Das Medizinische Zentrum für Seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken in Lübbecke bietet 31 Behandlungsplätze für erwachsene Suchtmittelabhängige auf der Station 3A an.

Behandelt werden: 

  • alkoholabhängige Menschen, die eine Abstinenz anstreben oder Ihr Trinkverhalten ändern möchten
  • medikamentenabhängige Menschen und Menschen mit Abhängigkeit von mehreren Suchtmitteln, die eine vollständige Abstinenz oder Teilabstinenz anstreben.
  • drogenabhängige Menschen, die eine Abstinenz anstreben und von Opiaten oder anderen Drogen entgiften oder die unter Substitution vom Beikonsum (u. a. Alkohol, Benzodiazepine) entgiften wollen.

Welche Therapieziele der stationären Behandlung werden angestrebt?

  • Finden von individuellen Zielsetzungen im Umgang mit der Abhängigkeitserkrankung
  • Körperlicher und psychischer Entzug vom individuell konsumierten Suchtmittel, bei Substitution drogenabhängiger Patienten auch Beikonsumentzug
  • Sicherung der körperlichen und seelischen Gesundheit bzw. Erreichen psychischer und physischer Stabilität
  • Abklärung und Therapie der Suchtbegleit- und Folgekrankheiten
  • Bewältigung psychosozialer Krisen
  • Förderung einer Abstinenzmotivation
  • Förderung von Krankheitsverständnis und -einsicht
  • Vorbereitung nachfolgender Behandlungen und/oder psychosozialer Eingliederungsmaßnahmen
  • Beeinflussung negativer Affekte und Verhaltensweisen durch Erarbeitung positiver Ziele und Perspektiven

Was ist vor der Aufnahme zu beachten?
Für die stationäre Behandlung ist in der Regel eine ärztliche Einweisung erforderlich. Im Notfall kann eine Aufnahme jedoch auch ohne Einweisung erfolgen.
Die Aufnahmetermine werden direkt von der Station 3A vergeben. (Tel. 05741 / 35 - 4301).

Die stationären Gegebenheiten lassen in der Regel eine gleichzeitige Behandlung von Paaren nicht zu. Patienten, die freiwillig zur stationären Aufnahme kommen, müssen in die Aufnahme- und Behandlungsmodalitäten schriftlich einwilligen.

Wie ist die Station 3A organisiert und ausgestattet?
Die Station 3A ist eine fakultativ geschützte psychiatrische Aufnahmestation für alkohol-, medikamenten- und drogenabhängige Männer und Frauen.

Das bedeutet, dass die Station in der Regel offen geführt wird, es jedoch hinsichtlich des Ausgangs gemäß der gesundheitlichen Verfassung und des Therapiefortschritts verbindliche Regeln und Absprachen gibt.

In Ausnahmefällen kann auch die Notwendigkeit entstehen, die Station geschlossen zu führen. Die Ausgangsregelung der Patienten ist hierdurch jedoch nicht betroffen.

Die Unterbringung auf der Station erfolgt vorwiegend in 2-Bettzimmern. Darüber hinaus stehen den Patienten ein großer unterteilter Gemeinschaftsraum mit Fernsehen, ein Speiseraum, eine Patientenküche, ein Raucherraum sowie weitere Aufenthaltsräumlichkeiten und Freizeitbeschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Das multiprofessionelle Behandlungsteam besteht aus:

  • Chefarzt
  • Oberarzt
  • Stationsärzten/-innen
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen
  • Fachkrankenpfleger/-innen
  • Psychologen/-innen
  • Sozialarbeiter/-innen
  • Ergotherapeuten/-innen
  • Physiotherapeuten/-innen

Die Therapieauswahl und -zusammenstellung sowie die Behandlungsdauer richten sich nach den individuellen Erfordernissen und Bedürfnissen unter Berücksichtigung begleitender Erkrankungen der Patienten. Sofern indiziert, medizinisch vertretbar und nach Absprache mit den Therapeutinnen und Therapeuten ist die Teilnahme an den angebotenen Therapiebausteinen verpflichtend.

Die qualifizierte Entzugsbehandlung dauert im Rahmen des strukturierten Behandlungskonzepts in der Regel 10 bis 14 Tage. Schwere Verläufe und begleitende körperliche oder psychische Störungen können auch eine längere Behandlungsdauer erforderlich werden lassen.

In der Regel muss von Drogen- und Medikamentenabhängigen für einen methadon- und buprenorphingestützten Opiatentzug oder fraktionierten Medikamentenentzug (z. B. von Benzodiazepinen) eine etwas längere Behandlungsdauer eingeplant werden. 
Der Entlassungstermin wird gemeinsam mit dem Patienten in der Visite festgelegt. 
Im Bedarfsfall werden für Angehörige nach Vereinbarung gemeinsam mit dem Patienten Beratungsgespräche angeboten.

Für interessierte Angehörige veranstalten wir jeden ersten Dienstag im Monat um 19.00 Uhr in Zusammenarbeit mit verschiedenen Selbsthilfegruppen einen Informationsabend. Für die Teilnehmer ist es nicht notwendig, dass der betroffene Abhängige Patient der Station ist oder war.

Kontakt:
Für eine unverbindliche Information oder Kontaktaufnahme stehen wir Ihnen gern unter der Rufnummer 05741/35-4301 zur Verfügung.

Medizinisches Zentrum für Seelische Gesundheit
Chefarzt: Prof. Dr. med. Udo Schneider

Abteilung für Suchtpsychiatrie
Ärztlicher Leiter: Dr. med. Andreas von der Lühe

Virchowstraße 65
32312 Lübbecke
Telefon: 05741 35-4301
Telefax: 05741 35-2743
E-Mail: p3a(at)muehlenkreiskliniken.de