Notfall

Bei Lebensgefahr 112

Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117

Kinderärztlicher Notfalldienst 116 117

Notaufnahmen Zu den MKK-Notaufnahmen

Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (JWK)

Leitung Prof. Dr. med. Bernhard Erdlenbruch

Hans-Nolte-Straße 1
32429 Minden
Telefon: 0571 790-4001
Fax: 0571 790-294000
E-Mail: kinderklinik-minden(at)muehlenkreiskliniken.de

Arbeitsfeld und Methoden:

  • Seltene Erkrankungen
  • Pharmakologie / Pharmakovigilanz (Cluster-randomisierte Studie mit 6 Sequenzen und gestuftem Interventionsbeginn (Stepped-Wedge-Design).
  • Hirntumoren / pädiatrische Onkologie

Aktuelle Themen/Projekte:

  • Untersuchungen zur Prävalenz und Epidemiologie der Hypophosphatasie 
  • KidSafe: Implementierung und Evaluation einer neuen Versorgungsform
  • Teilnahme an den entsprechenden Phase I/II-Studien, der AMG-Studien sowie der wissenschaftlichen Begleitprojekte der pädiatrischen Onkologie im Rahmen der Patientenversorgung

Zusammenfassung:
Die Ziele des Projektes Hypophosphatasie sind:

  • die Identifikation geeigneter laborchemischer, klinischer und anamnestischer Parameter, die zukünftig zur Diagnosestellung dieser Verlaufsform herangezogen werden können und 
  • die Erarbeitung eines Algorhythmus zur Erkennung von Patienten mit einer solchen latenten Hypophosphatasie.
  • Im Rahmen des Promotionsvorhabens soll außerdem die bisher angenommene Inzidenz und Prävalenz der HPP überprüft werden, da vermutet wird, dass die adulte Form und die Odontohypophosphatasie wesentlich häufiger sind, als bisher angenommen.   

Zur Identifikation möglicherweise erkrankter Personen ist ein dreistufiges Vorgehen geplant:

  • Eine retrospektive Betrachtung der erhobenen AP-Konzentrationen von unter 18-jährigen Patientinnen und Patienten am Johannes Wesling Klinikum Minden im Hinblick auf auffällig niedrige Werte im Zeitraum 06/2008 bis 06/2018.
  • Eine Identifikation möglicher Risikopatienten in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen des Kreises Minden-Lübbecke aufgrund von Hypophosphatasie-assoziierten Zahnveränderungen im Zeitraum 06/2017 bis 06/2018.
  • Eine retrospektive Betrachtung der erhobenen AP-Konzentration von Patientinnen und Patienten der rheumatologischen Ambulanz am Universitätszentrum Innere Medizin des Johannes Wesling Klinikums Minden im Hinblick auf auffällig niedrige Werte im Zeitraum 01/2012 bis 12/2017.
  • Studie KidSafe: Kinder sind bei der Versorgung mit Arzneimitteln im Hinblick auf deren Sicherheit und nachgewiesene Wirksamkeit benachteiligt. Internationale Studien belegen, dass im stationären Bereich ca. 42-90% aller Kinder und Jugendlichen Medikamente außerhalb ihrer Zulassung („off-label use“) erhalten und ca. 10-65% der verordneten Arzneimittel ohne Zulassung (unlicensed use) eingesetzt werden. Studien auf neonatalen Intensivstationen ergaben Prävalenzen von teilweise über 90%. Im ambulanten Bereich werden ca. 46-64% aller Kinder und Jugendlichen mittels off-label-Anwendung behandelt und etwa 11-31% aller Verordnungen sind dabei außerhalb der Zulassung. Aufgrund von off-label-Anwendungen, fehlenden altersgerechten Darreichungsformen und komplexen Dosisberechnungen treten Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und Medikationsfehler (MF) bei Kindern besonders häufig auf. MF mit dem Potenzial, Patienten zu schädigen, traten in einem Kinderkrankenhaus im Vergleich zu Erwachsenen dreimal häufiger auf (29 versus 9,1 pro 1.000 Behandlungstagen). MF treten in allen Phasen des Medikationsprozesses auf, besonders kritisch ist jedoch die ärztliche Verordnung und - bei kleinen Kindern - die Notwendigkeit der Gabe von Teilmengen (Verdünnungen bei intravenöser Gabe und Teilung von Tabletten) sowie die Applikation von, Medikamenten über eine Sonde [6]. Es ist davon auszugehen, dass 3% bis 5% aller stationären Aufnahmen von Kindern aufgrund einer aufgetretenen UAW erfolgen. Die Aufdeckung und Meldung von UAW ist bei Kindern aufgrund der häufigen off-label-Verordnung ,ein besonders wichtiges Instrument der Pharmakovigilanz, weil darüber wichtige Signale zu möglichen Sicherheitsrisiken von Arzneimitteln generiert werden können. Die Melderate bei Kindern ist jedoch gering. Sie betrug 2008 im Vergleich zu der bei Erwachsenen nur die Hälfte (0,45) der Meldungen pro eine Million Personen und muss im Interesse der Sicherheit der Kinder verbessert werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Versorgungsdefizit bei der Arzneimitteltherapie in der Kinder- und Jugendmedizin durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist: 1. Fehlende Informationen zur Anwendung von off-label-Medikamenten, nicht nur bezüglich des Arzneimittels und der Dosis, sondern auch hinsichtlich der Darreichungsform; 2. Im Vergleich zur Erwachsenenmedizin erhöhte Rate an vermeidbaren UAW und MF; 3. Fehlende systematische und kontinuierliche Überwachung der für Kinder und Jugendliche verschriebenen Medikamente. Ziel des Projektes KiDSafe ist es, Versorgungsdefizite in der medikamentösen Therapie von Kindern und Jugendlichen durch die Einführung einer rationalen, evidenzbasierten Pharmakotherapie zu vermindern und die medizinische Versorgung mit Arzneimittel bei Kindern zu verbessern und sicherer zu machen. Durch eine pragmatische Umsetzung des pädiatrisch-pharmakologischen Wissens in die Praxis soll die medikamentöse Therapie strukturierter und sicherer werden und weniger pädiatrische Patienten vermeidbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und Medikationsfehler (MF) erleiden. KiDSafe ist ein Projekt, das das Bewusstsein für die korrekte Anwendung von Pharmaka bei KindernZiel: Das Ziel des KiDSafe Projektes ist es, die Sicherheit bei der Verordnung von Arzneimitteln für Kinder und Jugendliche zu erhöhen. Dies soll durch die regelmäßige Teilnahme niedergelassener Ärzte an pharmakologischen Qualitätszirkeln (=PaedZirk), die Nutzung eines webbasierten Arzneimittelinformationssystems (=PaedAMIS) und die Stimulation praxisseitiger Spontanmeldung unerwünschter Arzneimittelereignisse (UAE) (=PaedReport) erreicht werden. Mit Hilfe der neuen Versorgungsform PaedPharm (PaedAMIS+PaedZirk+PaedReport) soll der Anteil UAE-bedingter stationärer Aufnahmen um ein Drittel (von 3% auf 2% aller Aufnahmen) gesenkt werden. Nach Abschluss des Projektes soll PaedPharm verstetigt werden, indem sie in die Regelversorgung aufgenommen wird.