Notfall

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Fachpflege für Anästhesie- und Intensivmedizin

Die demografische Entwicklung in Deutschland ist gekennzeichnet durch chronische Krankheitsbilder der zu betreuenden und oft hochbetagten Menschen in der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung. Die pflegerische und medizinische Versorgung wird somit immer komplexer. Dies gilt auch – und insbesondere – für die Intensivpflege.

Aufbauend auf der Grundausbildung sind daher die in diesen Bereichen tätigen Fachkräfte speziell auf die Anforderungen von Schwerstkranken geschult. Die zweijährige Weiterbildung wird in der Regel berufsbegleitend erworben. Intensivpflegefachkräfte bewältigen komplexe Pflegesituationen wie zum Beispiel die Pflege von bewusstseins-, wahrnehmungs- und entwicklungsbeeinträchtigte Menschen sowie von atmungs-, herzkreislaufbeeinträchtigten, abwehrgeschwächten Menschen im prä-, intra- und postoperativen Umfeld.

Intensiv- und Anästhesiepflegefachkräfte arbeiten teamorientiert und interprofessionell mit verschiedenen anderen Berufsgruppen wie Chirurgen, Anästhesisten und anderen Funktionsdiensten zusammen. Denn nur zusammen können die komplexen Krankheitsverläufe der Patienten einer Intensivstation behandelt werden. Voraussetzungen für die Arbeit in der Intensivpflege sind Flexibilität, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft und auch speziell die Fähigkeit und Bereitschaft, sich mit negativen und frustrierenden Situationen auseinanderzusetzen, denn trotz aller medizinischen Möglichkeiten sind die Lebensgefahr und der Tod von Menschen immer vorhanden.

Eine der zentralen Aufgaben, neben der pflegerischen Dienstleistung, ist die ständige Überwachung der Vitalfunktionen wie Atmung, Herzrhythmus, Sauerstoffsättigung des Blutes und vieles mehr. Bei Unregelmäßigkeiten oder medizinischen Problemen ist oft ein sofortiges Eingreifen der Pflegefachkräfte für das Überleben des Patienten erforderlich. Die Verantwortung ist dementsprechend groß. Ferner gehören die Assistenz bei medizinischen Eingriffen, das Anlegen eines zentralen Venenzugangs oder eine Bronchoskopie zu den Aufgaben einer Intensivpflegefachkraft. 

Nicht zu vernachlässigen ist die technische Herausforderung. Intensivmedizin wird häufig durch medizinische Apparate unterstützt, die für die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen bei den Patienten sorgen. Die technischen Geräte müssen richtig bedient werden. Ohne technisches Verständnis geht kaum etwas. 

Die theoretischen Inhalte der Weiterbildung von etwa 780 Stunden werden in verschiedenen Modulen vermittelt und durch Praxisanleiter mit den praktischen Lehrinhalten verknüpft. Die praktische Weiterbildung findet in der Regel im Rotationsverfahren an den Einrichtungen der Mühlenkreiskliniken statt. Sie wird als zweijähriger, berufsbegleitender Lehrgang angeboten. Der Kurs endet mit einer staatlich anerkannten Prüfung.