„Alle sind bei Instagram. Wir jetzt auch!“

Akademie für Gesundheitsberufe mit eigenem Instagram-Profil

Kim-Julienne Roth, Lena Bonin und Melissa Reinert betreuen den Instagram-Account der Akademie für Gesundheitsberufe.

„Hi, ich bin Alexandra, ich bin 23 Jahre alt, komme aus dem Kalletal und mache an der Akademie für Gesundheitsberufe in Minden meine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin“, so stellt sich Alexandra Hübert in einem der ersten Videos des Instagram-Accounts der Akademie für Gesundheitsberufe vor. Die 23-Jährige steckt gerade in den Vorbereitungen für ihr Examen und berichtet von den bevorstehenden Prüfungen und den Inhalten, die abgefragt werden. Seit Anfang des Jahres ist das Profil „mkk_akademie“ online, auf dem es Videos, Beiträge und Infos aus dem Alltag der Mindener Akademie für Gesundheitsberufe gibt. Hinter dem Account stecken drei Pädagoginnen der Gesundheitsfachschule: Lena Bonin, Melissa Reinert und Kim-Julienne Roth. Sie informieren über Aktuelles und stellen verschiedene Auszubildende vor. Dabei wissen sie genau, worauf es im Pflegeberuf ankommt, denn alle drei haben eine Ausbildung in der Pflege absolviert und während ihres anschließenden Studiums immer weiter in verschiedenen Pflegebereichen gearbeitet. Im Interview berichten Lena Bonin, Melissa Reinert und Kim-Julienne Roth, wie es zum Instagram-Account gekommen ist, wie der Unterricht an der Akademie für Gesundheitsberufe in Zeiten von Corona aussieht und was künftig noch geplant ist.

Wie ist es zum neuen Instagram-Account gekommen?

Lena Bonin: Wir hatten schon länger darüber nachgedacht, einen Instagram-Account ins Leben zu rufen. Letztendlich hat uns im vergangenen Jahr aber der Junge-Pflege-Preis, an dem zwei Gruppen aus unseren Pflegekursen teilgenommen haben, darauf gebracht. Eine Gruppe hat auf Instagram eine Umfrage gestartet, die sehr gut angekommen ist. Wir haben die Idee des eigenen Kanals dann wieder aufgegriffen und uns Gedanken über den Aufbau gemacht.

Kim-Julienne Roth: Junge Menschen informieren sich heute anders, sind in sozialen Medien unterwegs und schauen bei Instagram oder Facebook. Mit dem Kanal wollen wir potenzielle Azubis direkt ansprechen. Wenn man in unseren Kursen fragt, sind alle bei Instagram angemeldet. Viele Schülerinnen und Schüler folgen unserem Kanal bereits und die Followerzahl steigt stetig.

Woher stammen die Ideen zu Beiträgen und Storys?

Melissa Reinert: Bevor wir online gegangen sind, haben wir Ideen gesammelt, uns mit Kolleginnen und Kollegen über mögliche Inhalte ausgetauscht und uns informiert, was junge Leute interessiert. Da ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung in der Pflege absolviert, haben wir uns vorerst auf die Pflege konzentriert. Dabei rausgekommen ist unter anderem der Fachwort-Freitag. Jeden Freitag stellen wir einen Fachbegriff samt Erklärung online, der sich in einer Ausbildung, die die Akademie anbietet, wiederfindet.

Wie viel Arbeit steckt in einem Beitrag?

Kim-Julienne Roth: Hinter jedem Post stehen verschiedene Schritte, wie Bilder machen oder Videos erstellen. Wir bekommen viel Feedback von unseren Azubis, das enorm hilfreich ist. Außerdem tauschen wir uns beinahe täglich miteinander aus. Dabei fließen immer auch Themen aus dem Alltag oder Unterricht mit ein.

Melissa Reinert: Viele Schülerinnen und Schüler melden sich bei uns mit eigenen Ideen. Es werden dann auch gleich Vorschläge gemacht, wie lang ein Clip sein soll, was als Swipe gepostet werden kann und so weiter. Ein Beispiel ist ein Post zum Thema Leukämie. In einem Video werben zwei angehende Pflegefachfrauen für eine Registrierung als Stammzellenspender oder -spenderin bei der deutschen Knochenmarkspenderdatei – der DKMS.

Was ist bei Instagram noch geplant?

Lena Bonin: Als Nächstes wollen wir weitere Personen aus der Akademie vorstellen, zum Beispiel den Direktor Oliver Neuhaus, aber auch Auszubildende, die in verschiedenen Bereichen arbeiten und unterschiedliche Phasen der Ausbildung durchlaufen. Unser nächstes Ziel ist dann, die 1.000-Follower-Marke zu knacken.

Wie sieht aktuell der Unterricht in der Akademie aus?

Kim-Julienne Roth: In der letzten Zeit war der Unterricht stark durch Corona geprägt und fand zum Teil in Präsenz, zum Teil in Form von Videokonferenzen statt.

Melissa Reinert: Der praktische Unterricht kommt derzeit immer noch oft zu kurz, lebt er doch von praktischen Übungen und der persönlichen Interaktion. Neben dem Unterricht gehört aber auch die Praxisbegleitung in den Häusern der Mühlenkreiskliniken zu unseren Aufgaben. Ziel ist es, die Theorie und Praxis zu verknüpfen und die Azubis optimal auf die praktischen Prüfungen vorzubereiten, damit sie dann nicht mehr ganz so aufgeregt sind. Dabei leiten wir sie an und geben Feedback. Eine Lehrkraft von uns ist dann auch bei den Prüfungen dabei, um diese abzunehmen.

Was gehört sonst noch alles zum Job?

Kim-Julienne Roth: Neben dem Unterricht und der Praxisbegleitung pendeln wir zwischen Unterrichtsvor- und -nachbereitung, Schüler- und Bewerbungsgesprächen, Prüfungen, Examen, Klausuren, Videokonferenzen, Projektarbeit, Curriculumentwicklung und seit Kurzem eben auch Instagram.

Warum haben Sie sich für den Job als Lehrerin an der Akademie entschieden?

Kim-Julienne Roth: Guter Pflegenachwuchs ist wichtig. Ich habe das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, indem ich mein Wissen vermittle und weitergebe. Das Schöne und ein großer Vorteil ist, dass wir alle noch nicht so weit von der Arbeit auf den Stationen weg sind. Wir kennen uns aus und können unsere Erfahrungen mit den Auszubildenden teilen.

Infokasten:

Von einer Ausbildung in der Pflege, in der radiologischen oder laboratorischen Assistenz bis hin zum Notfall- oder Rettungssanitäterkurs bietet die Mindener Akademie für Gesundheitsberufe verschiedene Möglichkeiten, in einen pflegerischen oder medizinisch-technischen Beruf einzusteigen. Mehr als 750 Auszubildende absolvieren derzeit eine Ausbildung oder ein praxisintegriertes Studium. Alle Infos zum Karrierestart in der Akademie für Gesundheitsberufe gibt es unter www.muehlenkreiskliniken.de/ausbildung

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