Die Stimme der Bundesfreiwilligendienst-leistenden

Die 19-jährige Alexandra Papasimos absolviert ihren Freiwilligendienst im Johannes Wesling Klinikum Minden

Die 19-jährige Alexandra Papasimos absolviert den Bundesfreiwilligendienst im Johannes Wesling Klinikum Minden.

In den Mühlenkreiskliniken engagieren sich aktuell mehr als 60 Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder Bundesfreiwilligendienst. Eine von ihnen ist Alexandra Papasimos, die bis zum Start ihres Medizinstudiums als Bundesfreiwilligendienstleistende im Johannes Wesling Klinikum Minden arbeitet. Im Rahmen ihres ehrenamtlichen Einsatzes hat sie einen besonderen Posten übernommen: Sie ist eine von deutschlandweit sieben Bundessprecher*innen und vertritt damit die Belange von mehr als 40.000 Freiwilligendienstleistenden.

Vor fast einem Jahr hat Alexandra Papasimos den Eignungstest für das Medizinstudium erfolgreich absolviert und wenig später eine Studienplatzzusage für das Sommersemester 2022 in Berlin erhalten. Den Studienbeginn hat sie jedoch um ein halbes Jahr nach hinten verschoben. „Ich möchte erst meinen Bundesfreiwilligendienst beenden und meiner Aufgabe als Bundessprecherin nachkommen“, sagt die angehende Medizinerin, die auf den Stationen C18 und C19 des Mindener Universitätsklinikums unter anderem an Krebs erkrankte Patientinnen und Patienten betreut. „Es ist ein tolles Team. Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie über ihren Job, der nicht immer leicht ist. Zu Alexandra Papasimos‘ Aufgaben gehört es, das Stationsteam zu unterstützen. Dabei übernimmt sie vieles eigenständig, unterstützt etwa bei der Grundpflege oder verteilt das Essen an die Patientinnen und Patienten. „Es ist viel Eigeninitiative gefragt. Mit der Zeit bekommt man ein Gespür dafür und sieht die Arbeit, die zu erledigen ist“, sagt sie.

Schon zu Schulzeiten hat sich Alexandra Papasimos viel engagiert, war Klassen- und Kurssprecherin, hat sich außerschulisch für die Ausbesserung von Schlaglöchern eines Schulwegs eingesetzt, die ihr aufgefallen waren. Als sie vom Amt als Bundessprecherin hörte, sei sie sofort interessiert gewesen, sagt sie. Mit dem Wahlspruch „Engagement – aber mit fairen Rahmenbedingungen“ gehörte sie zu mehr als 60 Bewerber*innen. Im November vergangenen Jahres wurde sie gewählt und vertritt seither als eine von insgesamt sieben Bundessprecher*innen die Interessen der Freiwilligendienstleistenden auf Bundesebene. „Eins meiner Ziele als Bundessprecherin ist es, dass die Arbeit mehr gesellschaftliche Anerkennung erlangt. Außerdem setze ich mich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen verbessert werden“, sagt sie. Ein besonderes Anliegen, welches die Sprecher*innen haben, sei zudem die Aktion „Freie Fahrt für Freiwillige“, die fordert, dass Freiwilligendienstleistende den öffentlichen Personennahverkehr günstiger nutzen können. Für ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter ist sie Ansprechpartnerin für alle Belange des Bundesfreiwilligendienstes. Darüber hinaus repräsentiert sie deren Interessen auf politischer Ebene und berichtet an die Politik. Die Arbeit auf der Station und die Aufgaben als Bundessprecherin unter einen Hut zu bekommen, sei viel Arbeit, so Papasimos. „Das nimmt auch viel Freizeit in Anspruch. Aber wenn die Leidenschaft dafür da ist, kann man es schaffen. Und wenn ich durch meine Arbeit mehr Menschen für den Freiwilligendienst begeistern kann, dann lohnt es sich umso mehr.“ Nach dem Ende ihres einjährigen Freiwilligendienstes im Mindener Uniklinikum startet Alexandra Papasimos zum Wintersemester 2022/2023 ins Medizinstudium. „Das war schon immer mein Traum“, sagt sie. Für den Einstieg in den künftigen Beruf hat sie in den vergangenen Monaten viel lernen und neue Erfahrungen sammeln können. „Der Bundesfreiwilligendienst hilft mir. Das habe ich im Alltag schon oft gemerkt“, sagt sie. Um auch andere zu begeistern, wirbt sie eindringlich für den Freiwilligendienst: „Ob als Überbrückung bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn oder zum Sammeln von ersten Berufserfahrungen: Der Bundesfreiwilligendienst ist eine tolle Sache, um einen Beruf kennenzulernen. Man knüpft neue Kontakte, schließt Freundschaften, wird offener und flexibler und sammelt Erfahrungen fürs Leben. Ich kann es allen nur empfehlen.“

 

Weitere Infos zum Freiwilligendienst:

Die Mühlenkreiskliniken bieten den Bundesfreiwilligendienst und das Freiwillige Soziale Jahr an. Es kann an den Standorten in Minden, Rahden, Lübbecke und Bad Oeynhausen sowie in der AVK in verschiedenen Bereichen wie der Pflege, im Eltern-Kind-Zentrum, Labor, Transportdienst, in der Radiologie, im Herzkatheterlabor, der Technik, Medizintechnik, Bettenaufbereitung, Notaufnahme, Intensivstation, Endoskopie, Dialyse, Apotheke, in der zentralen Sterilgutversorgung, IT und im OP absolviert werden. Neben kostenlosen Seminaren gibt es ein monatliches Gehalt in Höhe von mindestens 330 bis 600 Euro.

Weitere Informationen über den Freiwilligendienst gibt es im Internet unter www.muehlenkreiskliniken.de/karriere

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