Im Rahmen ihrer Pflegefachausbildung haben Auszubildende der Akademie für Gesundheitsberufe ein halbes Jahr an einem Projekt gearbeitet, das Menschen mit Demenz auf besondere Weise erreichen soll: die Entwicklung eines Erinnerungskoffers.
Das Ergebnis wurde nun in der Akademie für Gesundheitsberufe vorgestellt.
Es sind sieben Erinnerungskoffer (zwei türkische, zwei russlanddeutsche, ein griechischer, einer für ehemalige DDR-Bürgerinnen, einer für Kinderdemenz) sowie ein Fühl-Muff mit verschiedenen Materialien und Gegenständen entstanden.
Die Inhalte der Koffer beziehen sich insbesondere auf die Lebensgeschichte von Menschen mit Migrationshintergrund. Eine Sammlung ausgewählter Gegenstände aus vergangenen Jahrzehnten. Dinge, die viele Menschen aus ihrer Kindheit, Jugend oder ihrem frühen Erwachsenenalter kennen. Zum Beispiel alte Fotos oder Postkarten, Haushaltsgegenstände, Handarbeitsmaterialien, alte Zeitschriften, religiöse Schriften.
Durch das Nutzen eines solchen Koffers soll die Beziehung zu dem Menschen mit Demenz gestärkt werden. Auch über das Fühlen ist das möglich, hier erfolgt die Aktivierung von Erinnerungen über die Sinne. Bei Menschen mit Demenz bleibt das Sinneserleben immer erhalten. Durch Berühren, Fühlen und Tasten können Sicherheit, Vertrautheit und manchmal auch Erinnerungen entstehen.
Leonie, Alice und Sofie aus dem Kurs GP 25-28 I: „Unser Anliegen ist es, durch vertraute Dinge Erinnerungen zu wecken, Emotionen anzusprechen und Lebensgeschichten wieder lebendig werden zu lassen. Diese Erinnerungen sind ein Schatz. Auch wenn das Kurzzeitgedächtnis nachlässt, bleiben Gefühle oft erhalten. Wir möchten, dass durch vertraute Gegenstände, Berührungen und Gespräche die Lebensqualität von Menschen mit Demenz gefördert, emotionale Nähe geschaffen und Wertschätzung vermittelt und den Menschen mit Demenz ein Stück Vergangenheit zurückgeben wird.“
Die Erinnerungskoffer sind somit unmittelbar für Menschen mit Demenz und für Menschen mit Demenz und internationaler Familiengeschichte von Bedeutung. Aber insbesondere auch für Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste, deren Pflegekräfte die Koffer genauso nutzen können wie Angehörige und Betreuungspersonen.
In den Erinnerungskoffern sind Nutzungsbeschreibungen in deutscher, türkischer und russischer Sprache beigefügt.
Die Erinnerungskoffer stehen ab sofort zur Ausleihe bereit. Kontakt über:
Koordination DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke
Dr. Christian Adam
Portastr. 13
32423 Minden
Tel.: 0571 / 807 23630
email: c.adam@minden-luebbecke.de


