Medizinische Premiere im Universitätsklinikum

Erstmalig endoskopische Gastroenterostomie erfolgreich durchgeführt

Das Team der Endoskopie: Gabriele Gärtner (v.l.n.r.), Leitung Endoskopie, Dottore Michele Sorleto, geschäftsführender Oberarzt, Professor Dr. Carsten Gartung, Klinikdirektor, Birgit Wiele, Endoskopie, und Regina Harder, Endoskopie.

Die Funktionsabteilung Endoskopie des Universitätsklinikums Minden hat einen besonderen medizinischen Meilenstein erreicht: Erstmals wurde erfolgreich eine sogenannte endoskopische Gastroenterostomie durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein hochmodernes, minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Magenausgangsverengungen, das bislang nur an wenigen spezialisierten Zentren in Deutschland angeboten wird.

„Dass wir diese anspruchsvolle Methode nun auch im Universitätsklinikum Minden erfolgreich anbieten konnten, ist ein großer Fortschritt für die regionale Patientenversorgung“, betont Professor Dr. Carsten Gartung, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektionskrankheiten.

 „Mit diesem Eingriff können wir schwerkranken Patientinnen und Patienten eine deutlich schonendere Alternative zu einer großen Operation anbieten“, erklärt Dottore Michele Sorleto, geschäftsführender Oberarzt in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektionskrankheiten.

Die endoskopische Gastroenterostomie wird vor allem bei Menschen eingesetzt, die unter einer sogenannten Magenausgangsstenose leiden. Dabei handelt es sich um eine Verengung im Bereich des Magenausgangs oder des oberen Dünndarms, die häufig durch Tumorerkrankungen verursacht wird. Die Nahrung kann den Verdauungstrakt dadurch nicht mehr normal passieren. „Für Betroffene bedeutet dies oft starke Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität“, erläutert Dottore Michele Sorleto.

Bisher war in den meisten Fällen eine größere Operation notwendig, bei der chirurgisch eine neue Verbindung zwischen Magen und Dünndarm angelegt wird. Gerade für schwerkranke oder geschwächte Patientinnen und Patienten stellt dies jedoch eine erhebliche körperliche Belastung dar.

Die endoskopische Gastroenterostomie bietet hier eine moderne Alternative: Mithilfe eines Ultraschall-Endoskops wird zwischen Magen und Dünndarm eine künstliche Verbindung geschaffen. Dabei setzen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte einen sogenannten LAMS-Stent, Lumen Apposing Metal Stent, ein, der die neu geschaffene Passage offen hält.

„Der Eingriff erfolgt komplett minimalinvasiv – also ohne großen Bauchschnitt. Dadurch können wir die natürliche Nahrungspassage wiederherstellen und vielen Patientinnen und Patienten eine belastende Operation ersparen“, erläutert der geschäftsführende Oberarzt.

Die endoskopische Gastroenterostomie gilt als technisch äußerst anspruchsvoll und erfordert große Erfahrung in der interventionellen Endoskopie. Deutschlandweit wird das Verfahren bislang nur an wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt.

Der Klinikdirektor erklärt: „Nur sehr wenige Kliniken verfügen über die technische Ausstattung und die notwendige Expertise für diesen Eingriff. Umso mehr freuen wir uns, dass wie diese innovative Methode nun erfolgreich in unserer Region anbieten können.“

Für die betroffenen Patientinnen und Patienten bedeutet der Eingriff häufig eine schnelle Verbesserung ihrer Beschwerden. Bereits kurze Zeit nach dem Eingriff können viele wieder Nahrung aufnehmen und gewinnen dadurch deutlich an Lebensqualität zurück. „Unser Ziel ist nicht nur die medizinische Behandlung, sondern vor allem auch die Verbesserung der Lebensqualität schwerkranker Menschen. Die erfolgreiche Premiere dieser Methode zeigt, wie moderne Endoskopie heute helfen kann, belastende Operationen zu vermeiden und gleichzeitig eine effektive Therapie anzubieten“, so Dottore Michele Sorleto.

Die Klinikleitung hebt ausdrücklich die Leistung des gesamten Endoskopie-Teams hervor. Die erfolgreiche Einführung der neuen Methode sei nur durch intensive Vorbereitung, modernste Technik und das hohe Engagement aller beteiligten Mitarbeitenden möglich gewesen. „Diese Premiere ist eine herausragende Teamleistung. Sie zeigt, welches hohe medizinische Niveau inzwischen auch regional verfügbar ist“, betont Professor Dr. Carsten Gartung.

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