Wie sieht die Chirurgie von morgen aus? Und wie fühlt es sich an, einen Operationsroboter selbst zu bedienen? Antworten darauf geben die „2. Robotic Days Minden“, die vom 6. bis 8. Juli 2026 am Universitätsklinikum Minden stattfinden. Drei Tage lang öffnet das Interdisziplinäre Zentrum für Roboterassistierte Chirurgie Ostwestfalen-Lippe (IZR-OWL) seine Türen und macht modernste Medizintechnik für die Öffentlichkeit, den medizinischen Nachwuchs und Fachleute erlebbar.
Im Mittelpunkt steht der DaVinci-Operationsroboter – eine der modernsten Technologien der heutigen Chirurgie. Besucherinnen und Besucher können das System nicht nur aus nächster Nähe kennenlernen, sondern sogar selbst ausprobieren.
„Viele Menschen haben schon von Operationsrobotern gehört, aber nur wenige hatten bislang die Gelegenheit, diese Technologie selbst zu erleben, ohne dabei als Patient auf dem Operationstisch zu liegen. Genau das möchten wir ändern. Wir machen Hochleistungsmedizin verständlich, greifbar und erlebbar“, sagt Professor Dr. Hansjürgen Piechota, Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Roboterassistierte Chirurgie OWL.
Robotisch-assistierte Chirurgie gilt als eine der bedeutendsten Entwicklungen der modernen Medizin. Durch hochpräzise Instrumente, eine vergrößerte 3D-Sicht und minimale Zugangswege können viele Eingriffe besonders schonend durchgeführt werden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies häufig weniger Schmerzen, kleinere Narben und eine schnellere Erholung.
Das Universitätsklinikum Minden hat sich in kurzer Zeit zu einem der führenden Standorte für robotische Chirurgie entwickelt. Erst Ende 2024 wurde das Programm am Standort Minden in der Urologie, Gynäkologie sowie Allgemein- und Lungenchirurgie gestartet. Bereits nach einem Jahr konnten dort mehr als 350 robotisch unterstützte Operationen durchgeführt werden – ein Wert, der laut Hersteller Intuitive bundesweit zu den Spitzenleistungen zählt.
„Robotik ersetzt keine Ärztinnen und Ärzte. Sie erweitert unsere Möglichkeiten. Der Roboter ist ein hochpräzises Instrument, das von einem sehr erfahrenen Operateur gesteuert wird. Dadurch können wir in vielen Fällen noch genauer, sicherer und gewebeschonender operieren“, erläutert Professor Piechota.
Der Auftakt der Veranstaltung erfolgt am Montag, 6. Juli, mit einem großen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung. Von 13 bis 19 Uhr können Besucherinnen und Besucher die Welt der robotischen Chirurgie entdecken und den DaVinci-Roboter selbst testen. Anschließend richtet sich ein Abendprogramm speziell an medizinisches Fachpublikum.
Am Dienstag, 7. Juli, stehen junge Menschen im Mittelpunkt. Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen erhalten Einblicke in moderne Medizinberufe und die Zukunft der Chirurgie. Ergänzt wird das Programm durch eine Kinder-Uni-Vorlesung unter dem Titel „Warum braucht ein Urologe einen Roboter?“
Der Mittwoch, 8. Juli, widmet sich Studierenden der Medizin sowie Auszubildenden in Gesundheitsberufen. Sie erhalten Informationen über Karrierewege, moderne Operationsverfahren und die Bedeutung robotischer Technologien für die Medizin von morgen.
Die Organisatoren verfolgen dabei ein klares Ziel: Sie möchten Menschen für medizinische Innovationen begeistern und gleichzeitig den dringend benötigten Nachwuchs für Gesundheitsberufe gewinnen. „Wer einmal selbst an der Steuerkonsole eines Operationsroboters sitzt, versteht sofort, warum diese Technologie die Chirurgie verändert. Wir möchten Neugier wecken, Perspektiven aufzeigen und junge Menschen für Medizin, Pflege und Technik begeistern“, sagt Dr. Alexander Ottenhof, stellvertretender Direktor des IZR-OWL.
Die Robotic Days seien dabei weit mehr als eine Technikschau. „Hinter jeder robotischen Operation steht ein hochqualifiziertes Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen, Anästhesie, Medizintechnik und vielen weiteren Berufsgruppen. Die Veranstaltung zeigt deshalb nicht nur moderne Technologie, sondern vor allem die Menschen, die sie möglich machen“, betont Dr. Ottenhof.
Mit den Robotic Days unterstreicht das Universitätsklinikum Minden seinen Anspruch, medizinische Innovationen nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden zu lassen, sondern die Bevölkerung aktiv daran teilhaben zu lassen.
„Wir möchten zeigen, wie moderne Universitätsmedizin aussieht: transparent, verständlich und nah an den Menschen“, sagt Klinikdirektor Professor Dr. Hansjürgen Piechota.
Weitere Informationen zu den Robotic Days finden Sie auf der Seite www.muehlenkreiskliniken.de
