Notfall
13.06.2018

Hilfe für die Schwächsten der Gesellschaft

Neuer Förderverein des Sozialpädiatrischen Zentrums erhält erste Spende

Wollen eine hochwertige Diagnostik und Betreuung für Kinder und Jugendliche auch in Zukunft fördern: Dominik Abrams (von links, Barmenia), Jürgen Schumacher (Barmenia), Anke Kreft (1. Vorsitzende Förderverein des Sozialpädiatrischen Zentrums e.V.), Dr. Helmut Kuke (stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, ehemaliger Leiter des SPZ), Dr. Renate Gescher (ehemalige Leiterin des FEZ), Armin Pampel (Ärztlicher Leiter des SPZ)


Der neue Förderverein des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) am  Johannes Wesling Klinikum freut sich über die erste Spende in Höhe von 500 Euro. "Wir unterstützen damit gern die wichtige Arbeit des SPZ", sagt Jürgen Schumacher, seit 16 Jahren in Minden als Versicherungsfachmann für die Barmenia tätig. "Die Kinder, die hier im SPZ Hilfe finden, sind das schwächste Glied der Kette. Deswegen ist es uns ein Anliegen, gerade hier tätig zu werden", so Schumacher."

Im Sozialpädiatrischen Zentrum werden Kinder und Jugendliche mit Abweichungen in Bezug auf eine altersgemäße Entwicklung, mit chronischen neurologischen Störungen oder geistigen, motorischen oder sprachlichen Behinderungen ambulant betreut. Auch spezielle Sprechstunden (zum Beispiel Frühgeborenen-Nachsorge oder Sozialrechtliche Beratung) werden angeboten. Der Förderverein unterstützt das SPZ dabei auf vielfältige Weise: bei der Gestaltung der Therapieräume und der Anschaffung von Geräten, aber auch bei der Finanzierung von Fortbildungen der Mitarbeiter. Die Spende und die Ankündigung, sich noch weiter engagieren zu wollen, war deshalb für die Fördervereinsvorsitzende Anke Kreft und den Ärztlichen Leiter des SPZ Armin Pampel hochwillkommen. 

Zum Team, das im SPZ im Einsatz ist, gehören Kinderärzte, Kinderneurologen und Psychologen, aber auch Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden, Heil- und Sozialpädagogen und eine EEG-Assistentin. Alle arbeiten eng und fachübergreifend zusammen. Das macht es möglich, auch komplexe Diagnosen (z.B. Autismus) zu stellen und ganz individuelle Förder- und Therapiekonzepte für die jungen Patienten zu entwickeln, immer unter Einbeziehung der Familie und des sozialen Umfeldes und in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Therapeuten. Manchmal müssen Patienten nur einmal untersucht werden, manchmal werden sie aber auch jahrelang begleitet - sogar bis ins Erwachsenenalter. 

Gerade diese Möglichkeit, Patienten nicht nur im Vorschul- und frühen Schulalter, sondern bis zum 21. Lebensjahr betreuen zu können, sei eine der ganz großen Errungenschaften des SPZ, betont Dr. Helmut Kuke, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Ein Früherkennungszentrum (FEZ) habe es in Minden schon ab 1978 gegeben, angesiedelt im Schwesternwohnheim neben der Kinderklinik und geleitet von Dr. Renate Gescher. Aber eben ein reines Früherkennungszentrum, gedacht für Kinder bis zur Einschulung, sodass die Diagnostik kaum zu Konsequenzen führen konnte - ein grundlegendes Problem, das Dr. Gescher schon damals bemängelte. Auch Dr. Kuke, der 1981 die Leitung des FEZ übernahm, hatte von Anfang an eine Erweiterung des Altersspektrums im Sinn, die aber erst 2014 realisiert werden.

Im Zuge der Entwicklung des Früherkennungszentrums zum Sozialpädiatrischen Zentrum hat sich auch der 1997 gegründete Verein "Freunde und Förderer des FEZ" neu aufgestellt. Heute heißt er "Förderverein des Sozialpädiatrischen Zentrums e.V. am Johannes Wesling Klinikum Minden" (Kontakt: foerderverein-spz@web.de). Immer noch geht es den Mitgliedern um nicht weniger als die "bestmögliche Behandlung der Kinder". 2.600 junge Patienten sind im Jahr 2017 im Mindener SPZ betreut worden. Dieses Jahr werden es voraussichtlich mehr als 3.000 Patienten sein, so Armin Pampel. Bis zu einem Jahr Wartezeit - je nach Dringlichkeitsgrad - müssten Familien in Kauf nehmen, um ihre Kinder hier untersuchen lassen zu können, weil Ostwestfalen-Lippe Schlusslicht bei der Finanzierung dieses Angebots sei. "Das geht so nicht",  empört sich Pampel. "Der Bedarf ist riesengroß". Gäbe es das SPZ am Johannes Wesling Klinikum nicht, müssten Familien bis Bremen, Hannover oder Bielefeld fahren, um Hilfe zu bekommen. Jede Spende an den Förderverein trägt dazu bei, hochwertige Diagnostik und Betreuung auch in der Region gewährleisten zu können.