09.11.2017

Im richtigen Takt des Herzens

Johannes Wesling Klinikum erweitert Angebot der Kardiologie

(von links) Dr. Blerim Luani verstärkt seit Anfang Oktober das Team der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin um Klinikdirektor Privatdozent Dr. Marcus Wiemer.

Pro Minute pumpt das Herz etwa fünf Liter Blut durch den menschlichen Körper. Dabei schlägt es im Schnitt 80 Mal, zieht sich zusammen, um sich anschließend wieder zu entfalten. Manchmal gerät es jedoch auch aus dem Takt. Es rast, stolpert oder setzt für einige Sekunden aus.

Viele Menschen sind im Laufe des Lebens von Herzrhythmusstörungen betroffen. In einigen Fällen sind sie harmlos, in anderen weisen sie auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Beurteilen kann das nur ein Arzt. Im Johannes Wesling Klinikum Minden ist für die Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen seit kurzem ein neuer Spezialist im Einsatz. Seit dem 1. Oktober verstärkt Dr. Blerim Luani das Team der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin. Der Kardiologe mit der speziellen Zusatzbezeichnung "Interventionelle Elektrophysiologie" wechselte von der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg, bei der er die Rhythmologie geleitet hatte, zum Universitätsklinikum nach Minden. Als Leitender Oberarzt der Klinik für Kardiologie sowie Leitender Abteilungsarzt der Elektrophysiologie befasst er sich dort schwerpunktmäßig mit der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. In Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten der Region sowie den weiteren Kliniken und Abteilungen des Johannes Wesling Klinikums behandelt Dr. Luani Menschen vom jungen bis ins hohe Alter. "Herzrhythmusstörungen können angeboren sein oder erst im Laufe des Lebens auftreten. Manchmal sind sie unbedenklich, manchmal ist aber auch eine genaue Beobachtung, eine medikamentöse Therapie oder sogar eine Verödungstherapie nötig", sagt der Mediziner.

Um das Herz wieder in den richtigen Takt zu bringen, werden  feine Katheter durch Leistenvenen zum Herzen geführt. Mit gezielten Stromimpulsen können krankhafte Areale verödet werden, um den natürlichen Herzrhythmus wieder herzustellen", sagt der Mediziner. Für kathetergestützte interventionelle Eingriffe sowie Schrittmacher-Operationen stehen im Johannes Wesling Klinikum gleich zwei Herzkatheterlabore zur Verfügung. "Dank modernster Technik können in Minden alle Formen von Herzrhythmusstörungen behandelt werden", sagt Dr. Luani. Als Beispiel nennt er ein neues modernes 3D-Mapping-System. Mithilfe eines speziellen Computerprogramms wird das Herz dabei als 3D-Modell dargestellt. "Komplexe Rhythmusstörungen können damit sehr schnell aufgeschlüsselt und unter Einsparung von schädigenden Röntgenstrahlen schnellstmöglich behandelt werden", so Dr. Luani. Eine innovative Behandlungsmöglichkeit, die zunehmend an Bedeutung gewinnt und zu Dr. Luanis Spezialgebiet gehört, ist die strahlenfreie Katheteruntersuchung.

Der Direktor der kardiologischen Klinik, Privatdozent Dr. Marcus Wiemer, freut sich über die Verstärkung seines Teams und den damit verbundenen Ausbau des medizinischen Angebots. "Mit Dr. Luani haben wir einen Fachmann an Bord geholt, der langjähriges Wissen auf dem Gebiet der Rhythmologie mitbringt. Mit ihm wird die Elektrophysiologie als Fachdisziplin der Kardiologie enorm verstärkt und weiter ausgebaut", so Dr. Wiemer.