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30.03.2020

Labor der Mühlenkreiskliniken vergrößert Testkapazität

Alle Mitarbeiter mit Symptomen werden auf Corona untersucht

Bei der Einweisung der neuen maschinellen Aufbereitung der PCR-Proben. Ab Montag können hier bis zu 1.000 Corona-Tests aufbereitet und untersucht werden


PCR-Technologie ist derzeit heiß begehrt auf dem Weltmarkt

In diesem Gerät kann Blut auf Antikörper gegen SARS CoV2 getestet werden

Ab Montag kann das Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken bis zu 1.000 Corona-Tests täglich durchführen. In den folgenden drei Wochen wird die Testkapazität dann nochmals sukzessive auf 2.000-Tests am Tag erhöht. Möglich macht das eine neue, maschinelle Aufbereitung der RNA-Proben. Bislang mussten die Proben händisch aufbereitet werden, was sehr viel Arbeitszeit gekostet hat. Pro Mitarbeiter konnten maximal 60 Tests am Tag bearbeitet werden. „Durch die automatische Aufbereitung können wir sehr viel mehr Tests durchführen und schnellere Ergebnisse liefern. Rein technisch sind wir ab Montag in der Lage zwölf PCR-Durchläufe am Tag zu starten und damit innerhalb von vier bis sechs Stunden ein Ergebnis zu haben“, erläutert Professor Dr. Franz-Josef Schmitz, Direktor des Zentrallabors der Mühlenkreiskliniken.

Bereits seit einer Woche werden Mitarbeiter der Mühlenkreiskliniken und anderer Gesundheitseinrichtungen beim Vorliegen von grippalen Symptomen durchgängig auf Corona untersucht. Gleiches gilt ab nächstem Montag auch für die Patientinnen und Patienten in den Häusern der Mühlenkreiskliniken.  „Nach unseren Beschlüssen hat auch das Robert-Koch-Institut diese Maßnahmen in ihre Empfehlungen mit aufgenommen. Das zeigt auch, dass wir im Kreis Minden-Lübbecke sehr gut aufgestellt sind und Maßnahmen vorwegnehmen, die anschließend bundesweit empfohlen werden“, sagt der Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene Dr. Peter Witte.

Die vergrößerte Test-Kapazität kommt den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Minden-Lübbecke unmittelbar zu Gute. „Die Entscheidung über einen Abstrich liegt in der Verantwortung des jeweiligen Arztes im Diagnose- und Behandlungszentrum am Johannes Wesling Klinikum. Aber die strengen Kriterien des Robert-Koch-Instituts können in jedem Fall gelockert werden“, sagt die Allgemeinmedizinerin Anke Richter-Scheer, die das Diagnose- und Behandlungszentrum am Universitätsklinikum Minden für die Kassenärztliche Vereinigung koordiniert. Wichtig ist, dass keine vorsorglichen Abstriche durchgeführt werden. „Wer keine Symptome hat, wird auf keinen Fall abgestrichen. Dieser Abstrich ist medizinisch wertlos und ist damit eine Verschwendung von Ressourcen“, so die Hausärztin und Internistin. Das Diagnose- und Behandlungszentrum ist mittlerweile digital an das Zentrallabor über eine spezielle Software angedockt. Corona-Tests und Blutproben können so digital im Labor angemeldet werden. Ergebnisse von Blutproben können daher innerhalb von einer Stunde ermittelt und dem Patienten mitgeteilt werden.  

Bislang wurden täglich etwa 150 bis 250 Corona-Proben im Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken untersucht. Dass durch neue Technik die Kapazität ausgeweitet werden konnte, liegt unter anderem an dem guten Ruf, den das Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken bundesweit hat. „Die PCR-Technologie ist aus verständlichen Gründen weltweit sehr gefragt. Es hat uns viele Telefonate und auch einige Rückschläge gekostet, bis wir diese hervorragende Lösung realisieren konnten. Damit wird der Kreis Minden-Lübbecke mit Sicherheit deutschlandweit zu einem Kreis mit hoher Testkapazität“, so Professor Dr. Schmitz.

Ganz neu ist auch der Antikörper-Test, der seit zwei Tagen im Zentrallabor der Mühlenkreiskliniken angeboten wird. Mit dem Test können Antikörper auf das Corona-Virus im Blut nachgewiesen werden. Eine hohe IgG-Konzentration ist zudem ein Anzeichen für eine Immunität gegen Covid19. „Noch wissen wir nicht, wieviel Antikörper notwendig sind, um sicher immun gegen die Erkrankung zu sein. Das wird sich aber sicherlich sehr schnell ändern. Die ganze Welt forscht an diesem Thema“, erklärt Professor Schmitz.