Notfall
05.04.2018

Mit Photonen gegen den Krebs

Praxis für Strahlentherapie am Johannes Wesling Klinikum beteiligt sich am Tag der offenen Tür am 14. April

Experten bei der Besprechung: (von links, sitzend) Fachärztin Galina Götz sowie Facharzt und Praxisinhaber Dr. Martin Sure (stehend von links) Physiker Achim Weggen, Fachärztin und Praxisinhaberin Christine Kahl sowie Physiker Uwe Riedel.


Die Praxis für Strahlentherapie am Johannes Wesling Klinikum kann auf Hightech zurückgreifen. Mit diesem Beschleuniger hinter zwei Meter dicken Betonwänden werden Elektronen oder Photonen beschleunigt und millimetergenau auf das erkrankte Gewebe geschleudert.

Die Praxis für Strahlentherapie am Johannes Wesling Klinikum feiert am 14. April gleich zwei Jubiläen: das 20-jährige Bestehen und den Einzug in die großzügigen Räume des Johannes Wesling Klinikums vor zehn Jahren. Aus diesem Grund beteiligt sich die eigenständige Praxis am Tag der offenen Tür des Johannes Wesling Klinikums mit einem eigenen Programm.

Die Strahlentherapie ist ein wichtiger Part in der Therapie gegen Krebs. Sie gilt - verglichen mit den Alternativen - als die schonendste Therapieart im Kampf gegen die potentiell tödliche Krankheit. Bei der Bestrahlung werden - je nach gewünschter Wirkung - Photonen oder Elektronen ultraschnell beschleunigt. Die eigentliche Behandlung ist dabei absolut schmerzfrei. "Auch wenn man die Strahlen nicht sieht, fühlt oder riecht; Sie entfalten eine enorme  Wirkung auf das Tumorgewebe", sagt Praxisinhaberin Christine Kahl, die vor 20 Jahren zusammen mit Dr. Arwed Junker die Praxis am Klinikum II eröffnet hat. Was gegen Krebszellen wichtig ist, ist für gesundes Gewebe eine Gefahr. Aus diesem Grund bereiten die fünf Ärzte der Praxis die Behandlungen akribisch vor. In einem eigenen Planungs-CT werden der Körper und der Tumor auf den Millimeter genau vermessen. Anschließend werden die genaue Dosis, Intensität und die zu bestrahlenden Bereiche festgelegt. "Wir können auf die beste und modernste Technik zurückgreifen. Unsere beiden Beschleuniger gehören der neuesten Generation an. Wir können die Strahlen so gezielt einsetzen, dass man sie im Körper exakt auf die Tumorausdehnung beschränken kann. So kann man die Strahlen quasi um gesunde Areale herum leiten", sagt Praxisinhaber Dr. Martin Sure.

Wer sich für die Wirkungsweise der Strahlentherapie interessiert, kann am Tag der offenen Tür am 14. April zwischen 11 und 17 Uhr an einer der Führungen in der Praxis für Strahlentherapie teilnehmen. Auch die Besichtigung der imposanten Beschleuniger und der beeindruckenden Abschirmungsmaßnahmen ist möglich.

Die 35 Mitarbeiter - darunter fünf  Ärzte - arbeiten eng mit den verschiedenen Kliniken und Instituten am Klinikum zusammen. "Wir sind Teil einer umfassenden Krebstherapie. Aus diesem Grund ist die räumliche Nähe zum Klinikum für uns sehr wichtig. Wir sind bei allen Tumorkonferenzen dabei und arbeiten in zahlreichen Zentren mit. Dort wird mit Fachkollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen jeder Behandlungsplan individuell erstellt, besprochen und die Ergebnisse diskutiert", sagt Praxisinhaberin Christine Kahl. So sei sichergestellt, dass die Patientinnen und Patienten immer die für sie richtige Therapie erhielten. "Insofern freuen wir uns, dass wir seit 20 Jahren unsere Praxisräume am Mindener Klinikum haben und vor zehn Jahren in dieses tolle Gebäude des Johannes Wesling Klinikum umziehen konnten", sagt Fachärztin Christine Kahl.