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14.01.2021

Kardiologie erreicht eine der weltweit höchsten Zertifizierungsstufen

Universitätsklinikum erhält die Berechtigung zur Verleihung von Zusatzbezeichnung

v.l.n.r.: Anke Bekemeyer, Dr. Alexander Samol, Prof. Marcus Wiemer, Dr. Iris Barndt


Die Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum Minden hat die Zertifizierung zum „Zentrum für interventionelle Kardiologie“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie erhalten. Damit hat die von Professor Dr. Marcus Wiemer geleitete Klinik eine der weltweit höchsten Zertifizierungsstufen erreicht. In dem langjährigen Zertifizierungsverfahren wurden zahlreiche Qualitätskriterien überprüft.

Die interventionelle Kardiologie beschäftigt sich mit operativen Eingriffen am Herzen, die durch eine Arterie erfolgen. Dabei wird in einem Herzkathterlabor ein Katheter durch eine Arterie bis zum Herzen geschoben, um dann Engstellen zu weiten oder sogenannte Stents zu setzen. Auch Herzrhythmusstörungen können so behandelt werden. Das Einsatzgebiet der interventionellen Kardiologie hat sich in den vergangenen Jahren stark erweitert, weil immer mehr Therapien auf diese schonende Art durchgeführt werden können. Beispielsweise werden bereits Herzklappen interventionell ausgetauscht, so dass auf große Herzoperationen mit Öffnung des Brustkorbs immer häufiger verzichtet werden kann.

Von der neuen Zusatzbezeichnung profitieren sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Mitarbeitenden. Die Patienten können im Johannes Wesling Klinikum sicher sein, dass sie eine dem neusten Stand der Wissenschaft entsprechende Diagnostik und Therapie im Bereich der interventionellen Kardiologie erhalten. Aber auch die ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren. Sie können an dem neuen Zentrum die Zusatzbezeichnung „Interventionelle/r Kardiologe/in“ erhalten. Voraussetzung ist die Teilnahme an vier Qualifikationsmodulen sowie eine zweijährige Tätigkeit im Herzkatheterlabor des Johannes Wesling Klinikums. „Durch diese Zertifizierung werden wir als Kardiologie ein noch attraktiverer Arbeitgeber für Fach- und Oberärzte. Als erstes geben wir natürlich unseren Oberärzten die Möglichkeit, diese Zusatzbezeichnung als zusätzliches Qualifikationsmerkmal zu erlangen. Zukünftig können wir aber auch allen Neueinstellungen die begehrte Zusatzbezeichnung in Aussicht stellen“, erklärt Professor Wiemer.

Den Zertifizierungsprozess hat der Leiter des Herzkatheterlabors Dr. Alexander Samol geleitet. Er führt – ebenso wie Professor Wiemer – die Zusatzbezeichnung als „Interventioneller Kardiologe“.  „Herr Dr. Samol ist ein herausragender Kardiologe, der sowohl im Bereich der Forschung als auch bei der Patientenversorgung bundesweit in der ersten Liga spielt. Insofern ist es konsequent, dass wir diese Zertifizierungsstufe angestrebt haben, um dieses Wissen im Mindener Universitätsklinikum auch an künftige Fachkräfte weitergeben zu können“, sagt Professor Wiemer.

Eine Mindener Besonderheit ist der interventionelle Eingriff über die Handarterie. Diese Art des Zugangs ist für den Patienten deutlich angenehmer als der übliche Zugang über eine Leistenschlagader. Da die Leistenschlagadern sehr viel tiefer liegen, müssen die Patienten nach dem Eingriff mit einem starken Druckverband bis zu zwölf Stunden absolut ruhig liegen. Bei der Methode durch die Arterie am Handgelenk können sich die Patienten sofort nach dem Eingriff wieder bewegen. Im Mindener Universitätsklinikum erfolgen etwa 90 Prozent aller Eingriffe über die Handarterie.