Notfall

Bei Lebensgefahr 112

Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117

Kinderärztlicher Notfalldienst 116 117

Notaufnahmen Zu den MKK-Notaufnahmen

23.07.2020

Pflege: Neues Führungsduo am Krankenhaus Bad Oeynhausen

Stefan Gütinger und Anna Beringhoff stehen für ein neues Selbstverständnis der Pflege

Anna Beringhoff und Stefan Gütinger bilden das neue Führungsduo der Pflege am Krankenhaus Bad Oeynhausen. Die beiden Pflegeexperten sehen die Pflege als Treiber und Motivator für Veränderungen im Krankenhaus.


Die Pflege am Krankenhaus Bad Oeynhausen wird von einem neuen Team geleitet. Pflegedirektor Stefan Gütinger und die stellvertretende Pflegedirektorin und Pflegedienstleiterin Anna Beringhoff sind seit einigen Monaten für etwa 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege, dem Funktionsdienst und dem Patientenservice verantwortlich. Beiden ist es wichtig, die Pflege als eigenständige Profession im Krankenhaus weiter zu entwickeln. „Ziel der Pflege ist es, unter Berücksichtigung neuester pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse Gesundheit zu fördern, Krankheiten zu verhüten, Heilung zu ermöglichen und Leiden zu lindern“, sagt Pflegedirektor Stefan Gütinger.

Schon nach kurzer Zeit sind die ersten Änderungen am Krankenhaus Bad Oeynhausen sichtbar. Die ärztliche und pflegerische Visite finden ab sofort gemeinsam statt. Dadurch wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den beiden Professionen gestärkt. „Wenn Pflege und Medizin Hand in Hand zusammenarbeiten, erreichen wir für den Patienten das beste Ergebnis“, sagt Anna Beringhoff. Daneben sollen Stationssekretärinnen die Pflegefachkräfte auf den Stationen entlasten, wodurch mehr Zeit für die Pflege am Patienten zur Verfügung stehen wird.

Für die Zukunft haben sich beide viel vorgenommen. In ihrem Büro hängt ein großes Whiteboard. Es ist eng beschrieben mit einer Vielzahl an innovativen Projektideen – aufgeteilt in Priorität eins bis Priorität drei. „Wir haben Lust auf Veränderung und Fortschritt. Und auch auf den Stationen ist eine Aufbruchsstimmung spürbar“, sagt Gütinger. Wichtig ist beiden insbesondere die Nachwuchsförderung. „Neue Ideen von unseren zahlreichen engagierten Mitarbeitern nehmen wir gerne auf. Die oft gerade im Krankenhaus gern genutzte Begründung ‚Das war schon immer so‘ ist für uns kein Argument. Wir wollen neue Ideen und das Verantwortungsbewusstsein jedes Mitarbeiters fördern“, erklärt Beringhoff. Dazu soll beispielsweise auch das Konzept einer Ausbildungsstation in Zusammenarbeit mit der Akademie für Gesundheitsberufe etabliert werden. Hier sollen Auszubildende im fortgeschrittenen Stadium ihrer Ausbildung zeitweise die Verantwortung und die Organisation einer Station übernehmen. „Selbstverständlich unter Aufsicht. Aber wir wollen den jungen Fachkräften schon in der Ausbildung zeigen, dass ihre Ideen und ihr Engagement willkommen sind“, so Gütinger. Akademisch ausgebildete Pflegekräfte sollen zudem in Arbeitsgruppen wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Projekte umsetzen. „Das ist ein neues Selbstverständnis von Pflege als Treiber und Motivator für Veränderungen im Krankenhaus. Wir beide vertreten dieses Pflegeverständnis offensiv“, sagt Gütinger.
 
Ein weiteres Projekt ist beispielsweise ein erweitertes Ausfallmanagement. Neben dem bereits existierenden Pflegepool, dessen Mitarbeiter bei krankheitsbedingten Ausfällen schnell einspringen können, soll es ein weiteres Instrument des Ausfallmanagements geben. Über eine App können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zukünftig festlegen, wann und in welchem Bereich sie prinzipiell bereit sind, einen Dienst zu übernehmen. Sollte jemand kurzfristig ausfallen, kann so sehr schnell ein Dienst nachbesetzt werden. „Wir möchten verhindern, dass künftig eine Pflegekraft in der Freizeit angerufen wird. Umfragen zeigen, dass Pflegekräfte diese Anrufe als besonders belastend empfinden. Deswegen wollen wir sie so gut wie möglich aus dem Krankenhausalltag verbannen“, so Beringhoff. Aus diesem Grund wird auch der Ausfallpool weiter ausgebaut. „Das ist insbesondere für Rückkehrer aus der Elternzeit sehr interessant, weil sich alle Mitarbeiter im Ausfallpool ihre Arbeitszeiten aussuchen können. Das ist das besondere Angebot zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, erklärt Beringhoff.   

Stefan Gütinger arbeitet seit April als Pflegedirektor am Krankenhaus Bad Oeynhausen. Der Diplom-Pflegewirt und gelernte Kinderkrankenpfleger war zuvor vier Jahre als Pflegedirektor im Klinikum Altmühlfranken tätig. Anna Beringhoff vervollständigt das Duo seit Juni. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin Pflegemanagement (Bachelor) und anschließend Personalmanagement und Organisation im Gesundheitswesen (Master) studiert. Zuletzt hat sie als Referentin der Pflegedirektion mit dem Schwerpunkt Projektmanagement am Katharinen Hospital Unna gearbeitet.