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08.02.2019

Schnelle Hilfe beim Herzstillstand

Cardiac-Arrest-Center am Universitätsklinikum Minden gegründet

Oberärztin der Klinik für Kardiologie Dr. Melanie Zeyse und Klinikdirektor PD Dr. Marcus Wiemer.


Oft ohne Vorwarnung und aus heiterem Himmel: Mehr als 100.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen plötzlichen Herzstillstand. Unabhängig von Alter oder Geschlecht kann vom Kleinkind bis zum Senior jeder betroffen sein. Zeit ist dann ein entscheidender Faktor, denn jede Minute bis zum Beginn der Wiederbelebung und Weiterbehandlung im Krankenhaus zählt.

Die Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin im Johannes Wesling Klinikum (JWK) hat sich für die Behandlung von Menschen mit einem Herzstillstand gerüstet, um im Notfall schnell Erste Hilfe leisten zu können. Im neu gegründeten Cardiac-Arrest-Center wird die hochspezialisierte Versorgung von wiederbelebten Patienten innerhalb kürzester Zeit ermöglicht. Grundlage ist eine enge Zusammenarbeit der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin, der Zentralen Notaufnahme (ZNA) und des Rettungsdienstes des Kreises Minden-Lübbecke.

„Durch die Zusammenarbeit können wir im Cardiac-Arrest-Center schon vor dem Eintreffen des Patienten im Klinikum die individuell richtige Therapie festlegen“, erläutert Dr. Melanie Zeyse, Oberärztin der Klinik für Kardiologie, die den Aufbau des Centers maßgeblich mitbetreut hat. Der Ablauf sieht wie folgt aus: Die Kardiologie wird über eine eigens dafür eingerichtete Rufnummer bereits aus dem Rettungswagen über den Zustand des bald eintreffenden Patienten informiert. Auf Basis einer Checkliste wird das Krankheitsbild abgefragt, um die Weiterbehandlung festlegen zu können. Fährt der Rettungswagen dann wenige Minuten später in der Notaufnahme vor, warten in einem der Schockräume ein Intensivarzt und ein speziell geschultes Notfallteam. „Durch die vorherige Rücksprache wissen alle, was zu tun ist und können direkt mit der Behandlung beginnen. So wird jede wichtige mitunter lebensrettende Minute genutzt“, betont Dr. Zeyse. Nach der Erstbehandlung wird der Patient dann in der Regel in eines der beiden Herzkatheterlabore oder direkt auf die internistische Intensivstation des Uniklinikums gebracht. „Je nachdem wie stabil der Patient oder die Patientin ist, wird individuell entschieden. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir Patienten ohne vorherige Diagnostik im Schockraum direkt in das Herzkatheterlabor gebracht haben, da der Zustand sehr kritisch war“, so Dr. Zeyse.

Dass die Arbeit im Cardiac-Arrest-Center einwandfrei funktioniert, sei der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten zuzuschreiben, sagt Privatdozent Dr. Marcus Wiemer, Direktor der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin. „Spezialisten der Kardiologie arbeiten mit Intensivmedizinern, Neurologen, Anästhesisten und Unfallchirurgen zusammen, die allesamt ihr Bestes geben, um gemeinsam Leben zu retten“, so der Klinikdirektor.