25.04.2017

Zwei neue Herzkatheterlabore im JWK

Universitätsklinikum investiert 2,3 Millionen Euro in modernste Technik

Das neue Katheterlabor im Johannes Wesling Klinikum in Minden hat 2,3 Millionen Euro gekostet und soll die medizinische Versorgung der Menschen im Mühlenkreis noch weiter verbessern: (von links) Landrat Dr. Ralf Niermann, PD Dr. Marcus Wiemer, Direktor der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin, stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Kristin Drechsler, Vorstandsvorsitzender Dr. Olaf Bornemeier und JWK-Geschäftsführer Mario Bahmann.

Das Team im Labor: (von links) Krankenschwester Anke Bekemeyer, Oberarzt Dr. Alexander Samol, Direktor PD Dr. Marcus Wiemer, Leitende Oberärztin Iris Barndt.

 Am Johannes Wesling Klinikum in Minden sind am Montag, 24. April, zwei Herzkatheterlabore feierlich  eingeweiht worden. Bisher gab es nur ein Labor, das komplett erneuert und durch ein zweites Labor ergänzt wurde. In beiden können auf Grund der Raumluftklasse I auch operative Eingriffe am Herzen wie  Schrittmacherimplantationen oder  Herzklappeneingriffe mittels modernster Technik vorgenommen werden.  2,3 Millionen Euro haben die Mühlenkreiskliniken in diese Behandlungsräume investiert.


Im Beisein des Landrats Dr. Ralf Niermann, den MKK-Vorständen Dr. Olaf Bornemeier und Dr. Kristin Drechsler, JWK-Geschäftsführer Mario Bahmann sowie zahlreichen Gästen hat Privatdozent Dr. Marcus Wiemer, Direktor der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Johannes Wesling Klinikum, die Gäste durch das neue Labor des Universitätsklinikum geführt. Die neuen Herzkatheterlabore haben trotz einer besseren Darstellungsqualität eine geringere Röntgen-Strahlenbelastung, wovon sowohl die Patienten als auch das Personal profitiert. In den Laboren können auch weiterhin kleinere Eingriffe wie das Setzen einer Gefäßstütze, einem so genannten Stent, zur Aufweitung eines Herzgefäßes durchgeführt werden.  Das neue Labor ist auch  als Eingriffsraum für rhythmologische Interventionen konzipiert: „Bereits jetzt führen wir Verödungen von speziellen Herzrhythmusstörungen durch, wie zum Beispiel beim Vorhofflimmern. Dies wollen wir in Zukunft intensivieren“, erklärte Marcus Wiemer bei der  Führung der geladenen Gäste durch das Labor.

Privatdozent Dr.  Marcus Wiemer sieht mit der Etablierung des zweiten Labors die Mühlenkreiskliniken aus kardiologischer Sicht bestens aufgestellt: „Die Bürger des Mühlenkreis‘ können sicher sein, dass sie im Fall einer geplanten Herzuntersuchung oder eines akuten Herzinfarktes bestmöglich und unter Verwendung der  modernsten Technologie versorgt werden“, so der Mediziner und Direktor der Klinik. Durch die Einweihung des zweiten Untersuchungsraums können jetzt auch  Vorsorge-Herzuntersuchungen besser geplant werden. Zuvor musste eine geplante Herzkatheteruntersuchung verschoben werden, sobald  ein akuter Herzinfarkt behandelt werden musste. „Das war für die Patienten, deren Untersuchung verschoben werden musste, nicht immer leicht. Dadurch, dass uns nun zwei Räume zur Verfügung stehen, sind wir  flexibler“, so Wiemer.   

Landrat Dr. Ralf Niermann dankte in seiner Rede dem Direktor und seinem medizinischen und pflegerischen Team für den Einsatz um die Gesundheit der Bürger im Mühlenkreis: „Ich wünsche uns allen, dass wir das Labor nur als Besucher von innen sehen müssen. Falls es aber doch zu einem Notfall kommen sollte, können wir sicher sein, dass sich ein hochprofessionelles Team um PD. Dr. Marcus Wiemer in bester Weise um uns  kümmern wird und das ihnen dafür die modernste Technik zur Verfügung steht. Dafür schon jetzt ein herzliches Dankeschön“, so der Landrat.

 

Informationen zum Herzkathetereingriff

 Der Katheter wird üblicherweise durch eine Handarterie oder durch die Leistenarterie eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. Dort angekommen, kann der Mediziner durch Röntgen- und Kontrastmitteltechnik Veränderungen am Herzen oder den Herzklappen sehen und vielfach auch sofort behandeln. Notwendig wird die Untersuchung sowohl bei der Akutversorgung bei Herzinfarkten als auch bei chronischen Herzkranzgefäßerkrankungen, Herzschwächen, Herzklappenfehlern oder Rhythmusstörungen. Für die Behandlung von Notfällen steht im Johannes Wesling Klinikum jederzeit ein 24-Stunden-Notdienst in einem der zwei Räume bereit. Für die Diagnostik stehen alle modernen Verfahren zur Verfügung. 

Eine Spezialität der Mindener Kardiologen ist die Katheteruntersuchung durch die Handarterie. Üblicherweise wird die  Katheteruntersuchung  durch eine Arterie in der Leiste durchgeführt. Viele Patienten empfinden die Untersuchung durch das Handgelenk aber als angenehmer. Zudem gibt es auch medizinische Vorteile für die in Minden  in den allermeisten Fällen durchgeführte Untersuchungsmethode: die Gefahr einer Nachblutung an der Einstichstelle ist geringer, die Patienten können schneller wieder aufstehen und die Komplikationsrate ist  geringer.