Er wiegt gerade einmal 1.090 Gramm, ist 35 Zentimeter groß und entspricht einem Frühgeborenen in der 28. Schwangerschaftswoche: „Paul“ soll künftig den Ärztinnen und Ärzten sowie den Intensivpflegeteams der Mühlenkreiskliniken dabei helfen, die Versorgung von Frühgeborenen unter hochrealistischen Bedingungen zu trainieren. Der Anschaffung dieses besonderen Simulators sind die Mühlenkreiskliniken durch eine Spende in Höhe von 1.000 Euro des EDEKA Center Hawig einen weiteren Schritt nähergekommen.
Das Geld stammt aus der Sommer-Tombola des E Center Hawig in Porta Westfalica. Insgesamt wurden dabei 5.000 Euro für fünf gute Zwecke in der Region zur Verfügung gestellt. Die Mühlenkreiskliniken sind einer der fünf Spendenempfänger.
Paul ist dabei weit mehr als eine Puppe. Der Frühgeborenen-Simulator verfügt über eine hochrealistische äußere und innere Anatomie und verbindet Mechanik, Sensorik und eine intuitive Steuerung. Besonders der realistisch nachgebildete Atemweg ermöglicht es den neonatologischen Teams, moderne Versorgungsstrategien und kritische Situationen zu trainieren, bevor im Ernstfall jede Sekunde zählt. Da Paul vollständig kabellos funktioniert, kann mit ihm auch die Versorgung unmittelbar nach der Geburt bei noch intakter Nabelschnur realitätsnah geübt werden.
„Gerade bei der Versorgung extrem kleiner Frühgeborener müssen viele hochkomplexe Abläufe im Team perfekt ineinandergreifen. Solche Situationen lassen sich mit Paul sehr realitätsnah trainieren und immer wieder üben. Das gibt unseren Teams zusätzliche Sicherheit und kommt letztlich unseren kleinsten Patientinnen und Patienten zugute“, sagt Dr. Falk Wehrhoff, Sektionsleiter Neonatologie der Mühlenkreiskliniken. „Wir sind deshalb sehr dankbar, dass das EDEKA Center Hawig dieses Projekt mit 1.000 Euro unterstützt.“
Ein erstes Mitglied der „Frühchenpuppen-Familie“ gibt es am Johannes Wesling Klinikum bereits: Frühchenpuppe Louise wurde ebenfalls vollständig durch Spenden finanziert. Sie dient unter anderem der Ausbildung von künftigen Pflegefachkräften und angehenden Ärztinnen und Ärzte. Außerdem können Frühcheneltern an der ultrarealistischen Puppe den Umgang mit einem Frühchen üben. Mit Louise können beispielsweise der sichere Umgang mit einem sehr kleinen Kind und verschiedene Tragegriffe geübt werden. Was Louise fehlt, ist die Simulationstechnik. Paul soll das bestehende Projekt nun vor allem um hochrealistische Simulationstrainings für die neonatologischen Ärzte- und Intensivpflegeteams erweitern.
„Mit unserer Sommer-Tombola wollten wir ganz bewusst Projekte und Einrichtungen aus unserer Heimat unterstützen“, sagt Nico Hawig vom EDEKA Center Hawig. „Dass aus der Beteiligung unserer Kundinnen und Kunden am Ende fünfmal 1.000 Euro für gute Zwecke in der Region werden konnten, freut uns sehr. Bei Paul sieht man besonders eindrucksvoll, was eine solche Unterstützung ganz konkret bewirken kann.“
Auch Nicole Wulf-Schnelle, Referentin für Fundraising der Mühlenkreiskliniken, freut sich über die Unterstützung: „Paul kostet 50.000 Euro. Ohne Spenden ist das nicht finanzierbar. Umso wichtiger sind Unternehmen und Menschen aus der Region, die sich gemeinsam mit uns dafür einsetzen. Jeder Beitrag bringt uns dem Ziel ein Stück näher. Dafür bedanken wir uns beim EDEKA Center Hawig und natürlich auch bei allen Kundinnen und Kunden, die sich an der Sommer-Tombola beteiligt haben.“
