Die Sektion Schmerzmedizin

Die Sektion Schmerzmedizin

Akute Schmerzen betreffen jeden Menschen mindestens einmal im Leben. In den meisten Fällen lassen sich diese durch eine geeignete Therapie schnell lindern und verschwinden innerhalb kurzer Zeit wieder.
Allerdings kann sich die Therapie von akuten Schmerzen in einigen Fällen auch als komplizierter herausstellen. Dann besteht die Gefahr, dass die Schmerzen chronifizieren und letztlich zu einer eigenständigen Krankheit werden, die sehr schwer zu behandeln ist und spezieller therapeutischer Maßnahmen bedarf (stationäre multimodale Schmerztherapie). 
 

Die stationäre multimodale Schmerztherapie

Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Die meisten von Ihnen haben bereits viele ambulante und stationäre Behandlungen hinter sich, ohne dass es zu einer entscheidenden Verbesserung gekommen ist. Im Krankenhaus Bad Oeynhausen bietet die stationäre multimodale Schmerztherapie ein aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetztes Therapiekonzept, um die komplexe Erkrankung zu behandeln.

 
Über die Schmerztherapie

Chronische Schmerzen führen bei den Betroffenen häufig zu gravierenden körperlichen, seelischen und sozialen Beeinträchtigungen. In der Folge kommt es zum sozialen Rückzug und zu einem massiven Verlust an Lebensqualität. Es entsteht ein Gefühl des Ausgeliefert-Seins und der Hilflosigkeit.

Dem wirkt die stationäre multimodale Schmerztherapie entgegen, indem sie die Betroffenen dabei unterstützt, körperlich und seelisch aktiv zu werden und die Verbesserung der Lebenssituation wieder in die eigenen Hände zu nehmen.

Da es sich bei chronischen Schmerzen um eine sehr komplexe eigenständige Erkrankung handelt, wird ein spezielles Therapiekonzept benötigt, dass sich aus verschiedenen Bausteinen (Modulen) zusammensetzt:

  • Physiotherapie, um Schonhaltungen abzubauen, die Köperwahrnehmung zu verbessern, Sicherheit in der Durchführung von Bewegungsabläufen und Übungen zu geben, die körperliche Belastbarkeit zu verbessern und die Freude an Bewegung zu fördern
  • Psychotherapie, um Strategien der Schmerzbewältigung und des Stressabbaus zu erlernen
  • Anpassung der medikamentösen Therapie
 
Ablauf der stationären Therapie

Ziele der 16-tägigen stationären multimodalen Schmerztherapie sind die Verbesserung der Lebensqualität und der Abbau der durch die Schmerzen bedingten Einschränkungen. Hierfür wird ein aus den verschiedenen Bausteinen bestehender Therapieplan zusammengestellt. Dieser beinhaltet überwiegend Gruppentherapie in einer festen Gruppe, die aus maximal acht Patient*innen besteht. Ergänzt werden diese durch regelmäßige Einzeltherapien. Die Behandlung erfolgt durch Fachärzt*innen mit der Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie, Psychologischen Psychotherapeut*innen, Physiotherapeut*innen und speziell in der Schmerztherapie ausgebildeten Pflegefachkräften. Die Therapiepläne werden regelmäßig in den täglich stattfindenden Visiten und in der wöchentlich stattfindenden Teambesprechung überprüft und bei Bedarf angepasst.

 

Vorstationäre Untersuchung

Welche Bausteine für Ihre Therapie in Frage kommen, hängt von Ihren Beschwerden und Einschränkungen ab.

Um diese besser beurteilen zu können, vereinbaren wir vor der stationären Aufnahme einen Termin zu einer Voruntersuchung mit Ihnen. Hierfür benötigen wir eine Einweisung von Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin. Am Tag der Voruntersuchung erfolgen ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung bei einem*einer Speziellen Schmerztherapeut*in sowie ein psychologisches Gespräch bei einem*einer approbierten und in der Schmerzmedizin erfahrenen Psycholog*in. Außerdem wird eine ausführliche Befunderhebung und Untersuchung bei einem in der Schmerzmedizin erfahrenen Physiotherapeuten durchgeführt. Im Anschluss daran werden die bei der Voruntersuchung erhobenen ärztlichen, psychologischen und physiotherapeutischen Befunde und die Therapiemöglichkeiten gemeinsam mit Ihnen besprochen. 

Bitte planen Sie für die Voruntersuchung und das daran anschließende Gespräch sechs Stunden Zeit ein.

 

 

Die Ambulanz

In unserer Schmerzambulanz behandeln wir Patient*innen mit akuten, subakuten oder chronischen Schmerzen jeglicher Art.

Nach einer ausführlichen ärztlichen Anamnese und Untersuchung sowie einem ausführlichen Gespräch über den Befund und die Therapiemöglichkeiten, legen wir gemeinsam einen Therapieplan fest. Dieser kann unterschiedliche Therapieelemente enthalten:

 

Für die Behandlung in unserer Schmerzambulanz benötigen wir eine Überweisung Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihres behandelnden Arztes.

Außerdem besteht für Patient*innen mit subakuten Schmerzen, die bei der BARMER versichert sind, die Möglichkeit eines ambulanten interdisziplinären Assessments (A-IMA). Nähere Angaben hierzu finden sie unter A-IMA.

A-IMA

Jeder Mensch erleidet mindestens einmal in seinem Leben Schmerzen.

Häufig verbessern sich diese unter therapeutischen Maßnahmen schnell und verschwinden nach kurzem wieder.

In einigen Fällen ist die Behandlung von Schmerzen jedoch komplizierter.

In diesen Fällen besteht für Patient*innen, die bei der BARMER versichert sind, zusätzlich die Möglichkeit ein ambulantes multimodales Assessment (A-IMA) durchzuführen.

Das ambulanten multimodalen Assessment (A-IMA) ermöglicht durch eine umfassende ärztliche, psychologische und physiotherapeutische Untersuchung eine genauere Identifizierung von Patientinnen und Patienten mit Risikofaktoren für eine Chronifizierung von Schmerzen. Denn auch erst seit kurzem bestehende Schmerzen können Auswirkungen auf viele Bereiche des Körpers und des Lebens haben.

Im Anschluss an die Untersuchung besprechen die Untersucher*innen gemeinsam ihre Befunde und bewerten diese. Diese Ergebnisse sowie die sich daraus ergebenden Therapiemöglichkeiten werden dann mit den Patientinnen und Patienten ausführlich besprochen und gemeinsam das weitere Vorgehen festgelegt. 

Das A-IMA stellt eine prophylaktische Maßnahme dar, die durch das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren und eine daran angepasste Therapie eine Chronifizierung verhindern soll.

Für die Durchführung des ambulanten multimodalen Assessments benötigen wir keine Überweisung, Ihre Krankenkassenkarte von der BARMER reicht aus.

Eine Weiterbehandlung in unserer Schmerzambulanz ist möglich. Hierfür benötigen wir dann allerdings eine Überweisung.

Selbstverständlich überprüfen wir auch bei Patient*innen, die nicht bei der BARMER versichert sind in der ärztlichen Diagnostik, ob Risikofaktoren bestehen.

Ergänzende Informationen finden Sie auch in unserem Flyer .

 

PAIN2.0

Bei PAIN2.0 handelt es sich um eine Studie, die wir gemeinsam mit der Deutschen Schmerzgesellschaft und 21 weiteren Studienzentren in Deutschland durchführen.
Wir richten uns deshalb an Patient*innen

  • mit Schmerzen, die seit mindestens 6 Wochen bestehen und/oder seit längerer Zeit wiederholt auftretenden oder anhalten

  • die sich durch diese Schmerzen beeinträchtigt fühlen (Freizeit oder Familie oder Arbeit) oder/und arbeitsunfähig sind
  • bei denen bisher keine Chronifizierung besteht, aber Risikofaktoren für eine Chronifizierung vorliegen
  • die mind. 18 Jahre alt sind
  • die gesetzlich krankenversichert sind und die bereit sind, an einer ambulanten multimodalen Schmerztherapie teilzunehmen.

 In einem Flyer haben wir weitere Informationen für Sie zusammengestellt. Außerdem finden Sie hier einen kurzen Fragebogen, mit dem Sie eine erste eigene Einschätzung vornehmen können, ob PAIN2.0 für Sie geeignet ist.
Wenn Sie an PAIN2.0 teilnehmen möchten oder Fragen haben, wenden Sie sich gerne uns - wir werden Sie umfassend über die Studie informieren.

 

Weiterbildungen

Eine gute schmerztherapeutische Versorgung Betroffener ist uns sehr wichtig. Deshalb steht bei uns nicht nur die Behandlung sondern auch die Aus- und Weiterbildung von Kolleg*innen im Mittelpunkt. Denn nur wenn es genügend gut ausgebildete Schmerztherapeut*innen gibt, ist eine gute Schmerztherapie möglich.

 

Informationen für Ärzt*innen 

Die Leitende Ärztin der Sektion Schmerzmedizin besitzt eine Weiterbildungsbefugnis für 12 Monate in der Zusatzweiterbildung
Spezielle Schmerztherapie für Gebiete mit konservativ-interventionellen Weiterbildungsinhalten.

 

Informationen für Psycholog*innen

In Kooperation mit dem Bielefelder Institut für Psychologische Psychotherapieausbildung (BIPP GmbH) und der Universität Osnabrück besteht für Psycholog*innen im Rahmen ihrer Ausbildung zur/zum Psychologischen Psychotherapeutin/Psychotherapeutin die Möglichkeit die Praktische Tätigkeit im Umfang von mind. 600 Stunden gemäß AprV §2 (P2) in der Sektion Schmerzmedizin zu absolvieren.

 

Konsiliardienst

Wir verstehen die Behandlung von Patient*innen mit Schmerzen als eine ganzheitliche und interdisziplinäre Aufgabe. Deshalb arbeiten wir eng mit den anderen Fachabteilungen zusammen. Bei schmerztherapeutischen Fragestellungen während einer stationären Behandlung kann eine Mitbehandlung durch die Sektion Schmerzmedizin erfolgen (Konsiliardienst). Außerdem besteht die Möglichkeit bei spezifischen schmerztherapeutischen Fragestellungen bereits vor einer diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme oder einer Operation eine/einen Schmerztherapeutin/Schmerztherapeuten hinzuzuziehen.

Chronische Schmerzen

Wenn Schmerzen über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger anhalten, spricht man von chronischen Schmerzen. Anders als bei akuten Schmerzen besitzen chronische Schmerzen keine Warnfunktion mehr. Auch muss bei chronischen Schmerzen keine organische Ursache (mehr) vorliegen. Kommt es zu keiner Verbesserung der Schmerzsymptomatik nimmt die Chronifizierung zu, die Schmerzen verselbstständigen sich und es entsteht eine eigenständige Erkrankung: die Schmerzkrankheit.

Akute Schmerzen

Fast jeder Mensch leidet mindestens einmal in seinem Leben unter akuten Schmerzen. Akute Schmerzen bestehen weniger als sechs Monate und treten häufig im Zusammenhang mit einer Verletzung oder Erkrankung auf. Sie besitzen eine Warnfunktion und weisen in vielen Fällen auf eine Gewebeschädigung hin. Im Rahmen des natürlichen Heilungsprozesses bilden sie sich zurück und verschwinden nach einiger Zeit wieder vollständig. Welchen Zeitraum der Körper für den Heilungsprozess benötigt, ist individuell unterschiedlich und hängt auch von der Art und dem Ausmaß der Schädigung ab.

Wie stark Schmerzen empfunden werden, ist ebenfalls individuell unterschiedlich. So stellen neben Art und Ausmaß der Schädigung die individuelle Schmerzempfindlichkeit, der erlernte Umgang mit Schmerzen und seelische Belastungen wichtige Einflussfaktoren auf das Schmerzerleben dar.

Wichtig ist jedoch grundsätzlich, dass akute Schmerzen schnellstmöglich gut behandelt werden, um eine Chronifizierung zu verhindern. Ziel bei der Behandlung von akuten Schmerzen ist es, diese auf ein gut erträgliches Maß zu reduzieren. Denn dies ist die beste Prophylaxe gegen chronische Schmerzen.

Lernen Sie das Team kennen

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Ansprechpartner*in
Kontaktaufnahme

Ines Hufnagel
Leitende Ärztin Sektion Schmerzmedizin

Dina Schreiber
Sekretariat der Sektion Schmerzmedizin

Telefon: 0 57 31 / 77 28 14 80
E-Mail: mmst[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

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Eine gute Lebensqualität – das ist das Ziel, das wir gemeinsam mit Ihnen erreichen möchten.
– Ines Hufnagel
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