Darmkrebszentrum

Innere Gesundheit

Herzlich willkommen im Darmkrebszentrum Bad Oeynhausen

Das Darmkrebszentrum (DKZBOE) ist ein Netzwerk von Darmkrebsspezialisten in und um Bad Oeynhausen und Minden. Unsere Expertinnen und Experten für Diagnostik und Therapie des Darmkrebses sind in einem Darmkrebszentrum zusammengeschlossen, um ihr Fachwissen und ihre jahrelange Erfahrung miteinander abzustimmen und Ihnen die bestmögliche Therapie zu bieten. Das Zentrum in Bad Oeynhausen wird gemeinsam betrieben mit dem Darmkrebszentrum Minden aus dem Johannes Wesling Klinikum.

Mit der Gründung zum Darmkrebszentrum folgen die Ärzte den Empfehlungen der deutschen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebsgesellschaft und den Vorgaben der Gesundheitspolitik. Dadurch können Erkrankte am besten versorgt werden: Medizinische Versorgung durch alle beteiligten Berufsgruppen auf immer aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik. Aber auch Beratung und Hilfe schnell, umfassend und aus einer Hand.

Erkrankungen und Behandlungen

Bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen wurde im Rahmen einer Darmspiegelung (Koloskopie) eine Darmkrebserkrankung (Dickdarm- oder Enddarmkrebs) festgestellt. Damit hat für Sie eine Krankengeschichte begonnen, bei der wir Sie als „Darmkrebszentrum Bad Oeynhausen“ (DKZBOE) möglichst optimal unterstützen möchten. Abhängig von der genauen Lokalisation innerhalb des Darmes und dem Stadium der Erkrankung sind spezielle Untersuchungen und Therapieverfahren notwendig, die eine Chemotherapie, Strahlentherapie und Operation beinhalten können. Der Erfolg der Behandlung wird durch ein multiprofessionelles Team bestehend aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen, Pflegefachkräften, Sozialarbeiterinnen, Seelsorger, Psychologen, Physiotherapeuten und Stomatherapeuten unterstützt.

Wenn die Diagnose Darmkrebs bei Ihnen gestellt wurde stellen Sie sich zunächst in unserer Darmkrebssprechstunde vor. Hier finden Sie eine Ärztin/einen Arzt, der oder die Sie in unser Zentrum aufnimmt, die nächsten Schritte mit Ihnen bespricht und organisiert und Ihre Fragen beantwortet. Jede Patientin, jeder Patient wird im Sinne eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes behandelt. Für die Darmkrebsbehandlung essentiell ist die Besprechung Ihrer Erkrankung in der Tumorkonferenz. Die interdisziplinäre Tumorkonferenz findet in unserer Klinik an jedem Mittwoch gemeinsam mit dem „Viszeralonkologischen Zentrum Minden“ aus dem Johannes Wesling Klinikum statt. Hier kommen alle Entscheidungsträger der Fachdisziplinen Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie zusammen. Sie erörtern und beschließen das Behandlungskonzept der Tumorpatienten unter Berücksichtigung der individuellen Patientenfaktoren und der aktuellen medizinischen Leitlinien. So kann in diesem Expertengremium für jeden einzelnen Patienten die bestmögliche Therapie ermittelt werden.

Wie geht es weiter? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für mich?

Heutzutage kann, insbesondere wenn die Erkrankung in einem frühen Stadium gestellt wird, durch ein optimales Zusammenspiel verschiedener Spezialisten eine Heilung der Erkrankung erreicht werden. Aber auch in fortgeschrittenen Tumorstadien konnte die Behandlung in den letzten Jahren durch neue Medikamente und moderne Therapieverfahren entscheidend verbessert werden.

Operation bei Darmkrebs

Die Operation stellt in nahezu allen Fällen bei Dick- und Mastdarmkrebs die wichtigste Behandlung dar. Nur mit einer Operation ist nach heutigem Wissensstand eine Heilung (Kuration) dieser bösartigen Erkrankung möglich.

Ziel jeder Tumoroperation mit einem kurativen Ansatz muss es daher sein alle vorhandenen Tumorzellen mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe zu entfernen. Daher ist es vor jeder Operation sehr wichtig, den Grad der Tumorausprägung zu erfassen. Je genauer wir die Lokalisation, Größe und Ausprägung des Tumorgewebes kennen, umso genauer lässt sich die Therapie planen. Hierzu ist vorher eine genaue Diagnostik (Staging) mittels Endoskopie, Ultraschall und Schnittbilddiagnostik (CT, MRT) nötig.

Grundsätzlich ist beim Darmkrebs zwischen der Behandlung von Dick- und Mastdarmkrebs zu unterscheiden. Dies ist nicht nur durch die ggf. vorhandene Nähe des Tumors zum Schließmuskel beim Mastdarmkrebs bedingt, sondern auch durch die Nähe zu anderen wichtigen anatomischen Strukturen im Unterbauch bzw. Becken. Gerade beim Mastdarmkrebs ist es häufig erforderlich vor der Operation eine Behandlung mit Strahlen- und Chemotherapie durchzuführen, um eine vollständige Entfernung im Gesunden zu gewährleisten und die Gefahr eines Rückfalls zu reduzieren.

Da sich Tumorzellen aus dem Haupttumor lösen und zu Absiedlungen (Metastasen) in benachbarten Lymphknoten führen können, müssen neben der Entfernung des Haupttumors auch die zugehörigen Lymphknoten entfernt werden. Die Lymphbahnen verlaufen parallel zu den darmversorgenden Blutgefäßen. Somit ist es erforderlich die entsprechenden Schlagadern (Arterien) an ihrem Abgang aus der Bauchschlagader abzusetzen. Da diese Arterien meist ein deutlich größeres Darmsegment versorgen als das tumortragende Darmstück, bestimmt die zentrale Gefäßunterbindung auch die Größe des zu entfernenden Darmanteils.

Prinzipiell stehen heutzutage zwei unterschiedliche Operationsmethoden beim Dickdarm- und Enddarmkrebs zur Verfügung. Zum einen ist dies die klassische (offene) Methode über einen Bauchschnitt. Zum anderen existiert die minimal-invasive Schlüssellochtechnik (Laparoskopie), bei der nur kleinste Bauchschnitte durchgeführt werden und mit einer Kameraoptik und speziellen Arbeitsinstrumenten im Bauchraum operiert wird.

In den meisten Fällen wird in unserem Zentrum eine Tumorentfernung in Schlüssellochtechnik durchgeführt. Dadurch ist die Erholung etwas schneller möglich und im Vergleich zu einer offenen Operation weniger schmerzhaft. Grundsätzlich gilt aber, dass die zuverlässige Tumorentfernung oberste Priorität hat.

Vor jeder Operation besprechen wir detailliert mit dem Patienten wo der Tumor lokalisiert ist und welches Resektionsausmaß erforderlich sein wird, das heißt, wie viel vom Darm entfernt werden muss, um eine Heilung anzustreben. Bei diesem Gespräch wird insbesondere beim Mastdarmkrebs über die eventuell vorliegende Notwendigkeit gesprochen, ob ein vorübergehender oder dauerhafter künstlicher Darmausgang zu erwarten ist.

Nach der Operation werden die Patienten in der Regel kurzzeitig auf der Intensivstation betreut. Noch im Operationssaal wird der Beatmungsschlauch, der vom Narkosearzt zur künstlichen Beatmung während der Operation genutzt wurde, entfernt. Eine Magensonde wird ebenfalls am Operationsende entfernt. Eine Ableitung von Urin aus der Blase (Urinkatheter) bereitet keine Schmerzen und wird wenige Tage nach der Operation entfernt. Der Patient darf üblicherweise schon am Nachmittag nach der Operation Wasser trinken und z.B. ein Joghurt zu sich nehmen. Der Flüssigkeitshaushalt wird durch Infusionen ausgeglichen. Um Schmerzen nach dem Eingriff zu vermeiden, erhält jeder Patient eine spezielle Schmerztherapie, eventuell in Kombination mit einem rückenmarksnahen Schmerzkatheter (Peridural-Katheter). Wichtig ist in dieser Phase die aktive Teilnahme des Patienten am Genesungsprozess. Jeder Patient sollte möglichst mehrmals am Tag aus dem Bett aufstehen, im Stuhl sitzen und umherlaufen. Nachdem die Kost aufgebaut ist und der Patient sich wohl fühlt kann die Entlassung erfolgen. Nach Eingang des Ergebnisses der feingeweblichen (pathologischen) Untersuchung wird erneut in der interdisziplinären Tumorkonferenz über die weitere Therapie bzw. Nachsorge der Tumorerkrankung gesprochen und dem Patienten eine Empfehlung ausgesprochen.

Strahlentherapie bei Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom)

Bei der Strahlentherapie werden energiereiche Röntgenstrahlen zur Abtötung von Zellen eingesetzt. Sie führen durch ihre hohe Energie zu Schäden im Erbgut der Krebszelle. Durch die energiereichen Röntgenstrahlen geschädigte Zellen können ihre Erbinformationen nicht mehr lesen und Schäden nicht mehr reparieren. Am Ende führt das zum Absterben der Zellen.

Die Röntgenstrahlen unterscheiden nicht zwischen gesunden Zellen und Tumorzellen. Trotzdem sterben mehr Tumorzellen ab, weil normale (gesunde) Zellen weniger empfindlich sind, sich nicht so häufig teilen und sich schneller und besser erholen. Die Strahlentherapie wirkt nur in dem Bereich, der von den Strahlen erreicht wird; eine Ausbreitung der Strahlen in andere Teile des Körpers findet nicht statt.

Meist wird die Strahlentherapie beim Rektumkarzinom vor einer Operation durchgeführt (neoadjuvante Strahlentherapie). Dadurch sollen Tumorzellen abgetötet und der Krebs verkleinert werden. Die Bestrahlung erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor in diesem Gebiet nicht wieder nachwächst. Ab einer bestimmten Tumorgröße ist eine Bestrahlung vor der Operation notwendig.

Die Strahlentherapie wird meist kombiniert mit einer Chemotherapie (Radio-Chemotherapie). Ziel ist es dabei, die Tumorzellen für die Strahlen besonders empfindlich zu machen und den Tumor soweit zu verkleinern, dass er besser operiert werden kann und dass ggf. auch noch ein Schließmuskelerhalt möglich ist, der vorher unwahrscheinlich erscheint.

Eine Strahlenbehandlung erfolgt ambulant über mehrere Wochen. Der Grund hierfür liegt in der besseren Verträglichkeit, wenn man die Gesamtbestrahlungsmenge auf viele kleine Einzelgaben verteilt.

Findet die Bestrahlung vor der Operation statt, muss nach dem Abschluss der Bestrahlung vier bis sechs Wochen bis zur Operation gewartet werden. Erst dann hat die Therapie ihre volle Wirksamkeit entfaltet und die dadurch erzeugte Entzündung ist wieder abgeklungen. In dieser Zeit wird der Tumor kleiner.

Chemotherapie bei Darmkrebs

Neben der Operation ist die medikamentöse Therapie (Chemo- /Antikörpertherapie) die effektivste Behandlungsmethode gegen Darmkrebs. Diese Therapie kann vor der Operation erfolgen (neoadjuvante Chemotherapie) oder nach der operativen Therapie (adjuvante Chemotherapie).

Ziel ist es, die Heilbarkeit von Darmkrebs zu verbessern. Ob eine medikamentöse Therapie erforderlich ist und für den einzelnen Patienten Vorteile erbringt, hängt von dem Ausbreitungsstadium, der Aggressivität des Tumors, dem Alter und dem Gesundheitszustand des Patienten ab. Speziell beim Mastdarmkrebs erfolgt eine kombinierte Chemo-/Strahlentherapie in der Regel vor der Operation.

Auch im fortgeschrittenen Stadium einer Darmkrebserkrankung, wenn Metastasen bereits andere Organe befallen haben, lassen sich teilweise noch gute Erfolge erzielen. Sogar eine Heilung ist erreichbar. Für Patienten, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, lässt sich eine Besserung der tumorbedingten Beschwerden durch eine medikamentöse Therapie erreichen.

Portsystem

Die Chemotherapie und/oder Antikörpertherapie wird in der Regel als Tropf (Infusion) verabreicht, seltener auch als Tablette. Die Medikamente reizen die Venenwände und ein häufiges Anstechen der Vene an der Hand oder am Arm ist unangenehm und schmerzhaft. Häufig empfiehlt es sich daher, einen sogenannten Port anzulegen. Das ist eine kleine Kunststoffkammer, die unter der Haut eingepflanzt wird. Der Port wird in einer kurzen ambulanten Operation eingesetzt und kann monatelang benutzt werden.

Ambulante Behandlung

Durch moderne Begleittherapien konnte erreicht werden, dass die medikamentöse Therapie heutzutage häufig gut vertragen wird. Somit kann sie ambulant stattfinden. Dieses erfolgt in der Regel in einer onkologischen Schwerpunktpraxis unter der Aufsicht eines in der Tumortherapie erfahrenen und speziell ausgebildeten Arztes (Internist mit Schwerpunkt Onkologie).

Neben der Behandlung nach Leitlinien werden unter bestimmten Bedingungen auch die Teilnahme an nationalen und internationalen Therapiestudien angeboten. Diese haben das Ziel, die Behandlungen noch weiter zu optimieren und neue Therapien anzubieten. So wird erreicht, dass neue Erkenntnisse schneller in die Praxis einfließen und den Patienten angeboten werden können.

Zertifizierung

Das Darmkrebszentrum Bad Oeynhausen (DKZBOE) bereitet sich auf ein Zertifizierungsverfahren der Deutschen Krebsgesellschaft vor. Das bedeutet, dass wir unsere Behandlungsmethoden von offiziellen durch die Deutsche Krebsgesellschaft zugelassenen Gutachtern bewerten lassen. So sind die jeweiligen Behandlungsverfahren sorgfältig geplant, der Versorgungsablauf gut organisiert und alle beteiligten Experten der jeweiligen Berufsgruppe tauschen sich regelmäßig in Gesprächen über den jeweiligen Stand der Behandlung aus. Der Qualitätsbeauftragte des Darmkrebszentrums überprüft regelmäßig die Umsetzung der Verfahren in der Praxis und die Einhaltung der aktuellen Leitlinien der Fachgesellschaften. So zeigen wir auf der einen Seite Transparenz bezüglich der Behandlungsverfahren und auf der anderen Seite können wird kontinuierlich an Verbesserungen arbeiten.

Ambulanzen und Sprechzeiten
Darmkrebssprechstunde

Jeden Mittwoch findet ab 9 Uhr eine Spezialsprechstunde für Darmkrebspatienten in der Sprechstundenambulanz statt.

Terminvergabe über das Chirurgische Sekretariat, Telefon: 05731 / 771404

Eine erste Vorstellung ist nach Diagnosestellung noch vor Behandlungsbeginn notwendig, da hier eine Aufklärung über den Ablauf der Behandlung und die Aufnahme in das Darmkrebszentrum Bad Oenyhausen stattfindet. Der Arzt oder die Ärztin der Darmkrebssprechstunde bleibt für Sie auch im weiteren Erkrankungsverlauf ansprechbar und koordiniert die Einzelbausteine der Akutbehandlung Ihrer Krebserkrankung (Operation, evtl. Chemo- und Strahlentherapie).

 Kooperationen                       Für Einweiser

Lernen Sie das Team kennen

Alle
Leitung
Team

Dr. Klaus Frommhold
Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter Darmkrebszentrum Bad Oeynhausen

Telefon: 0 57 31 / 77 14 04
E-Mail: allgemeinchirurgie-oeynhausen[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Prof. Dr. M.A. Berthold Gerdes
Direktor der Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeral-, Thorax-, Kinder- und Endokrine Chirurgie und Leiter Darmkrebszentrum Minden

Telefon: 05 71 / 7 90 32 01
E-Mail: allgemeinchirurgie-minden[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Dr. Rolf Tieben
Ltd. Oberarzt
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Krankenhaus Bad Oeynhausen

Doctor-medic Adrian Marinica
Oberarzt und Zentrumskoordinator DKZBOE
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Krankenhaus Bad Oeynhausen

Dr. (syr.) Taofick Bachour
Oberarzt
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Krankenhaus Bad Oeynhausen

Dr. med. Jerzy Laniewski
Leitender Oberarzt und Zentrumskoordinator DKZM
Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeral-, Thorax-, Kinder- und Endokrine Chirurgie
Johannes Wesling Klinikum Minden

Dr. med. Saleem Elhabash
Oberarzt
Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeral-, Thorax-, Kinder- und Endokrine Chirurgie
Johannes Wesling Klinikum Minden

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Ziel unserer Arbeit ist das beste Ergebnis für unsere Patientinnen und Patienten.
– Dr. Klaus Frommhold
Klinikfinder