Forschung

Die Mediziner*innen der Mühlenkreiskliniken sind in der wissenschaftlichen Forschung aktiv.

Im Zentrum steht bislang die klinische Erprobung neuer Verfahren und Therapien. Dadurch ergibt sich ein unmittelbarer Nutzen für die Patientinnen und Patienten, die so jederzeit Zugang zu den neuesten medizinischen Therapien erlangen. 

Aber auch einige Projekte im Bereich der Grundlagenforschung sind im Rahmen der Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum angestoßen worden.

Darüber hinaus stehen die Ordinarien der Mühlenkreiskliniken für Promotions- und Habilitationsvorhaben zur Verfügung.

Die universitären Kliniken und Institute haben folgende Forschungsschwerpunkte (Liste wird laufend aktualisiert):

Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Arbeitsfeld und Methoden:

  • Geburtshilfe: Epidemiologische Betrachtung und Auswertung eines großen Patientinnenkollektivs eines Maximalversorgers
  • Thromophilie in Gynäkologie und Geburtshilfe: Epidemiologie und laboranalytische Verfahren in enger Kooperation mit dem Herz- und Diabeteszentrum NRW, Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin
  • Klinik und Pathophysiologie von Endometriose und Uterus myomatosus; Kooperation mit dem Zelllabor der Universitätsfrauenklinik Münster im Aufbau (eigene Vorarbeiten: u.a. DFG-gefördertes Projekt auf diesem Arbeitsgebiet)
  • Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) – Studiengruppe Ovar
  • Das Mamma-Carcinom und seine Vorstufen – gibt es spezifische metabolische Veränderungen; Massenspektrometrie Imaging (MSI), in enger Kooperation mit dem Projektleiter Prof. Kellner (Institut für Pathologie am JWK Minden)

Aktuelle Themen/Projekte:

  • Retrospektive Analyse der Therapieergebnisse von Patientinnen mit Frühgeburtsbestrebungen (Aktuell abgeschlossene Promotionsarbeit)
  • Effekt des schwangerschaftsinduzierten Diabetes mellitus (GDM) auf die Entwicklung von Mutter und Kind in graviditate; eine retrospektive und prospektive Analyse
  • Rationale für die deutlich gestiegene Sectiorate in deutschen Kliniken – unter besonderer Beachtung des Landes NRW; Aufbau einer Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Arbeitsgruppe Qualitätssicherung
  • Schwangerschaft und Gerinnung; Vorsitz und Vortrag im Rahmen des ersten Symposiums der Sektion Hämostaseologie der DGKL und des 5. Nordwestdeutschen Hämostaseologischen Symposiums (23.11./24.11.2018, HDZ NRW Bad Oeynhausen)
  • Promotionsarbeit mit dem Thema: Endometrioseassoziierte Malignome – eine retrospektive Analyse an der Universitätsfrauenklinik Minden; aufbauend auf der aktuellen S2K-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie der Endometriose

Zusammenfassung:
Die Universitätsfrauenklinik Minden ist eine Klinik der überregionalen medizinischen Spitzenversorgung (etabliertes Brustzentrum des Landes NRW; Erfüllung der Vorgaben eines gynäkologisch-onkologischen Zentrums; etabliertes Pränatal-Zentrum des Level 1). Dadurch bedingt werden eine Vielzahl von Patient*innen mit u.a. sehr komplexen benignen sowie malignen Krankheitsbildern klinisch versorgt. Hierdurch liegt der Schwerpunkt der Forschung zunächst auf epidemiologischen Untersuchungen gynäkologisch-geburtshilflicher Fragestellungen. Hieraus ergeben sich Kooperationen mit grundlagenwissenschaftlich orientierten Instituten und Laboratorien – wie dem speziellen Gerinnungslabor des HDZ NRW Bad Oeynhausen, dem Pathologischen Institut am JWK Minden, dem Zellkulturlabor der Universitätsfrauenklinik Münster. Diese Kooperationen sind im Aufbau und sollen in Zukunft weiter gestärkt werden.

Existierende Konsortien:

  • Pathologischen Institut am JWK Minden (Leiter Prof. Dr. U. Kellner)
  • Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin des Herz- und Diabeteszentrums NRW, UK RUB
  • Forschungslabor der Universitätsfrauenklinik Münster 
Leitung

Univ.-Prof. Dr. Philipp Soergel, MHBA
Direktor
Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Telefon: 05 71 / 7 90 41 01
E-Mail: frauenklinik-minden[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Palliativmedizin

Arbeitsfeld und Methoden:
Wissenschaftlicher Schwerpunkt der Klinik sind die chronischen myeloproliferativen Neoplasien (MPN). Die Abteilung gehört nach den Kriterien der deutschen Studiengruppe MPN (GSG-MPN) zu den 11 sogenannten Centers of Excellence für diese Erkrankungsgruppe in Deutschland. Die Förderung der Abteilungsforschung erfolgte bisher durch die Jose-Carreras-Stiftung und das Kompetenznetz akute und chronische Leukämien. Der Abteilungsdirektor Professor Grießhammer ist Leiter der deutschen Studiengruppe MPN (GSG-MPN). Die Gruppe hat zur weiteren Förderung im April 2018 einen Verbundantrag beim BMBF eingereicht (Titel: „Target-MPN“, Koordinator: Prof. Dr. F. Heidel, Uni Jena). Im Rahmen des European Leukemia Network vertritt der Abteilungsleiter die Forschungsaktivitäten der MPN in Europa. Im Oktober 2014 erhielt er zusammen mit anderen Europäischen Experten von der European Hematology Association (EHA) den Aufruf die European Hematology Research Roadmap für MPN zu erstellen. Aktuell ist ein von der Firma Novartis mit 10 Millionen Euro unterstütztes Forschungsprojekt (Koordination über Universität Heidelberg/Mannheim: Prof. Dr. A. Reiter), das E-MPN (für European MPN Initiative), genehmigt und in der Realisierungsphase.

Neben zahlreichen klinischen Studien auf dem Gebiet sind weitere feste Schwerpunkte der Abteilung die molekulare Charakterisierung der MPN mittels NGS (next generation sequencing) und insbesondere die Untersuchung sogenannter triple negativen Fälle mittels whole genome sequencing.

Aktuelle Themen/Projekte:

  • Registerstudie und Biobanking der MPN im Rahmen der GSG-MPN (bisher 182 MPN Patient*innen aus Minden eingebracht - Kooperation Uni Ulm, Prof. Dr. K. Döhner und Uni Aachen, Prof. Dr. T. Brümmendorf).
  • Investigator-initiated trials (IITs) der GSG-MPN: POMINC Studie (LKP: Prof.Dr. K. Döhner, Uni Ulm), Ruxo-Beat Studie (LKP: Prof. Dr. S. Koschmieder, Uni Aachen) und alloRuxo Studie (Prof. Dr. N. Kröger, UKE Hamburg).
  • Charakterisierung „triple negativer MPN Fälle“ mittels whole genome sequencing (Kooperation Uni Bielefeld, Prof. Dr. J. Kalinowski, CeBiTec).
  • Projekt „Pregnancy in MPN“ im Rahmen des E-MPN (Kooperationspartner: europaweit, alle Mitglieder des E-MPN).
  • Projekt „Clinical course and prognosis of young MPN patients <25 years (Kooperationspartnerin; Prof. Dr. Claire Harrison, London).
  • Projekt „Seondary Neoplasia in MPN” (Kooperationspartner: Prof. Dr. T. Barbui, Bergamo). 
  • NGS bei MPN (bisher > 200 MPN Patient*innen charakterisiert, Kooperationspartner: Dr. M. Tiemann, HämatoPathologisches Institut Hamburg).
  • Abteilungsleiter ist Hauptverfasser der deutschen Onkopedia Leitlinien 2018 der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) für die Myelofibrose und Koautor der europäischen MPN Leitlinien des European MPN Networks.

Zusammenfassung:
Themenschwerpunkte sind die klinische und molekulare Charakterisierung und die Therapieoptimierung der myeloproliferativen Neoplasien (MPN) im Rahmen von prospektiven und kontrollierten Studien. Da es sich bei den MPN um seltene Erkrankungen handelt ist eine Kooperation in Deutschland als Studiengruppe und übergeordnet auf europäischer Ebene im Rahmen der European MPN Working Group von zentraler Bedeutung.

Existierende Konsortien:

  • German Study Group for Myeloproliferative Neoplasms (GSG-MPN), Leiter: Prof. Dr. M. Griesshammer, Minden.
  • Deutsches Kompetenznetzwerk „akute und chronische Leukämie (KNL)“, Leiter: Prof. Dr. R. Hehlmann.
  • E-MPN, als neu geschaffenes Konsortium mit eigenem Projektantrag, Leiter: Prof. Dr. A. Reiter, Mannheim.
  • European MPN Working Group (Leiter: Prof. Dr. T. Barbui, Bergamo)
  • Forschungsförderung OWL Uni Bielefeld / Minden der RUB (Prof. Dr. J. Kalinowski, Bielefeld).
Leitung

Prof. Dr. Martin Griesshammer
Direktor
Onkologie

Telefon: 05 71 / 7 90 42 01
E-Mail: Haematologie-onkologie[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie

Arbeitsfeld und Methoden:
Wissenschaftlicher Schwerpunkt der Klinik sind die neurovaskulären Erkrankungen, insbesondere Bildgebung, Akuttherapie/Intensivtherapie und die Sekundärprophylaxe bei ischämsichen Schlaganfällen und intrazerebralen Blutungen. Die Klinik gehört im nationalen und internationalen Therapiestudien-Umfeld zu den Hochrekrutierern, was unter anderem durch zahlreiche Publikationen reflektiert ist, zwei dieser Studien sind derzeit eingereicht bei Lancet Neurology und im New England Journal of Medicine.

Weitere Kollaborationen bestehen im Umfeld des Kompetenznetzwerkes Schlaganfall, der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und der Europäischen Schlaganfallorganisation. Im Rahmen der Internationalen Arbeitsgruppe für Stroke Imaging besteht der fortlaufende Auftrag zur Erstellung von Imaging Roadmaps in der Schlaganfalldiagnostik (siehe Wintermark et al). 

Der Klinikdirektor vertritt auch als Vorstandsmitglied der Europäischen Schlaganfallorganisation Verbundprojekte für Blutungsforschung (RETRACE, Leitung Prof. H. Huttner) und endovaskuläre sowie intravenöse Rekanalisationsverfahren (Leitung Prof G.  Tsivgoulis, Athen)

Neben zahlreichen klinischen Studien auf dem Gebiet sind weitere feste Schwerpunkte der Klinik Phase IV Implementierungsstudien in der Behandlung neuroimmunologischer Erkrankungen, restorative Schlaganfallstudien der Phasen 2-3 (RESTORE), sowie sekundärpräventive Studien (RESPECT-ESUS, THALES) wie auch IITs (ATTICUS, PI Prof. S. Poli, Freiburg).

Aktuelle Themen/Projekte:

  • Siehe oben
  • Klinikdirektor ist Mitverfasser der europäischen Leitlinien zur interventionellen Schlaganfalltherapie.

Zusammenfassung:
Themenschwerpunkte sind die klinische Schlaganfallforschung sowie Implementierung neuer Therapieverfahren bei der Schlaganfallbehandlung.

Existierende Konsortien:

  • Deutsches Kompetenznetzwerk Schlaganfall, Leiter: Prof. Dr. A. Villringer
Leitung

Prof. Dr. Peter Schellinger
Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie
Neurologie und Neurogeriatrie

Telefon: 05 71 / 7 90 35 01
E-Mail: neurologie[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin

Arbeitsfeld und Methoden:
Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit in der Klinik ist die Durchführung klinischer Studien im Bereich der klinischen Anästhesie und Notfallmedizin. In diesem Zusammenhang führen wir eigene, monozentrische Studien durch, beteiligen uns jedoch auch als Studienzentrum an großen multizentrischen Forschungsprojekten (siehe aktuelle Themen / Projekte). 

Aktuelle Themen/Projekte:

  • MAP-OWL – Molekulargenetische Abklärung des plötzlichen oder überlebten Herz-Kreislauf-Todes notfallmedizinischer Fälle unter 50 Jahren
  • Intravaskuläres versus konventionelles Wärmemanagement bei pankreaschirurgischen Eingriffen: eine monozentrische, prospektive, randomisierte, einfach verblindete Studie

Teilnahme als Studienzentrum:

  • Peri-interventional Outcome Study in the ELDERY (POSE). A prospective, multi-centre cohort observational studiy.
  • Prospective, Controlled, Double-Blind, Randomized Multicentric Study On The Efficacy And Safety Of An Early Target Controlled Plasma Volume Replacement Therapy With A Balanced Gelatine Solution vs A Balanced Electrolyte Solution In Patients With Severe Sepsis
  • Hypotens – Therapie einer intraoperativen Hypotension mit Theodrenalin / Cafedrin versus Ephedrin: eine multizentrische, prospektive, cluster-randomisierte, nicht-interventionelle Studie

Zusammenfassung:
Die Teilnahme an den o.a. multizentrischen Studien und die Durchführung der eigenen monozentrischen Studien stehen in Zusammenhang mit mehreren laufenden Promotionsverfahren verschiedener Mitarbeiter der Klinik.

Existierende Konsortien:

  • Im Rahmen der Hypotens-Studie besteht eine Zusammenarbeit mit der Universität Marburg, die die Gesamtstudienleitung dieses Projektes innehat.
  • Ferner besteht für die molekulargenetische Studie „MAP-OWL“ eine enge Kooperation mit dem Erich und Hanna Klessmann Institut für Kardiogenetik von Professor Dr. H. Milting im Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen. 
Leitung

Priv.-Doz. Dr. Gerrit Jansen, MHBA
Kommissarischer Klinikdirektor
Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerzmedizin

Telefon: 05 71 / 7 90-5 44 14
E-Mail: gerrit.jansen[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Orthopädie

Arbeitsfeld und Methoden: 

  • Arthroskopische Gewebsgewinnung bei liegender Hüftendoprothese zur mikrobiologischen und histologischen Analyse
  • Retrospektive Analyse einer nichtmodularen Revisionsprothese bei der Hüftwechseloperation  
  • Retrospektive Analyse der Behandlung von Patient*innen mit Osteochondrosis Dissecans am Talus

Aktuelle Themen/Projekte:

  • Im Rahmen einer retrospektiven Analyse von 35 Patienten mit liegender Hüftprothese wird der Wert der arthroskopischen gegenüber der offenen Gewebsgewinnung bewertet. Die Analyse der offenen Gewebsgewinnung zur histopathologischen und mikrobiologischen Bewertung erfolgt am UKE Hamburg. Bei allen Patienten erfolgte im Vorfeld die Punktion der betroffenen Hüftendoprothese um ein aseptisches von einem septischen Versagen abzugrenzen. Die Analyse der arthroskopischen Gewebsgewinnung wird diesem gegenübergestellt. Die Sensitivität und Spezifität dieser Gewebsanalyse wird gegenübergestellt zu den Ergebnissen der späteren Wechselendoprothetik 
  • In der Hüftwechselchirurgie gelockerter Prothesenstiele wurden in der Vergangenheit stets modulare Konstrukte gewählt um bei distaler Fixierung des Stieles die rekonstruktion modular im proximalen Anteil zu ermöglichen. Als Alternative werden in jüngster Zeit nicht modulare Prothesen gewählt. In einer retrospektiven Analyse wurden bei einem durchschnittlichen Follow-up von 12 Monaten und einem mindest Follow-up von 3 Monaten 24 Hüftwechseloperation mit dem monoblock Schaft analysiert. Bei allen Patient*innen wurde der Knochendefekt Status am Femur erfasst. Klinisch wurden die Hüftscores, sowie die Lebensqualität erfasst. 
  • Bei 33 Patient*innen mit Knorpelverletzung (Osteochondrosis Dissecans) des Sprunggelenkes erfolgten offene Rekonstruktionen mit einer Knorpelersatz Matrix. Diese wurden bei einem mindest Follow-up von 6 Monaten nach Vorlage der Zustimmung der Ethik Kommission RUB retrospektiv klinisch erfasst. In allen Fällen wurden im Rahmen der Nachuntersuchung eine MRT-Bildgebung zur Erfassung des Knorpelstatus durchgeführt. 

Zusammenfassung:

  • Die arthroskopische Gewebeentnahme zur mikrobiologischen und histologischen Bewertung hat eine hohe Sensitivität und den Vorteil gegenüber der offenen Gewebsentnahme der deutlich niedrigeren Invasivität des betroffenen Patient*innen. 
  • Die wissenschaftliche Arbeit belegt den Einsatz nichtmodularer schäfte in der hüftendoprothesen wechsel chirurgie. trotz fehlender modularität zeigt sich keine vermehrte dislokation. sinterungen sind vergleichbar zu den modularen revisions schäften. eine langfristige betrachtung dieser wechsel schäfte ist bei deutlich einfacherer intraoperativer handhabung sinnvoll.  
  • Die offene Rekonstruktion einer Knorpel-, Knochenverletzung am oberen Sprunggelenk stellt eine hohe Herausforderung dar. Retrospektive Analysen einer Knorpel Ersatz Matrix beweisen zumindest klinisch eine Optimierung der der Beschwerden und Lebensqualität. MRT-Untersuchung unterstreichen bei einer Nachuntersuchungszeit von mindestens 6 Monaten eine noch verbliebene Verletzung der chondralen Strukturen. 

Existierende Konsortien: 

  • UKE Hamburg (Univ.-Prof. Dr. A. Niemeier)
Leitung

Univ.-Prof. Dr. Patrick Orth
Direktor Universitäres Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie
Orthopädie

Telefon: 0 57 31 / 2 47 31 01
E-Mail: orthopaediechirurgie-avk[at]­­­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Arbeitsfeld und Methoden:

  • Pharmakologie/Pharmakovigilanz (Cluster-randomisierte Studie mit 6 Sequenzen und gestuftem Interventionsbeginn (Stepped-Wedge-Design).
  • Hirntumoren/pädiatrische Onkologie
  • Seltene Erkrankungen (zum Beispiel Hypophosphatasie)

Aktuelle Themen/Projekte:

  • Untersuchungen zur Prävalenz und Epidemiologie der Hypophosphatasie 
  • KidSafe: Implementierung und Evaluation einer neuen Versorgungsform
  • Teilnahme an den entsprechenden Phase I/II-Studien, der AMG-Studien sowie der wissenschaftlichen Begleitprojekte der pädiatrischen Onkologie im Rahmen der Patientenversorgung

Details zur Studie KidSafe: Kinder sind bei der Versorgung mit Arzneimitteln im Hinblick auf deren Sicherheit und nachgewiesene Wirksamkeit benachteiligt. Internationale Studien belegen, dass im stationären Bereich ca. 42 bis 90 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Medikamente außerhalb ihrer Zulassung („off-label use“) erhalten und ca. 10 bis 65 Prozent der verordneten Arzneimittel ohne Zulassung (unlicensed use) eingesetzt werden. Studien auf neonatalen Intensivstationen ergaben Prävalenzen von teilweise über 90 Prozent. Im ambulanten Bereich werden ca. 46 bis 64 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mittels off-label-Anwendung behandelt und etwa 11 bis 31 Prozent aller Verordnungen sind dabei außerhalb der Zulassung. Aufgrund von off-label-Anwendungen, fehlenden altersgerechten Darreichungsformen und komplexen Dosisberechnungen treten Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und Medikationsfehler (MF) bei Kindern besonders häufig auf. MF mit dem Potenzial, Patienten zu schädigen, traten in einem Kinderkrankenhaus im Vergleich zu Erwachsenen dreimal häufiger auf (29 versus 9,1 pro 1.000 Behandlungstagen). MF treten in allen Phasen des Medikationsprozesses auf, besonders kritisch ist jedoch die ärztliche Verordnung und – bei kleinen Kindern – die Notwendigkeit der Gabe von Teilmengen (Verdünnungen bei intravenöser Gabe und Teilung von Tabletten) sowie die Applikation von, Medikamenten über eine Sonde [6]. Es ist davon auszugehen, dass 3 Prozent bis 5 Prozent aller stationären Aufnahmen von Kindern aufgrund einer aufgetretenen UAW erfolgen. Die Aufdeckung und Meldung von UAW ist bei Kindern aufgrund der häufigen off-label-Verordnung ,ein besonders wichtiges Instrument der Pharmakovigilanz, weil darüber wichtige Signale zu möglichen Sicherheitsrisiken von Arzneimitteln generiert werden können. Die Melderate bei Kindern ist jedoch gering. Sie betrug 2008 im Vergleich zu der bei Erwachsenen nur die Hälfte (0,45) der Meldungen pro eine Million Personen und muss im Interesse der Sicherheit der Kinder verbessert werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Versorgungsdefizit bei der Arzneimitteltherapie in der Kinder- und Jugendmedizin durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist: 1. Fehlende Informationen zur Anwendung von off-label-Medikamenten, nicht nur bezüglich des Arzneimittels und der Dosis, sondern auch hinsichtlich der Darreichungsform; 2. Im Vergleich zur Erwachsenenmedizin erhöhte Rate an vermeidbaren UAW und MF; 3. Fehlende systematische und kontinuierliche Überwachung der für Kinder und Jugendliche verschriebenen Medikamente. Ziel des Projektes KiDSafe ist es, Versorgungsdefizite in der medikamentösen Therapie von Kindern und Jugendlichen durch die Einführung einer rationalen, evidenzbasierten Pharmakotherapie zu vermindern und die medizinische Versorgung mit Arzneimittel bei Kindern zu verbessern und sicherer zu machen. Durch eine pragmatische Umsetzung des pädiatrisch-pharmakologischen Wissens in die Praxis soll die medikamentöse Therapie strukturierter und sicherer werden und weniger pädiatrische Patienten vermeidbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) und Medikationsfehler (MF) erleiden. KiDSafe ist ein Projekt, das das Bewusstsein für die korrekte Anwendung von Pharmaka bei KindernZiel: Das Ziel des KiDSafe Projektes ist es, die Sicherheit bei der Verordnung von Arzneimitteln für Kinder und Jugendliche zu erhöhen. Dies soll durch die regelmäßige Teilnahme niedergelassener Ärzt*innen an pharmakologischen Qualitätszirkeln (=PaedZirk), die Nutzung eines webbasierten Arzneimittelinformationssystems (=PaedAMIS) und die Stimulation praxisseitiger Spontanmeldung unerwünschter Arzneimittelereignisse (UAE) (=PaedReport) erreicht werden. Mit Hilfe der neuen Versorgungsform PaedPharm (PaedAMIS+PaedZirk+PaedReport) soll der Anteil UAE-bedingter stationärer Aufnahmen um ein Drittel (von 3 auf 2 Prozent aller Aufnahmen) gesenkt werden. Nach Abschluss des Projektes soll PaedPharm verstetigt werden, indem sie in die Regelversorgung aufgenommen wird.

Leitung

Prof. Dr. Bernhard Erdlenbruch
Direktor
Kinder- und Jugendmedizin

Telefon: 05 71 / 7 90 40 01
E-Mail: kinderklinik-minden[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Leitung

Dr. Andreas von der Lühe
Kommissarischer Klinikdirektor
Psychiatrie

Telefon: 0 57 41 / 35 43 01
E-Mail: seelische.gesundheit[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Wir an der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sind sehr forschungaktiv. Die Beforschung von essgestörtem Verhalten ist dabei eins unserer wissenschaftlichen Schwerpunkte. Wir untersuchen, wie wir die Diagnostik und die Therapie für Menschen mit essgestörtem Verhalten verbessern können und möchten mit unserer Arbeit zur Entstigmatisierung von Essstörungen in der öffentlichen Wahrnehmung und bei professionellen Helfer*innen (Ärztinnen und Ärzte) beitragen. Weitere mit Essstörungen verbundene Aspekte wie Körperbild und Körperwahrnehmung, Bewegungsverhalten und komorbide Erkrankungen (z.B. Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen) sind Themen, die von unseren Doktorand*innen zur Zeit bearbeitet werden. Neben den Essstörungen interessieren wir uns für Psychokardiologie, Verhaltenssüchte, Pandemie-assoziierte Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, Sprache in der Psychotherapie und den Einsatz neuerer Technologien (z.B. Virtuelle Realität) in der Psychotherapie. Wir haben Kooperationen mit mehreren Wissenschaftler*innen national und international etabliert. Unsere Projekte werden zum Teil von Drittmitteln finanziert.

Als universitäre Einrichtung sind wir auch an der Lehre von Medizinstudierenden beteiligt und entwickeln innovative Konzepte (neue Lehrinhalte und Unterrichtsformen), um künftige Ärzt*innen auf die Herausforderungen von diversen, sich wandelnden Gesellschaften vorzubereiten. Dazu gehören z.B. unsere Projekte der Entwicklung von curricularen Inhalten zur psychischen Gesundheit von LGBTIQ+ Menschen.

Universitätsklinik für Augenheilkunde

Arbeitsfeld und Methoden:
Untersuchungen am kornealen Nervenplexus zur Erfassung der diabetischen und anderer peripherer Polyneuropathie-Formen mit Hilfe der kornealen konfokalen Mikroskopie (CCM).

Aktuelle Themen/Projekte:
Korneale konfokale Mikroskopie (CCM) des subbasalen Hornhaut-Nervenplexus bei Patienten mit früher diabetischer Polyneuropathie
Studie E-2015-1
(Augenbelegklinik am JWK / Diabetesklinik am HDZ)

Zusammenfassung:
Durch die Kombination eines konfokalen Laser-Topographen (HRT III, Heidelberg Engineering, Heidelberg) mit dem Rostocker Cornea Modul (RCM) ist eine hochauflösende Darstellung des subbasalen Hornhaut-Nervenplexus möglich. Diese Methode erlaubt neben der Dichte der Nervenfasern auch die Art der Verzweigung und andere Parameter des Nervengeflechts mit Hilfe einer entsprechenden Bildverarbeitungs-Software auszuwerten. Es wurden bisher 30 Kontroll-Probanden und je 30 Diabetiker (Typ 2) ohne und mit beginnender diabetischer Polyneuropathie (NSS 3-4, NDS 3-5) eingeschlossen. Die Auswertung der Ergebnisse wird in Kürze abgeschlossen sein. Zurzeit wird eine Folge-Studie für eine andere periphere Polyneuropathie-Form geplant.

Existierende Konsortien:
Die Arbeitsgruppe besteht bisher aus Mitarbeitern der Augenklinik am Johannes Wesling Klinikum Minden, der Diabetesklinik des Herz und Diabeteszentrums NRW Bad Oeynhausen und der Universitätsaugenklinik Rostock.
Als Studien-Sponsor fungierte die Firma Heidelberg Engineering, Heidelberg.

Leitung

Priv.-Doz. Hans-Joachim Hettlich
Facharzt für Augenheilkunde

Telefon: 05 71 / 828 210
E-Mail: info[at]­augenklinik-minden[dot]de

Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Phlebologie

Arbeitsfeld und Methoden:
Dermatoonkologie und Genodermatosen, Morbus Darier, Laserdissektion des Tumormaterials, Sequenzierung, NGS, ddPCR.

Die zur Anwendung kommenden Technologien sind next generation sequencing, insbesondere high-through-put PCR, zudem high-through-put-T-Zell-Rezeptor CDR3-Region sequencing zur Identifizierung von T-Zell-Klonen. Hierzu erforderlich ist die DNA von kryopräservierter Hautbiopsien mit nachfolgender Immunsequenzierung. Die isolierte DNA wird mittels einer next generation sequencing Analyse unterzogen. 

Für die Analyse der Genoinformationen bietet sich neben der klassischen Sanger (Applied Biosystems)-Technologie heutzutage die Illumina-Sequenziertechnik an. Mit Hilfe der Sequenzierautomaten und eine Reihe von speziellen Biochemikalien-Kits können einzelne Kandidatengene (Sanger-Sequenzierung), viele Kandiatengene (panels), das vollständige Exom (Gesamtheit aller kodierenden Genbereiche) oder sogar das Genom eines*einer Patient*in oder eines Tumors bestimmt werden. Die aus dem Gewebe isolierte DNA wird entweder dazu benutzt, mittels Hybridisierungsverfahren bestimmte Genbereiche bzw. das gesamte Exom anzureichern oder gleich mittels PCR und Primersets ausgewählte krankheitsrelevante Gene zu amplifizieren. Sequenzierfirmen haben dazu bereits disease panels konstruiert, die viele bekannte, krankheitsrelevante Gene umfassen. Isolierte DNA oder Amplikons werden anschließend zu Sequenzierbibliotheken  verarbeitet und mit einer vorher kalkulierten Redundanz sequenziert. Anschließend werden die erhaltenen Sequenzdaten auf dem humanen Referenzgenom kartiert und Mutationen (SNPs= single nucleotide polymorphismus) in solchen Regionen bestimmt, die eine genügend hohe Abdeckung aufweisen. Diese SNPs können dann mit Mutationsdatenbanken oder selbst erstellten Daten verglichen werden. Auch Kopienzahlmutationen werden so auffällig. 

Aktuelle Themen/Projekte:
Die genetischen Alterationen in den unterschiedlichen Entwicklungsstadien der kutanen T-Zelle sind sowohl für die aufgeführten Gene, als auch für die betroffenen Signaltransduktionswege nicht bekannt.

Dissertationsarbeiten unter der Leitung von Prof. Stadler und Dr. René Stranzenbach:

  • Untersuchung eines neuen Markerpanels zur Bestimmung der Blutbeteiligung bei Patient*innen mit Mycosis fungoides (und Sézary-Syndroms)
    Frau Annette Bielefeld
  • Identifizierung von krankheitsrelevanten Genvarianten bei Patient*innen mit Dyskeratosis follicularis Darier mittels Next-Generation-Sequenzierung
    Herr Christoph Ulbrich
  • Bestimmung der Variabilität von „copy number variations“ (CNVs) spezifischer Gene in Plaque- und Tumor-Proben unterschiedlicher Patient*innen mit CTCL Subtyp MF
    Frau Hanna Hansen
  • Monozentrische, retrospektive Studie zum Ansprechen von IFN-Alpha bei Patient*innen mit malignen Melanom Stadium IIC (pT4b) im Vergleich zu Patient*innen im Stadium IIB (nur pT4a)
    Frau Janina Praxenthaler
  • Stellenwert der PET/CT-Diagnostik für das Therapieansprechen von BRAF-Inhibitoren (ggf. in Kombination mit MEK) bei B-RAF positiven Patient*innen
    Herr Matthias Tourbier
  • Retrospektive monozentrische Auswertung der Langzeitüberleber bei Melanom Stadium IV
    Herr Vlasios Eleftheriadis
  • MTX-topische – proof of concept
    Herr René Stranzenbach
  • MF-Metho TREX-P’rojekt: POC K34/18-ZKSD: Halbseitenvergleich der topischen Therapie mit Methotrexat (0,5 % in Basiscreme DAC) und einem Klasse III Glukokortikoid bei Patient*innen mit Mycyosis fungoides IIT
    Rene Stranzenbach
  • Incidence of cutaneous T-cell-lymphoma in Germany
    Konzept in Planung
  • Vergleich der Effektivität von Caelys gegenüber Gemcitabin bei Patient*innen mit Mycosis fungoides
    Konzept in Planung

Zusammenfassung:
In dem vorliegenden Forschungsprojekt sollen zehn Proben früher kutaner T-Zell-Infiltrate mit 10 Proben bei fortgeschrittenen T-Zell-Lymphomen verglichen werden, da beide Stadien in einem*einer Patient*in vorkommen können, ist auch ein intraindividueller Vergleich angestrebt. Die zur Anwendung kommenden Technologien sind next generation sequencing, insbesondere high-through-put PCR, zudem high-through-put-T-Zell-Rezeptor CDR3-Region sequencing zur Identifizierung von T-Zell-Klonen. Hierzu erforderlich ist die DNA von kryopräservierter Hautbiopsien mit nachfolgender Immunsequenzierung. Die isolierte DNA wird mittels einer next generation sequencing Analyse unterzogen. 

Existierende Konsortien:

  • Kooperation mit dem CeBiTeC Bielefeld
  • HDZ (Herz- und Diabetes Zentrum Bad Oeynhausen)
Leitung

Prof. Dr. Ralf Gutzmer
Direktor Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Phlebologie
Dermatologie

Telefon: 05 71 / 7 90 1651
E-Mail: dermatologie-minden[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

Arbeitsfeld und Methoden:
Aus historischen Gründen ist die klinische Forschung Schwerpunkt der Klinik.
Hier steht die wissenschaftliche Auswertung neu entwickelter Behandlungsmethoden im Vordergrund.
Eine grundlagenwissenschaftliche Untersuchung in Zusammenarbeit mit Priv Doz. Dr. Dr. M. Scheer, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikuim Johannes Wesling, befasst sich mit dem Nachweis flüchtiger organischer Verbindungen (sog. volatile organic compounds; VOCs) in der Atemluft des*der Patient*in zur Früherkennung des Pharynx-/Larynxkarzinoms.

Aktuelle Themen/Projekte:
Atemprobengewinnung mit Kollektor-System und VOC Analyse mit Gaschromatographie gekoppelt mit einem Massenspektrometer.

Zusammenfassung:
Die wissenschaftliche Auswertung der Therapieergebnisse ermöglicht eine korrekte Bewertung der verschiedenen Verfahren und gibt damit dem*der Patient*in die Möglichkeit die bestmögliche Therapie zu erhalten; aktuell u.a. prospektive Studie zur Hypoglossusstimulation bei OSAS.
Der Nachweis flüchtiger Verbindungen in der Atemluft soll helfen Malignome im Kopf-/Halsbereich frühzeitig und ohne invasive Diagnostik zu ermöglichen.

Existierende Konsortien:

  • Wissenschaftliche Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Dr. Dr. M. Scheer, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie Minden
  • Wissenschaftliche Kooperation mit Dr. Fox, Herz-Diabetes Zentrum Bad Oeynhausen
Leitung

Univ.-Prof. Dr. Stefan Volkenstein
Direktor
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Telefon: 05 71 / 7 90 36 01
E-Mail: hno-klinik[at]­­muehlenkreiskliniken[dot]de

Universitätsinstitut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin

Das Universitätsinstitut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin verbindet klinische Hochleistungsmedizin mit anwendungsorientierter, interdisziplinärer Bildgebungsforschung. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung, Evaluation und klinische Überführung neuer diagnostischer und minimalinvasiver Verfahren.

Unsere Forschung nutzt moderne Bildgebungstechnologien wie Photon-Counting-CT, spektrale Computertomographie, Hoch- und Niedrigfeld-MRT, PET/CT, SPECT/CT und digitale Angiographie. Ergänzt werden diese Verfahren durch quantitative Bildanalyse, Radiomics, Methoden der künstlichen Intelligenz und die gemeinsame Auswertung von Bilddaten, klinischen Parametern, Labordaten und molekularpathologischen Informationen.

Ein besonderes Merkmal ist die enge Verbindung von Forschung und klinischer Versorgung. Neue Methoden werden unter realen Versorgungsbedingungen untersucht und hinsichtlich diagnostischer Genauigkeit, prognostischer Aussagekraft, Therapienutzen, Patientensicherheit, Arbeitsabläufen und Patientenkomfort bewertet.

 

Forschungsschwerpunkte
Schlaganfall und interventionelle Neuroradiologie

Ein zentraler Schwerpunkt ist die Diagnostik und endovaskuläre Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls. Untersucht werden unter anderem die mechanische Thrombektomie bei großen Infarkten und distalen Gefäßverschlüssen, der Einfluss des Reperfusionsergebnisses, die Auswahl geeigneter Patientinnen und Patienten sowie die Optimierung von Behandlungsabläufen.

Weitere Forschungsprojekte befassen sich mit intrakraniellen Aneurysmen, Stent- und Flow-Diverter-Verfahren, der Embolisation duraler arteriovenöser Fisteln und arteriovenöser Malformationen sowie der Embolisation der Arteria meningea media bei chronischen Subduralhämatomen.

Viele Arbeiten erfolgen im Rahmen nationaler und internationaler Register, multizentrischer Studien und Metaanalysen, darunter Kooperationen mit dem German Stroke Registry.

 

Photon-Counting-CT und spektrale Bildgebung

Das Institut untersucht intensiv die klinischen Möglichkeiten der Photon-Counting-Computertomographie. Forschungsschwerpunkte sind:

  • Optimierung von Bildqualität, räumlicher Auflösung und Strahlendosis
  • virtuelle monoenergetische und virtuelle kontrastmittelfreie Rekonstruktionen
  • Materialzerlegung und quantitative Jodmessungen
  • Reduktion von Metall- und Knochenartefakten
  • Darstellung intrakranieller Blutungen, Gefäße, Koronarstents und muskuloskelettaler Veränderungen
  • Anwendung in der onkologischen Bildgebung, unter anderem bei Tumoren des Pankreas, Rektums, Ösophagus sowie der Kopf-Hals-Region

Ein wichtiges Ziel besteht darin, quantitative Parameter der spektralen CT als diagnostische und prognostische Biomarker nutzbar zu machen und mit Histopathologie, Tumorbiologie und Therapieansprechen zu verknüpfen.

 

Quantitative Bildgebung und Imaging Biomarker

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Validierung bildbasierter Biomarker. Hierzu gehören quantitative CT- und MRT-Parameter, Perfusions- und Diffusionsmessungen, Jodkonzentrationen, Gefäßmorphologie sowie Merkmale des Tumormilieus.

Die Untersuchungen konzentrieren sich insbesondere auf:

  • onkologische Erkrankungen
  • akute Lungenembolie und pulmonale Hypertonie
  • Leber- und Pankreastumoren
  • gynäkologische Tumoren
  • hämatologische Erkrankungen
  • entzündliche und immunologische Erkrankungen
  • neurologische und neuroradiologische Krankheitsbilder

Ziel ist es, Bildinformationen nicht nur zur Diagnosestellung, sondern auch zur Vorhersage von Therapieansprechen, Komplikationen, Krankheitsverlauf und Überleben einzusetzen.

 

Body Composition und Sarkopenieforschung

Die Analyse der Körperzusammensetzung bildet einen international sichtbaren Forschungsschwerpunkt. Auf routinemäßig erhobenen CT- und MRT-Untersuchungen werden Muskelmasse, Muskelqualität sowie viszerales, subkutanes und intramuskuläres Fettgewebe quantitativ bestimmt.

Untersucht wird die prognostische und prädiktive Bedeutung dieser Parameter unter anderem bei:

  • soliden Tumorerkrankungen
  • hämatologischen Erkrankungen
  • Immun- und Chemotherapien
  • Lebererkrankungen
  • akuter Lungenembolie
  • Schlaganfall
  • entzündlichen Erkrankungen
  • schweren systemischen Krankheitsverläufen

Langfristiges Ziel ist es, automatisierte Body-Composition-Analysen als leicht verfügbare Biomarker in die klinische Routine zu integrieren.

 

Radiomics, künstliche Intelligenz und Datenwissenschaft

Das Institut entwickelt und evaluiert Verfahren des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz für die medizinische Bildgebung. Dazu zählen:

  • automatisierte Segmentierung von Organen, Tumoren, Gefäßen und Thromben
  • Erkennung intrakranieller Aneurysmen und Gefäßverschlüsse
  • Vorhersage klinischer Verläufe und Therapieergebnisse
  • Radiomics-Analysen von Tumoren und tumorähnlichen Läsionen
  • Deep-Learning-basierte Bildrekonstruktion
  • Auswertung radiologischer Befunde mit großen Sprachmodellen
  • KI-gestützte Entscheidungsunterstützung und Patienteninformation
  • Evaluation von Foundation Models für dreidimensionale Bilddaten

Seit 2020 betreibt das Institut das interdisziplinäre Labor für multiparametrische Datenwissenschaften, Künstliche Intelligenz und Statistik, kurz IDKIS. Ziel ist es, maschinelles Lernen, Radiomics und statistische Modellierung in die klinische Bildgebung zu übertragen.

Das Kliniknetzwerk für interdisziplinäre Wissenschaft, KiWi, schafft darüber hinaus die Grundlage für die gemeinsame Analyse von Bilddaten, klinischen Daten, Labordaten und molekularpathologischen Informationen innerhalb der Mühlenkreiskliniken.

 

Magnetresonanztomographie und Niedrigfeld-MRT

Im Bereich der MRT-Forschung werden neue Sequenzen, beschleunigte Akquisitionen und KI-basierte Rekonstruktionsverfahren untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der klinischen Nutzung der Niedrigfeld-MRT bei 0,55 Tesla.

Aktuelle Themen sind:

  • Verbesserung von Bildqualität und Untersuchungszeit durch Deep Learning
  • nicht kontrastmittelgestützte Gefäßdarstellung
  • multiparametrische MRT bei Schlaganfall und Tumorerkrankungen
  • funktionelle Lungen-MRT
  • MR-gestützte Interventionen
  • Automatisierung der Patientenregistrierung
  • Patientenkomfort und Akzeptanz moderner MRT-Systeme
Interventionelle Radiologie

Die interventionelle Forschung umfasst die Weiterentwicklung bildgesteuerter, minimalinvasiver Verfahren. Dazu zählen Gefäßembolisationen, transarterielle Tumortherapien, Drainagen, Biopsien, Schmerztherapien und perkutane Behandlungen.

Untersucht werden unter anderem:

  • neue Embolisationsmaterialien und Kathetersysteme
  • Behandlung komplexer Aneurysmen und Blutungen
  • transarterielle Radioembolisation und Chemoembolisation
  • bildgesteuerte Punktionen und Biopsien
  • MR-gestützte Interventionen
  • Verfahren zur Verbesserung von Präzision, Sicherheit und Patientenschonung
Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung

Die nuklearmedizinische Forschung beschäftigt sich mit der diagnostischen und prognostischen Nutzung von PET/CT und SPECT/CT. Schwerpunkte sind unter anderem:

  • PSMA-SPECT/CT bei Prostata- und Nierentumoren
  • PET/CT bei entzündlichen und rheumatologischen Erkrankungen
  • Somatostatinrezeptor-Bildgebung
  • metabolische Charakterisierung onkologischer Läsionen
  • Verknüpfung molekularer Bildgebung mit CT-, MRT- und Histopathologiedaten
Strahlenschutz, Bildqualität und Patientenorientierung

Die Optimierung von Bildqualität und Strahlenexposition ist ein Querschnittsthema des Instituts. Untersucht werden Niedrig- und Ultra-Niedrigdosisprotokolle, moderne Rekonstruktionsverfahren sowie Möglichkeiten zur Reduktion von Kontrastmittelmengen.

Weitere Projekte befassen sich mit:

  • effizienteren und patientenzentrierten Arbeitsabläufen
  • automatisierter Patientenpositionierung
  • strukturierten Befundungsstandards
  • Patientenkomfort in CT und MRT
  • Strahlenschutz in der interventionellen Radiologie
  • beruflicher Strahlenexposition während Schwangerschaft und Stillzeit
Klinische und wissenschaftliche Studien

Das Institut arbeitet an und in multizentrischen klinischen Studien, Registerprojekten, systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen. Einen Schwerpunkt bilden multizentrische Projekte in der Schlaganfallforschung, Onkologie, kardiopulmonalen Bildgebung und Body-Composition-Forschung.

Darüber hinaus unterstützt das Institut bildgebende Verlaufskontrollen in klinischen Studien und Tumorboards. Wissenschaftliche Projekte und Promotionen werden methodisch, radiologisch und statistisch begleitet.

 

Wissenschaftliche Kooperationen

Die Forschungsprojekte entstehen in enger Zusammenarbeit mit klinischen Fachabteilungen der Mühlenkreiskliniken, insbesondere mit Neurologie und Neurogeriatrie, Neurochirurgie, Dermatologie, Hämatologie und Onkologie, Unfallchirurgie, Kardiologie, Pneumologie, Viszeralchirurgie und Pathologie.

Zu den externen akademischen Partnern und Forschungsverbünden gehören unter anderem:

  • radiologische Einrichtungen im Verbund der Ruhr-Universität Bochum
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Universitätsklinikum Köln
  • Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
  • Universitätsklinikum Magdeburg
  • Universitätsklinikum Dresden
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Evangelisches Klinikum Bethel
  • German Stroke Registry
  • RACOON Study Group
  • SORAMIC Study Group

Die Kooperationen ermöglichen die Bearbeitung klinisch relevanter Fragestellungen in großen, interdisziplinären und multizentrischen Datensätzen.

Leitung

Univ.-Prof. Dr. Jan Borggrefe, EBIR-ES
Direktor
Radiologie

Telefon: 05 71 / 7 90 46 01
E-Mail: radiologie-minden[at]­muehlenkreiskliniken[dot]de

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