Neubauprojekte

Starke Standorte für morgen

In einem FAQ möchten wir Ihnen Fragen beantworten

Stand April 2026

Warum planen die Mühlenkreiskliniken überhaupt Neubauten?

Die Krankenhauslandschaft in NRW und bundesweit steht vor grundlegenden Veränderungen. Bundes- und Landesplanungen zielen auf eine Konzentration von Leistungen und Standorten ab. Die Mühlenkreiskliniken haben 2021 auf Basis einer umfassenden Markt- und Bedarfsanalyse durch das Fachberatungsunternehmen Lohfert & Lohfert eine Medizinstrategie entwickelt: Ein Maximalversorger in Minden, ergänzt durch zwei erweiterte Regelversorger im Lübbecker Land und in Bad Oeynhausen.

Ziel ist eine zukunftsfähige, leistungsfähige und wirtschaftlich tragfähige Versorgungsstruktur, die medizinische Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit verbindet.

 

Welches Ziel verfolgen die Neubaupläne?

Ziel ist eine zukunftsfähige Versorgungsstruktur mit klaren Schwerpunkten:

• Ein Maximalversorger am Standort Minden (Johannes Wesling Klinikum),
• zwei erweiterte Regelversorger in Bad Oeynhausen und im Lübbecker Land,
• moderne Gebäude, die effiziente Abläufe und hohe medizinische Qualität ermöglichen,
• wirtschaftlich stabile Strukturen für die nächsten Jahrzehnte.

Welche Bauprojekte sind konkret geplant?

Zwei zentrale Projekte sollen umgesetzt werden:

1. Neubau bzw. Erweiterung in Bad Oeynhausen (Anbau an die Auguste-Viktoria-Klinik),
2. Neubau des Klinikums Lübbecker Land an einem neuen Standort in Espelkamp (Gabelhorst).

 

Welche Beschlüsse wurden bereits gefasst?

Am 23. Juni 2022 hat der Kreistag Minden-Lübbecke grundlegende Entscheidungen getroffen. Diese betreffen:

• die Beantragung von Fördermitteln,
• die Finanzierung der Bauprojekte,
• ein klares Bekenntnis zur dauerhaften öffentlichen Trägerschaft der Mühlenkreiskliniken.

31.10.2022: Kreistagsbeschluss für das Grundstück an der Gabelhorst in Espelkamp.

März 2023: Re-Evaluierung der Ergebnisse der Analyse von Lohfert & Lohfert durch das Beratungsunternehmen hcb. (Institute for Health Care Business) des Gesundheitsökonoms Professor Dr. Boris Augurzky. Das Beratungsunternehmen wurde von der Bürgerinitiative BI vorgeschlagen.

27.11.2023: Grundsatzbeschluss zur Erstellung eines neuen Förderantrags auf Grundlage der am 4. September 2023 durch hcb. vorgestellten Re-Evaluierung der Medizinkonzeption.

27.8.2024: Bestätigung der Vorentwürfe nach LP 2 (HOAI) durch den Kreistag, Genehmigung für Beauftragung der LP3

15.12.2025: Genehmigung der LP3, Genehmigung zur Einreichung eines ergänzten Förderantrags auf Einzelförderung

Wie wurde der Standort für das Klinikum Lübbecker Land ausgewählt?

Nach intensiver Prüfung mehrerer Alternativen hat der Kreistag am 31. Oktober 2022 das Grundstück „Gabelhorst“ in Espelkamp als neuen Krankenhausstandort festgelegt. Grundlage war ein transparentes Verfahren mit festgelegten Bewertungskriterien, begleitet durch die unabhängige Fachberatungsgesellschaft Endera.

 

 

Warum wurden mehrere Gutachten eingeholt?

Die Krankenhausplanung unterliegt laufenden Veränderungen. Um auf neue bundes- und landespolitische Rahmenbedingungen zu reagieren, hat der Verwaltungsrat Anfang 2023 ein zweites unabhängiges Gutachten in Auftrag gegeben. Auf Vorschlag einer Bürgerinitiative wurde das renommierte Beratungsunternehmen „Institute for Health Care Business“ (hcb.) unter Leitung von Prof. Dr. Boris Augurzky beauftragt.

 

Zu welchem Ergebnis kommt das hcb.-Gutachten?

Das im September 2023 vorgestellte Gutachten kommt zu klaren Aussagen:

• Die historisch gewachsene Struktur mit vielen kleinen Standorten ist langfristig nicht mehr zukunftsfähig.
• Eine Konzentration auf weniger Kliniken ist medizinisch und wirtschaftlich zwingend.
• Die ursprünglichen Baupläne können verkleinert werden.
• In Bad Oeynhausen ist ein Anbau statt eines kompletten Neubaus ausreichend.
• Das Investitionsvolumen sinkt dadurch deutlich: von ursprünglich rund 528 Mio. Euro auf 356,5 Mio. Euro.

Was sagt das hcb.-Gutachten konkret zu dem Gebäude des Krankenhauses Lübbecke?

Das hcb.-Gutachten empfiehlt eindeutig einen Neubau im Lübbecker Land als beste Option. Nur so lassen sich medizinische Qualität, wirtschaftlicher Betrieb und eine langfristige Versorgungssicherheit gewährleisten.

Wurde eine Sanierung des Krankenhauses Lübbecke durch Bauexperten trotzdem geprüft?

Ja. Und zwar gleich zweimal: im Jahr 2019 durch eigene Bauexperten. Der Sanierungsbedarf ohne Strukturverbesserungen beläuft sich danach auf mind. 155 Mio Euro. In diesen Kosten ist noch kein Baukostenindex (Inflation) berücksichtigt.  2023 wurde das interne Sanierungsgutachten durch das renommierte Architekturbüro Nickl & Partner evaluiert. Nickl & Partner sehen eine umfassende Sanierung vor, die auch Strukturen verbessert. Die Kosten belaufen sich auf 161 Mio Euro (ohne Berücksichtigung eines Baukostenindex) für 178 Betten Somatik und 160 Betten Psychiatrie. Legt man die gleichen Parameter wie für das aktuelle Projekt Klinikum Lübbecker Land an (400 Betten, Baupreisindex 5 Prozent und 20 Prozent Puffer für Bauen im Bestand) ergibt sich ein Gesamtbudget von 356 Mio Euro. Noch nicht berücksichtigt sind hier bei etwaig benötigte Ersatzgebäude für die Bauzeit. 

 

Zu welchem Ergebnis kam das zweite Gutachten?

Die Analyse zeigt gravierende bauliche und strukturelle Defizite:

• Zu geringe Raumhöhen für moderne Technik,
• veraltete Grundrisse mit langen Wegen,
• nicht regelkonformer Brandschutz,
• abgängige Elektro- und Sanitärsysteme,
• ungeeignete Stationszuschnitte,
• fehlende Möglichkeiten für moderne medizinische Prozesse.

 

Wie hoch wären die Sanierungskosten?

Nickl & Partner beziffern den Bedarf auf (indiziert) 216 Mio. Euro  für 178 Betten Somatik und 160 Betten Psychiatrie – allerdings ohne Garantie, dass das Gebäude danach zukunftsfähig wäre.

Legt man die gleichen Parameter wie für das aktuelle Projekt Klinikum Lübbecker Land an (400 Betten, Baupreisindex 5 Prozent und 20 Prozent Puffer für Bauen im Bestand) ergibt sich ein Gesamtbudget von 356 Mio Euro. Noch nicht berücksichtigt sind hier bei etwaig benötigte Ersatzgebäude für die Bauzeit. 

Warum raten die Experten von einer Sanierung ab?

Eine Sanierung wäre im Grunde nur eine teure „Teilerneuerung eines strukturell ungeeigneten Gebäudes“. Sie wäre:

• extrem risikobehaftet,
• nur unter massiven Betriebsunterbrechungen möglich,
• nicht förderfähig,

 

Welche Rolle spielt das Krankenhauses Rahden?

Das Krankenhaus Rahden hat ab 2025 keine Leistungsgruppen durch den Krankenhausplan NRW zugewiesen bekommen. Daher kann das Krankenhaus nicht weiterbetrieben werden. Ein Neubau in Espelkamp verkürzt für viele Menschen die Anfahrtszeiten und verbessert die regionale Versorgung deutlich.

Wie weit ist die Planung?
  • Frühjahr 2024: Vorstellung Raum- und Funktionsprogramm
  • August 2024: Präsentation der Vorentwürfe (HOAI Leistungsphase 2)
  • Februar 2026: Erreichen der Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung)
  • April 2026: Einreichen der Leistungsphase 4  (Genehmigungsplanung) 

Die Planung liegt damit im vorgesehenen Zeitrahmen.

Warum wird in Bad Oeynhausen nur noch mit einem Anbau an die AVK und nicht mehr mit einem Neubau geplant?

Das ist ein Ergebnis des hcb.-Gutachtens. Die Gutachter sahen in Bad Oeynhausen einen zukünftig deutlich kleineren Betten-Bedarf als das vorherige Gutachten von Lohfert & Lohfert. Als Gründe werden die nahen Maximalversorger in Minden und Herford sowie eine weiter fortschreitende Ambulantisierung angeführt.

Gleichzeitig haben die Gutachter klargestellt, dass sie ein Allgemeinkrankenhaus in Bad Oeynhausen für ökonomisch vertretbar und inhaltlich sinnvoll erachten.

Was bietet das neue Krankenhaus in Bad Oeynhausen?

Das neue Krankenhaus in Bad Oeynhausen an der AVK wird einen großen orthopädischen Schwerpunkt besitzen. Die Allgemeine Orthopädie und die Wirbelsäulenchirurgie der AVK werden das Zugpferd dieses fusionierten Krankenhauses darstellen. Daneben wird es eine ergänzende Unfallchirurgie geben, die durch die starke Orthopädie aufgewertet wird.

Weitere Angebote werden eine Zentrale Notaufnahme (Notfallstufe 1) in Form eines Integrierten Notfallzentrums, die Allgemeinchirurgie, eine Gastroenterologie und Endoskopie, eine Pneumologie, eine Intensiveinheit und die Mulitimodale Schmertherapie sein. Hinzu kommt eine psychiatrische Tagesklinik, die vom Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit betrieben wird. Im OP-Zentrum inklusive Robotik für die Endoprothetik sind sechs OP-Säle geplant.

 

Warum ist in Bad Oeynhausen keine Geburtsklinik geplant?

Ein Kreißsaal sowie die Neugeborenenstation sollte auf Wunsch des HDZ ursprünglich direkt auf dem Gelände des HDZ entstehen. Hintergrund für diesen Wunsch war, dass Neugeborene mit Herzfehler direkt nach der Geburt im HDZ behandelt werden können. Der Kreißsaal auf dem Gelände des HDZ wäre von Mitarbeitenden der Mühlenkreiskliniken betrieben worden. Im November 2025 hat das HDZ jedoch Abstand von den Bauplänen genommen. Die Mühlenkreiskliniken und der Kreis Minden-Lübbecke als Träger standen vor der Entscheidung, entweder einen Kreißsaal in den Neubau zu integrieren oder den Anbau wie geplant ohne Geburtshilfe fortzuführen.

Aufgrund der zusätzlichen Investitionskosten von etwa 18 Mio. Euro, einem zu erwartenden Zeitverzug um mindestens sechs Monate und einem erwarteten Betriebsdefizit in Höhe von 1 Million Euro jährlich hat sich der Kreistag nach intensiver Debatte gegen eine Erweiterung des Anbaus um einen Kreißsaal entschieden. Diese Entscheidung erfolgte auch in dem Wissen, dass die Fahrzeit aus Bad Oeynhausen zu einem nächstgelegenen Kreißsaal in Minden, Herford oder Schaumburg maximal 25 Minuten beträgt und damit deutlich unter den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), die eine Erreichbarkeit von 40 Minuten vorgibt.

Was beinhaltet das Klinikum Lübbecker Land?

Das Klinikum Lübbecker Land verfügt über 400 Betten – davon 200 im Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit. Das Klinikum verfügt über eine Zentrale Notaufnahme (Notfallstufe 1) in Form eines Integrierten Notfallzentrums, eine Allgemeinchirurgie, eine Gastroenterologie und Endoskopie, eine Pneumologie und Kardiologie, eine Unfallchirurgie (inkl. Traumatologie), drei Kreißsäle mit Neugeborenenstation, Gynäkologie, eine Intensiveinheit mit dem Angebot des Weanings, Geriatrie, Psychosomatik, Psychiatrie sowie eine psychiatrische und geriatrische Tagesklinik.  Im OP-Zentrum inklusive Robotik sind vier OP-Säle geplant

Was kosten die Neubauten?

Nach aktuellem Stand der ersten Kostenberechnung nach LP 3 (HOAI) belaufen sich die Gesamtkosten für beide Projekte auf 399,5 Mio Euro – ohne Parkhäuser und Preissteigerungen.

Bleibt es bei den Kosten oder wird es teurer?

Die Baukosten von 399,5 Mio Euro sind auf Grundlage der Kostenberechnung nach LP3 ermittelt. Die Planungstiefe ist dabei schon sehr gut. Gleichwohl geht man immer noch von einer Schwankungsbreite von plus/minus 5 Prozent aus.

Auch die konjunkturelle Lage sowie die Inflations- und Zollentwicklung sowie die allgemeinpolitische Lage kann natürlich Auswirkungen haben. Diese sind nicht seriös vorauszusagen. Dies gilt aber unabhängig bei jedem Bauprojekt, welches sich über viele Jahre erstreckt – auch auf Sanierungskosten. Der Baupreiskostenindex und der Sanierungskostenindex sind in der Vergangenheit laut Statistischem Bundesamt weitgehend parallel gestiegen.

Der Finanzierungsplan geht von einem Baukostenindex in Höhe von 5 Prozent p.a. (berechnet auf die mittlere Bauzeit) sowie ein Puffer in Höhe von 10 Prozent für Unvorhergesehenes für das Projekt Klinikum Lübbecker Land sowie von 20 Prozent für das Projekt in Bad Oeynhausen aus. Der höhere Sicherheitspuffer in Bad Oeynhausen ergibt sich aus dem Risiko der Sanierung im Bestand.  

 

Warum ist es bereits jetzt zu Kostensteigerungen gekommen?

Die ursprünglichen im hcb-Gutachten genannten 356,5 Mio. Euro bezogen sich auf Erfahrungswerte aus der Vergangenheit. Die jetzigen Berechnungen beziehen sich auf die tatsächlichen Baupläne, inkl. medizintechnischer Ausstattung. Gegenüber dem hcb.-Gutachten ist es zudem zu einer Leistungsausweitung gekommen. Es werden – nach Gesprächen mit dem Ministerium, der Bezirksregierung, den Nutzern und den Krankenkassen – mehr Betten, ein zusätzlicher OP-Saal, eine geriatrische Tagesklinik sowie einige zusätzliche Behandlungsräume gebaut.

Ein Kostentreiber sind die beiden Grundstücke, die leider keine optimalen Baubedingungen aufweisen. Zusätzliche Erd- und Ertüchtigungsmaßnahmen in größerem Umfang sind daher erforderlich.

Gibt es Fördermittel?

Ja. Das Land NRW (MAGS) hat eine Einzelförderung in Höhe von 178 Mio. Euro mehrfach in Aussicht gestellt. Der formale Förderantrag wurde fristgerecht am 28. Februar 2026 eingereicht. Die Abstimmungsgespräche  mit dem Fördermittelgeber laufen auf Hochtouren. Das MAGS hat uns eine zügige Prüfung der Unterlagen zugesichert. 

Wären Sanierungen ebenfalls förderfähig?

Nein. Nach aktueller Förderkulisse werden ausschließlich Neubauten unterstützt. Eine Sanierung müsste vollständig vom Kreis und den Mühlenkreiskliniken finanziert werden. Eine Förderung einer Sanierung wurde mehrfach und deutlich ausgeschlossen - auch gegenüber Anfragen der heimischen Presse. 

Wie groß sind die neuen Standorte?

Geplant sind 400 Betten im Lübbecker Land, davon 200  in der Psychiatrie und Psychosomatik, und 194 Betten in Bad Oeynhausen. Hinzukommen 20 Plätze psychiatrische Tagesklinik in im Lübbecker Land und 21 Plätze in  Bad Oeynhausen sowie 16 Plätze in einer geriatrischen Tagesklinik am Standort im Lübbecker Land.

In Bad Oeynhausen sind sechs OP-Säle geplant, im Lübbecker Land vier.

Was passiert mit den alten Krankenhäusern?

Der Plan sieht eine Konzentration von vier ehemaligen Krankenhausstandorten an zwei neuen Standorten vor. Nach jetzigem Stand würden drei Krankenhäuser anschließend leerstehen. Nachnutzungskonzepte gibt es aktuell noch nicht. Die Mühlenkreiskliniken sind Eigentümer der Gebäude und Grundstücke und werden entsprechende Pläne zur gegebener Zeit erarbeiten.

Wichtig ist uns, dass wir als Eigentümer dieser Grundstücke Wert darauf legen, eine sinnvolle Nachnutzung zu suchen. Verwahrloste Lost Places wird es nicht geben. 

 

Wie sieht die Umweltbilanz der neuen Krankenhäuser aus?

Bautätigkeiten sind leider immer CO2 intensiv – auch gegenüber Bestandssanierungen. Jedoch wird der Betrieb der neuen Krankenhäuser selbstverständlich deutlich energieschonender sein als der Betrieb der alten – im Wesentlichen – ungedämmten Gebäude. Die Wärme- und Kältegewinnung erfolgt über Wärmepumpe mit zum Teil selbstproduzierten Solarstrom.

Sowohl der Bau im Lübbecker Land als auch der Anbau an der Auguste-Viktoria-Klinik wird Flächen versiegeln. Im Gegenzug könnten – je nach Ausgestaltung von Nachnutzungskonzepten der alten Flächen – eine Entsiegelung von bisher versiegelten Flächen erfolgen. 

 

Wurden bei den Plänen auch Änderungen im angrenzenden Landkreis Diepholz berücksichtig?

Ja. Im niedersächsischen Nachbarkreis werden drei Krankenhäuser in einem zentralen Krankenhaus in Twistringen fusioniert. Mit einem nördlich gelegeneren Klinikum Lübbecker Land bieten wird den in der Grenzregion zu NRW-lebenden Niedersachsen einen Regelversorger mit Spezialdisziplinen in annehmbarer Entfernung an.

 

Gibt es durch die Zusammenlegung eine Gefahr von Patientenabwanderungen?

Relevant für die Auswahl eines Krankenhauses durch Patientinnen und Patienten ist die medizinische und pflegerische Versorgungsqualität. Die wollen wir durch die Zusammenlegung steigern. Insofern sehen wir keine Gefahr einer Patientenabwanderung durch eine Zusammenlegung.

Bei einer etwaigen 10- bis 15-jährigen Sanierungsphase wäre jedoch zu befürchten, dass Patientinnen und Patienten aufgrund der jahrelangen Baueinschränkungen ein Krankenhausstandort meiden. Diese Erfahrungen haben bereits viele Krankenhäuser gemacht, die Generalsanierungsphasen im laufenden Betrieb durchlaufen haben. 

 

Kommt es durch die Zusammenlegung von vier Krankenhäusern zu Zeitverzögerungen bei der Notfallversorgung?

Nein. Die Rettungswachen im Kreis Minden-Lübbecke – also der Startpunkt der Rettungswagen – sind von den Plänen nicht betroffen. Moderne Rettungswagen sind mittlerweile medizintechnisch wie Intensiveinheiten ausgestattet.

 

Gibt es einen Baubeschluss?

Nein. Der Kreistag wird erst nach Eingang eines Förderbescheids durch das Land NRW sowie eine Finanzierungszusage durch Banken über einen Baubeschluss abstimmen. Geplant ist, dass der Baubeschluss im September 2026 getroffen wird.

Wann soll gebaut werden?

Die Bauphase wird bereits im Jahr 2026 mit den ersten Erdarbeiten (Lübbecker Land) bzw. Abrissarbeiten (Bad Oeynhausen) beginnen.

 

Wann ist die geplante Inbetriebnahme?

Die aktuellen Zeitpläne sehen eine Fertigstellung im Jahr 2030 im Lübbecker Land und im Jahr 2031 für Bad Oeynhausen vor. Anschließend folgt die Inbetriebnahme. 

Die jetzt ermittelten Kosten für das Gesamtbudget nähern sich den ursprünglichen Kostenrahmen von 528 Mio. Euro. Hätte man dann nicht bei dem ursprünglichen Plan mit zwei Neubauten bleiben können?

Die Kosten für den ursprünglichen Plan waren eine reine Kostenschätzung aufgrund der ermittelten Flächen. Weitere Planungen gab es noch nicht und auch keine Berücksichtigung der Baukostensteigerungen (Inflation) oder einen Puffer für Unvorhergesehenes. Addiert man diese Kosten in gleicher Weise auf die damalige Kostenschätzung, läge man mit rechnerisch heute bei 929 Mio. Euro.     

Haben die neuen Klinikstandorte ein schlechteres medizinisches Angebot?

Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Die neuen Standorte werden zukunftsfähige Strukturen für die stationäre medizinische Versorgung bieten. Insgesamt werden an den neuen Standorten weniger Betten betrieben. Der Abbau von Krankenhausbetten und von Krankenhausstandorten ist Ziel jeder Fördermittelrichtline im Krankenhaussektor. Die Zahl der Betten besagt aber nichts über die medizinische Leistungsfähigkeit oder der medizinischen Qualität aus. Richtig ist, dass sowohl das Lübbecker Krankenhaus als auch das Bad Oeynhauser Krankenhaus im Zuge des Krankenhausplans NRW Leistungsgruppen verloren haben. Das betrifft zum Beispiel die Revisions-Endoprothetik in Lübbecke oder Eingriffe im Tiefen Rektum in Bad Oeynhausen. Diese Operationen dürfen die Krankenhäuser schon heute nicht mehr erbringen.

Ziel der Landes- und Bundespolitik ist neben der Konzentrierung auch die Spezialisierung. Dies beinhaltet, dass Krankenhäuser Schwerpunkte herausbilden müssen. In der fusionierten AVK sind dies alle Formen der Endoprothetik und der Wirbelsäulenchirurgie in Kombination mit einer erweiterten Unfallchirurgie. Im Klinikum Lübbecker Land ist neben dem psychiatrischen und psychosomatischen Schwerpunkt mit den beiden Universitätskliniken die Innere Medizin mit einer Kardiologie & Pneumologie sowie einer Gastroenterologie auch die Gynäkologie inkl. Geburtshilfe und die Allgemeinchirurgie ein Schwerpunkt. Im Lübbecker Land wird auch weiterhin ein OP-Roboter stationiert sein.

Wie sieht es mit der Urologie am Klinikum Lübbecker Land aus?

Diese Entscheidung ist noch nicht gefallen. Aktuell entwickelt sich die Urologie am Standort Lübbecke hervorragend. Sofern der urologische Bedarf weiterhin vorhanden ist, werden wir die Urologie fortführen. Baulich sind wir auf beide Szenarien vorbereitet.

Die beiden medizinstrategischen Gutachten sehen perspektivisch den Wegfall der Urologie am Standort vor.

Was ist mit dem Labor? Hat man das vergessen?

Nein. Beide neuen Standorte verfügen – anders als in den Zeitungen berichtet – über eigene Laborstandorte. Alle lebenswichtigen Parameter können vor Ort bestimmt werden – viele davon sogar im Schnelltest direkt in der Notaufnahme.

Es ist aber richtig, dass auch in der Laboratoriumsmedizin die Zeichen auf Konzentration liegen. Viele Spezialwerte werden auch heute schon im Zentrallabor in Minden gemessen.  

Wird in Espelkamp ein Wald für das Klinikum abgeholzt?

Nein. Das Klinikum wird auf der westlichen Seite entstehen. In der Vergangenheit wurde diese Fläche als landwirtschaftliche Anbaufläche für Getreide und Mais genutzt. Die aktuellen Pläne sehen vor, dass ein kleiner Teil der Waldflächen für ein Parkhaus genutzt werden muss. Dies umfasst inklusive Zuwegung etwa 5.000 qm. Die restlichen ca. 9,5 Hektar Wald (ca. 95.000 qm) bleiben erhalten. Für jeden wegfallenden Baum werden wir drei neue Bäume pflanzen. Damit liegen wir über den gesetzlich geforderten Bestimmungen. 

Was passiert, wenn wir nichts machen?

Die unmittelbare Folge: die bisherigen Planungskosten müssten sofort ergebniswirksam als Verlust abgeschrieben werden. Stand April 2026 sind das 19 Mio. Euro.

Vorteile:

Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine politischen Entscheidungen notwendig – allerdings würde damit die Verantwortung für absehbare bauliche, personelle und wirtschaftliche Probleme lediglich in die Zukunft verschoben.

Nachteile:

  • Die angekündigten Fördermittel in Höhe von 178 Mio. Euro fallen weg
  • kritische Versorgungslage im Bereich Rahden/Stemwede
  • Gebäude in Bad Oeynhausen und Lübbecke sind kurz- bis mittelfristig aufgrund struktureller Mängel der Gebäudesubstanz nicht wirtschaftlich zu führen
  • Gefahr von technischen Havarien und (Teil-)Schließungen steigt
  • Gefahr von amtlicher Nutzungsuntersagung wegen struktureller und nicht behebbarer Mängel am Brandschutz steigt
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In diesem Dokument finden Sie die geplanten Krankenhausneubauten und Standortentscheidungen im Kreis Minden-Lübbecke unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen, strukturellen und strategischen Aspekten.

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