. Wie kann Künstliche Intelligenz die radiologische Diagnostik verbessern und die medizinische Versorgung individueller gestalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 2. KI-Symposium Minden, das im Universitätsklinikum Minden stattfand. Zahlreiche Fachärztinnen und Fachärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreter*innen aus Industrie und Forschung nutzten die Veranstaltung für den fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen in der KI-gestützten Radiologie.
Organisiert wurde das Symposium vom Universitätsinstitut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin des Johannes Wesling Klinikums Minden. Die wissenschaftliche Leitung übernahmen Universitätsprofessor Dr. Jan Borggrefe und Universitätsprofessor Dr. Alexey Surov. Das Johannes Wesling Klinikum ist Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum und engagiert sich seit Jahren intensiv in der Forschung und Anwendung innovativer radiologischer Verfahren.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung stand die radiologische Charakterisierung des Patienten. Die Referentinnen und Referenten zeigten auf, wie moderne Bildgebung, Biomarker und KI-gestützte Analysen dazu beitragen können, Erkrankungen präziser zu erkennen, Risiken besser einzuschätzen und Therapien individueller zu planen.
Nach der Begrüßung durch die wissenschaftlichen Leiter eröffnete Universitätsprofessor Surov das Programm mit einem Vortrag zur prognostischen Rolle von Skelettmuskulatur und Fettgewebe.
Anschließend stellte Privatdozent Dr. Hans-Jonas Meyer die radiologische Charakterisierung kardiovaskulärer Risikoprofile vor. Dr. Felix Barajas beleuchtete die Bedeutung des ossären Status als radiologischen Biomarker, bevor Professor Dr. Jin Yamamura den Bogen von klassischen Biomarkern bis hin zu konkreten klinischen Anwendungsfällen spannte.
Nach einer wissenschaftlichen Diskussion ging es im zweiten Teil des Symposiums um die praktischen Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz. Professor Dr. Johannes Haubold stellte aktuelle Entwicklungen im Bereich der Body- und Organanalyse vor. Vertreter*innen führender Unternehmen präsentierten innovative Lösungen für die KI-unterstützte Patientencharakterisierung und zeigten anhand konkreter Beispiele, wie digitale Technologien bereits heute radiologische Arbeitsabläufe unterstützen können.
Zu den weiteren Referierenden gehörten unter anderem Felix Gruler (MINT Medical), Bianca Lassen-Schmidt (Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS) sowie Theresa Rabing (FLOY GmbH).
„Es ist wieder deutlich geworden, dass die Kombination aus moderner Bildgebung, datengetriebener Analyse und Künstlicher Intelligenz das Potenzial hat, die Radiologie nachhaltig zu verändern und die Patientenversorgung weiter zu verbessern“, betonte Universitätsprofessor Dr. Jan Borggrefe.
„Bei dem Symposium geht es nicht nur darum, einen Überblick über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu erhalten, sondern auch die Gelegenheit zu nutzen, in den interdisziplinären Austausch zu gehen. Und das haben die Teilnehmenden genutzt, das freut uns natürlich sehr“, so Universitätsprofessor Dr. Alexey Surov.
„Unser Anspruch ist es, dass das ja noch junge Universitätsklinikum Minden ein wichtiger Impulsgeber für Innovationen in der Radiologie und medizinischen Forschung ist“, so die beiden wissenschaftlichen Leiter, die das KI-Symposium zum zweiten Mal organisierten.
