Eine Chance zur Orientierung

39 junge Menschen starten bei den Mühlenkreiskliniken in ihren Freiwilligendienst

Am Praxistag werden den Jahrespraktikant*innen die Themen Berührung und Körperpflege nähergebracht. Häufig sind dies Themen vor, denen junge Menschen mehr Respekt haben. Sie erfahren beispielsweise, wie es ist, einem Patienten bei dem Toilettengang zu helfen

Der Schulabschluss ist geschafft – und nun? Viele junge Menschen stehen nach dem Ende ihrer Schulzeit vor der Frage: Welcher berufliche Weg ist der richtige für mich? Passt der Beruf, den ich mir vorstelle, tatsächlich zu meinen Interessen und Fähigkeiten? Oder wäre eine ganz andere Richtung vielleicht besser?

Ein Bundesfreiwilligendienst (BFD), ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Jahrespraktikum im Rahmen der Fachoberschule (FOS) bei den Mühlenkreiskliniken bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren, praktische Erfahrungen im Gesundheitswesen zu sammeln und sich persönlich weiterzuentwickeln. Ob zur beruflichen Orientierung, als Vorbereitung auf eine Ausbildung oder ein Studium – der Freiwilligendienst ermöglicht es, einen sozialen oder medizinischen Beruf in all seinen Facetten kennenzulernen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig etwas Sinnvolles zu tun.

Seit Anfang August nutzen 39 junge Menschen dieses Angebot und unterstützen für ein Jahr das Pflegepersonal an den Klinikstandorten der Mühlenkreiskliniken. Sie begleiten den Stationsalltag und tragen mit ihrem Engagement zur Versorgung der Patientinnen und Patienten bei.

Zum Auftakt wurden die neuen Freiwilligen bei einem Praxistag in der Akademie für Gesundheitsberufe auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet. Dort bekamen sie erste Einblicke in die Tätigkeiten auf den Stationen. „Auch in diesem Jahr bieten wir erneut den Praxistag für die Jahrespraktikant*innen zum Schnuppern an. Er bietet den jungen Menschen eine wertvolle Gelegenheit, erste Erfahrungen in der Patientenversorgung durch gezielte Übungen zu sammeln. Darüber hinaus erhalten sie vorab einige theoretische Inhalte, die für ihren Klinikalltag im Umgang mit den Patientinnen und Patienten wichtig sind“, erklärt Sarah Monique Piterek, Pflegedienstleitung am Johannes Wesling Klinikum.

In kleinen Gruppen erlernten die Berufsneulinge grundlegende pflegerische Tätigkeiten wie das Messen von Vitalzeichen – also Blutdruck, Puls und Temperatur – sowie den respektvollen und sicheren Umgang mit Patientinnen und Patienten. Besonders intensiv widmete sich der Praxistag Situationen, die für viele zunächst ungewohnt oder mit Unsicherheiten verbunden sind: Wie unterstützt man einen Patienten beim Aufsetzen auf die Bettkante? Wie spricht man Berührungen an? Und wie geht man damit um, wenn man einem fremden Menschen bei der Körperpflege oder beim Toilettengang helfen muss?

„Wir möchten den jungen Menschen ein erstes Gefühl für die Aufgaben vermitteln, die sie erwarten, und ihnen erste Sorgen und Ängste nehmen. Wir fragen, ob es bereits Vorerfahrungen gibt oder ob jemand schon Kontakt zu pflegebedürftigen Menschen hatte. Ebenso interessieren uns die Wünsche und Erwartungen an die gemeinsame Zeit“, sagen die Praxisanleiterinnen Steffi Jurisch und Sylke Beier vom Krankenhaus Bad Oeynhausen sowie Irina Reger vom Krankenhaus Lübbecke. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Johannes Wesling Klinikum sowie mit Unterstützung der Akademie für Gesundheitsberufe gestalten sie die Inhalte des Praxistags.

Auch die Praxisanleiter Thorsten Sensmeyer und Andreas Dück vom Johannes Wesling Klinikum engagieren sich mit viel Herzblut für den Berufsnachwuchs: „Wir möchten viele junge Menschen für den Beruf in der Pflege begeistern, um auch in Zukunft gut aufgestellte Teams zu haben. Wir sind sehr dankbar für jeden, der sich für diesen Orientierungsweg entscheidet“, betonen beide.

Die Motive, einen Freiwilligendienst bei den Mühlenkreiskliniken zu beginnen, sind so vielfältig wie die Teilnehmenden selbst. Mohamed Al Haj Mustafa etwa möchte Medizin studieren und ist sich noch nicht sicher, ob er im Herbst einen Studienplatz in Düsseldorf erhält. „Ich möchte die Zeit bis dahin sinnvoll nutzen, erste Einblicke in die medizinische und pflegerische Tätigkeit gewinnen – und das Pflegepraktikum, das im Medizinstudium verpflichtend ist, gleich mit absolvieren“, sagt er.
Nane Neubauer hingegen hat bereits einen festen Plan: Sie möchte im kommenden Jahr eine Ausbildung zur Pflegefachassistentin bei den Mühlenkreiskliniken beginnen. Mit dem Bundesfreiwilligendienst will sie sich gezielt auf diesen Berufsweg vorbereiten und erste praktische Erfahrungen sammeln.
 

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