Gemeinsamer Fahrplan für die Krankenhausneubauten

Dialogprozess mit Bürgerinnen und Bürgern sowie politische Beratungen bis zur Entscheidung im September

Planung des Anbaus an die Auguste-Viktoria Klinik

Der Kreis Minden-Lübbecke und die Mühlenkreiskliniken haben heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz den weiteren Zeitplan für die finalen Entscheidungen zu den geplanten Krankenhausneubauten im Lübbecker Land und in Bad Oeynhausen vorgestellt. Ziel ist es, die Weichen für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im gesamten Kreisgebiet transparent, nachvollziehbar und unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit zu stellen.

Den formalen Auftakt bildet die Einbringung der Beschlussvorlage in den Kreistag am 29. Juni 2026, bevor der Kreistag in seiner Sitzung am 14. September 2026 die finale Entscheidung über die beiden Neubauprojekte treffen soll. „Wir wollen diese richtungsweisende Entscheidung gemeinsam mit den Menschen im Mühlenkreis vorbereiten. Transparenz und Dialog sind für uns dabei keine Floskeln, sondern gelebte Praxis – und das seit Beginn des Prozesses im Jahr 2021. Alle Gutachten wurden öffentlich präsentiert und sind in den Langfassungen online einsehbar“, betont Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, Ali Doğan. „Es geht um die medizinische Versorgung der Zukunft – und die betrifft uns alle.“

Auch Dr. Olaf Bornemeier, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, unterstreicht die Bedeutung des Prozesses: „Die Anforderungen an Krankenhäuser verändern sich rasant. Mit den Neubauten schaffen wir die Voraussetzungen dafür, auch in Zukunft eine hochwertige, leistungsfähige und wirtschaftlich tragfähige Versorgung sicherzustellen. Die Gebäude des Krankenhauses Bad Oeynhausen und des Krankenhauses Lübbecke sind nicht zukunftsfähig – weder baulich noch medizinstrategisch. Das sagen unsere Fachleute und das ist in mehreren Gutachten bestätigt worden“, so Dr. Olaf Bornemeier. 

Ein zentraler Bestandteil des weiteren Verfahrens ist ein umfangreicher Bürgerdialog. Die Mühlenkreiskliniken und der Kreis Minden-Lübbecke laden alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu vier öffentlichen Informationsveranstaltungen ein, bei denen die Planungen vorgestellt und Fragen direkt beantwortet werden:

10. Juni 2026, 18 Uhr: Bürgerhaus Espelkamp

16. Juni 2026, 18 Uhr: Aula Stadtschule Lübbecke

17. Juni 2026, 18 Uhr: Aula Schulzentrum Nord Bad Oeynhausen

18. Juni 2026, 18 Uhr: Hörsaal des Universitätsklinikums Minden

Die Veranstaltungen werden aufgezeichnet und im Anschluss online zur Verfügung gestellt, sodass sich auch Interessierte informieren können, die nicht persönlich teilnehmen können. Darüber hinaus werden die Spitzen von Kreis und Mühlenkreiskliniken das Projekt in den öffentlich tagenden politischen Gremien der Städte und Gemeinden im gesamten Kreisgebiet vorstellen. Ziel ist es, die kommunale Ebene auch bei der finalen Entscheidung frühzeitig einzubinden und Raum für Fragen sowie Diskussionen zu schaffen.

Geplant sind folgende Termine:

1. Juli 2026: 17 Uhr: Gemeinsame Ratssitzung Rahden / Stemwede / Espelkamp (Bürgerhaus Espelkamp)

2. Juli 2026, 16:30 Uhr: Ratssitzung Minden

7. Juli 2026, 17:30 Uhr: Haupt- und Finanzausschuss Pr. Oldendorf

8. Juli 2026, 17:30 Uhr: Haupt- und Finanzausschuss Hille

9. Juli 2026, 17:00 Uhr: Ratssitzung Bad Oeynhausen

13. Juli 2026, 17:00 Uhr: Ratssitzung Petershagen (Aula Sekundarschule Lahde)

14. Juli 2026: (Sonder-)Ratssitzung Porta Westfalica

15. Juli 2026, 17:30 Uhr: Ratssitzung Hüllhorst (Ilex-Halle, Gesamtschule Hüllhorst)

16. Juli 2026, 17:30 Uhr: Ratssitzung Lübbecke

Parallel dazu sind interne Informationsveranstaltungen für Mitarbeitende der Mühlenkreiskliniken sowie der Kreisverwaltung vorgesehen.

Der Bürgermeister der Stadt Bad Oeynhausen Lars Bökenkröger empfiehlt allen Kreistagsmitgliedern, nun den letzten Schritt zu gehen: „Wir haben viel miteinander diskutiert und hart gearbeitet. Wir als Bad Oeynhausener mussten schmerzhafte Einschnitte hinnehmen, beispielsweise mit dem Wechsel von einem Neubau hin zu einem Anbau an der AVK. Auch der Verlust der Geburtshilfe tut weh. Aber in der Gesamtschau halte ich dieses Projekt, so wie es jetzt ist, für das Beste, was wir für die medizinische Versorgung unsere Bürgerinnen und Bürger herausholen können. Wenn wir diese Chance nicht ergreifen, ist der Zug vermutlich abgefahren“, sagt Lars Bökenkröger.

Dr. Henning Vieker, Bürgermeister der Stadt Espelkamp, plädiert ebenfalls für eine Zustimmung: „Fakt ist, das Gesundheitswesen muss sparen und es werden Klinikstandorte geschlossen werden. Mit dem Projekt, fünf Klinikstandorte in drei zu fusionieren, setzen wir genau diese politischen Vorgaben um. Wer davon träumt, dass wir im Kreis einfach weiter fünf Krankenhäuser betreiben werden können, irrt gewaltig. Wir müssen jetzt agieren, bevor am Ende Standort um Standort geschlossen werden muss. Wenn wir das mit der wohnortnahen Versorgung ernst meinen, dann führt an einem zukunftsfähigen Neubau in Espelkamp kein Weg vorbei. Andernfalls sind wir im Lübbecker Land tatsächlich von der stationären Versorgung abgeschnitten,“ sagt Dr. Vieker.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Olaf Bornemeier erinnert daran, dass das den Bauplänen zu Grunde liegende medizinstrategische Konzept mit vielen Akteuren fachlich diskutiert wurde. „Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt unseren Plan, befürwortet ihn und will die Umsetzung mit 178 Mio. Euro unterstützen Das ist, soweit ich weiß, die größte Fördermittelzusage in der Geschichte der Krankenhausplanung für ein Einzelprojekt. Auch die Krankenkassen als Kostenträger sind Befürworter unserer geplanten Strukturveränderung“, so Dr. Bornemeier.  

Mit dem vorgestellten Zeitplan setzen der Kreis Minden-Lübbecke und die Mühlenkreiskliniken wie seit Beginn des Projektes im Jahr 2021 bewusst auf einen offenen, transparenten und dialogorientierten Prozess. Die kommenden Monate sollen genutzt werden, um umfassend zu informieren, Fragen zu beantworten und unterschiedliche Perspektiven in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Einen Bürgerentscheid lehnen der Landrat sowie die Bürgermeister aus Espelkamp und Bad Oeynhausen zum jetzigen Zeitpunkt ab: „Wir sind seit 2021 einen sehr langen Weg zusammen gegangen. Wir haben Kompromisse gesucht und gefunden. Wir haben einen Planungsstopp eingelegt und alle Pläne nochmals hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt. Es gab zwei Anläufe für einen Befragung der Bürgerinnen und Bürger; einen aus dem Kreistag heraus und einen aus der Bürgerschaft. Beide waren nicht erfolgreich. Wir haben in den ganzen Jahren viel miteinander geredet. Jetzt ist die Zeit, mutige Entscheidungen zu treffen für die uns unsere Kinder und Enkel noch dankbar sein werden. Die Kreistagsmitglieder haben sich intensiv in die Materie eingearbeitet und über die Jahre viele wegweisende Entscheidungen mit oft sehr überwältigenden Mehrheiten getroffen. Dafür danke ich den Mitgliedern des jetzigen und des vorherigen Kreistags sehr. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ein Bürgerentscheid zum jetzigen Zeitpunkt würde den Zeitplan, die Förderung des Landes und damit das gesamte Projekt gefährden. Ich appelliere an alle Funktionsträger sowie an die engagierte Bürgerschaft, sich ihrer Verantwortung in dieser Situation bewusst zu werden. Wir haben jetzt die Chance, die Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung in unserem Kreis aktiv zu gestalten und zu sichern. Mit Blick auf die Herausforderungen, die wir täglich in den Nachrichten hören, bin ich der festen Überzeugung, dass wir keine weitere Chance bekommen werden. Fünf Jahre haben wir in der Kreispolitik mit den Bürgerinnen und Bürgern sehr ernsthaft über Alternativen diskutiert und uns für die – wie ich finde beste – Alternative entschieden. Jetzt haben wir die Möglichkeit, eine historische Entscheidung zu treffen“, sagt Landrat Ali Doğan. 

Die finale Entscheidung über die Neubauprojekte ist im Kreistag für den 14. September 2026 nach langer und intensiver gesellschaftlicher und politischer Debatte geplant. 

 

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