Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Plötzlich und unerwartet. Deshalb ist es wichtig, die Risiken zu kennen, Warnzeichen richtig einzuordnen und im Ernstfall schnell zu handeln. Um genau diese Themen ging es beim Schlaganfall-Aktionstag im Universitätsklinikum Minden. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Erkrankung, individuelle Risikofaktoren und Möglichkeiten der Vorsorge zu informieren.
Ein Schlaganfall kann das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen von einem Moment auf den anderen grundlegend verändern. In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Er zählt zu den häufigsten Ursachen für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Umso wichtiger sind eine gezielte Vorsorge, die Kenntnis der Warnzeichen und schnelles Handeln im Notfall.
„Aufklärung ist ein entscheidender Baustein, um Schlaganfälle zu verhindern und ihre Folgen zu begrenzen. Viele Risikofaktoren, beispielsweise Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- oder Cholesterinwerte, bleiben lange unbemerkt. Wer seine persönlichen Risiken kennt, kann frühzeitig Maßnahmen ergreifen“, betont Professor Dr. Peter Schellinger, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie.
Wie in den Jahren zuvor fand der Aktionstag im Universitätsklinikum Minden statt und wurde von der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie des Johannes Wesling Klinikums, dem Schlaganfallbüro des Kreises Minden-Lübbecke, der Selbsthilfegruppe Schlaganfall Minden und dem Förderverein Schlaganfall – Neurologische Klinik Minden organisiert. Das Angebot, die eigene Gesundheit in den Blick zu nehmen und sich individuell beraten zu lassen, wurde von den Besucherinnen und Besuchern rege genutzt. Auf dem Programm standen ein individueller Schlaganfall-Risikotest, Ultraschalluntersuchungen der Halsgefäße sowie Bestimmungen von Blutdruck und Blutzucker mit einem Risikoprofil. Darüber hinaus konnten Interessierte ihre Fragen direkt an den Direktor der Universitätsklinik Prof. Schellinger und den Leitenden Oberarzt Dr. Glahn richten und sich über persönliche Risikofaktoren und Möglichkeiten der Vorbeugung informieren. Informationsstände der Logopädie, der Schlaganfallselbsthilfegruppe und Ernährungsberatung waren ebenfalls verfügbar.
Neben der Prävention ist das Erkennen akuter Schlaganfallsymptome von entscheidender Bedeutung. „Plötzlich auftretende Lähmungen, ein hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörungen sowie weitere ungewohnte neurologische Beschwerden können auf einen Schlaganfall hindeuten“, erklärt Professor Dr. Schellinger. „Bei einem entsprechenden Verdacht muss sofort der Rettungsdienst unter der 112 alarmiert werden. Jede Minute zählt, denn eine schnelle medizinische Behandlung kann dazu beitragen, Hirngewebe zu retten und bleibende Schäden zu begrenzen.“
Im Universitätsklinikum Minden werden Patientinnen und Patienten, mit Verdacht auf einen Schlaganfall, auf der „Stroke Unit“ behandelt, einem separaten Bereich auf der Intensivstation zur Akutbehandlung von Schlaganfällen. Die von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) und der Europäischen Schlaganfallorganisation (ESO) als überregionale „Stroke Unit“ bzw. „Stroke Center“ zertifizierte Spezialeinheit erfüllt höchste medizinische Standards. Außerdem steht speziell geschultes ärztliches, pflegerisches und therapeutisches Personal rund um die Uhr zur Verfügung.
