Der Unternehmer und Stifter Paul Gauselmann setzt sein langjähriges Engagement für die medizinische Versorgung und Forschung in der Region fort. Mit einer großzügigen Spende ermöglicht er die Finanzierung der „GRAVE-Studie“ (Geschlechtsspezifische Risikoanalyse von Verhaltenssüchten) am Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken in Lübbecke. Ziel des Forschungsprojektes ist es, geschlechtsspezifische Risikofaktoren und Schutzmechanismen bei suchtartigem Verhalten wie zum Beispiel Glücksspiel, Gaming oder entgleistem Kaufverhalten zu untersuchen.
Die Übergabe der Spende in Höhe von 160.000 Euro fand am Dienstag im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Mühlenkreiskliniken sowie des Forschungsteams statt. Paul Gauselmann betonte bei dieser Gelegenheit die Bedeutung moderner, wissenschaftlich fundierter Ansätze in der Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen: „Als Unternehmer und Bürger dieser Region ist es mir ein Anliegen, medizinische Versorgung und Forschung auf höchstem Niveau zu unterstützen. Die GRAVE-Studie greift ein gesellschaftlich hochaktuelles Thema auf und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz gefährdeter Gruppen. Mein Unternehmen verdient mit Unterhaltungselektronik und Glücksspiel zum Beispiel in Spielbanken Geld. Ich selbst habe mein Leben lang zum Ausgleich gespielt. Für mich ist Spielen eine Form der Entspannung. Aber ich sehe auch, dass Spielen bei manchen zu einem übertriebenen Spielverhalten führen kann. Das war und ist nicht mein Ziel“, so Paul Gauselmann.
Die GRAVE-Studie wird am Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Georgios Paslakis, Direktor der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, durchgeführt. Sie untersucht erstmals in dieser Form die unterschiedlichen Ursachen und Mechanismen von suchtartigem Verhalten bei Männern und Frauen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Männer häufiger zu risikoreichem Verhalten neigen, während Frauen sensibler auf Stress und negative Emotionen reagieren – beides Faktoren, die das Risiko für eine Verhaltenssucht deutlich erhöhen können. „Wir wissen heute, dass bestimmte Mechanismen wie Lootboxen in Videospielen oder variable Belohnungssysteme das Suchtrisiko gezielt verstärken können. Doch bislang fehlten differenzierte, geschlechtsspezifische Analysen. Genau hier setzt unsere Studie an“, erklärt die Studienleiterin Dr. Nora Marlene Laskowski. Die Ergebnisse sollen künftig dabei helfen, gendersensitive Präventions- und Interventionskonzepte zu entwickeln, die besonders gefährdete Gruppen besser erreichen und unterstützen.
Die Studie gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Phasen:
In der ersten Phase wird über Online-Befragungen ein umfassender Überblick über psychologische Risikofaktoren und Schutzmechanismen gewonnen. Besonderes Augenmerk gilt dabei Variablen wie Risikobereitschaft, Impulsivität und Stressbewältigung. Die zweite Phase prüft experimentell, welche dieser Faktoren in einem kontrollierten Setting tatsächlich suchtartiges Verhalten auslösen können und inwieweit sich Männer und Frauen in ihrer Reaktion unterscheiden. In der abschließenden qualitativen Phase werden die Erkenntnisse mit Betroffenen diskutiert und genderspezifische Präventionsansätze gemeinsam entwickelt.
Die Unterstützung der GRAVE-Studie reiht sich ein in eine lange Tradition der Kooperation zwischen Paul Gauselmann und den Mühlenkreiskliniken. Bereits in der Vergangenheit engagierte sich der Unternehmer mit erheblichen Mitteln für die regionale Gesundheitsversorgung. So finanzierte er kürzlich mit 1,5 Millionen Euro unter anderem eine dermatologische Forschungsprofessur sowie mit 1,2 Millionen Euro die Anschaffung eines hochmodernen DaVinci-Operationsroboters für das Krankenhaus Lübbecke.
„Wir sind Paul Gauselmann für seine wiederholte, großzügige Unterstützung außerordentlich dankbar“, betont Mario Hartmann, Geschäftsführer des Medizinischen Zentrums für Seelische Gesundheit. „Sein Engagement ermöglicht es uns, medizinische Versorgung und Forschung in unserer Region nachhaltig zu stärken und innovative Projekte wie die GRAVE-Studie überhaupt erst zu realisieren.“
Mit der GRAVE-Studie unterstreicht das Medizinische Zentrum für Seelische Gesundheit seine führende Rolle in der suchtmedizinischen und psychologischen Forschung und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur besseren Versorgung und Prävention in der Region und darüber hinaus.
