Screening verbessert Heilungschancen bei Lungenkrebs

Papst Leos Erkrankung sensibilisiert für die Vorsorge

Die Nachricht von der Erkrankung von Papst Leo XIV. macht derzeit weltweit auf die Gefahren von Lungenkrebs aufmerksam. Leider wird Lungenkrebs häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Umso wichtiger ist es, die Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen. Am Universitätsklinikum Minden gibt es dazu ermutigende Nachrichten: Im Lungenkrebszentrum Minden hat sich mit der Einführung des Lungenscreenings der Anteil der Patientinnen und Patienten, bei denen ein Tumor bereits im frühsten Stadium diagnostiziert wird, verdoppelt.

Wie wichtig eine frühe Diagnose ist, zeigt ein Blick in die Statistiken: Wenn der Lungenkrebs in der frühsten Phase entdeckt wird, liegt die 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit bei 90 Prozent. Wird der Tumor dagegen erst später in der Phase 4 entdeckt, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit je nach Art des Tumors auf nur noch zwischen zwölf und vier Prozent.

„Diese Zahlen zeigen eindrücklich, wie wichtig es ist, dass ein Lungentumor früh entdeckt wird. Wenn Papst Leos Tumor tatsächlich in einem frühen Stadium diagnostiziert wurde, dann sind die Chancen sehr gut, dass er wieder ganz gesund wird. Ich wünsche ihm das allerbeste“, sagt Dr. Ryszard Turkiewicz, Leiter des Lungenkrebszentrums am Universitätsklinikum Minden, der als Klinikdirektor auch die Kliniken für Pneumologie am Universitätsklinikum Minden und am Krankenhaus Bad Oeynhausen leitet.
   
Lungenkrebs verursacht im frühen Stadium häufig keine eindeutigen Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, ist die Erkrankung deshalb nicht selten bereits weit fortgeschritten. Daher ist das strukturierte Lungenkrebsscreening für Risikogruppen besonders wichtig. Dabei ermöglicht eine Computertomografie mit niedriger Strahlendosis, verdächtige Veränderungen im Lungengewebe frühzeitig zu entdecken – unter Umständen noch bevor Beschwerden auftreten. Die Einführung des Screenings eröffnet damit neue Möglichkeiten, Lungenkrebs rechtzeitig zu erkennen.

Das Lungenkrebszentrum Minden arbeitet eng mit den niedergelassenen radiologischen Praxen in der Region zusammen. Insbesondere das Radiologische Versorgungszentrum (RVZ) und das Radiologie-Team Minden & Bad Oeynhausen sind wichtige Partner bei der Umsetzung der Früherkennung und der anschließenden diagnostischen Abklärung.

„Eine gute Früherkennung funktioniert nur im Zusammenspiel. Die radiologischen Praxen leisten einen wichtigen Beitrag, indem sie verdächtige Befunde erkennen und die weitere Abklärung ermöglichen. Gemeinsam mit den Fachdisziplinen am Universitätsklinikum Minden schaffen wir so die Voraussetzungen dafür, dass Patientinnen und Patienten möglichst früh die richtige Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung erhalten“, betont Dr. Turkiewicz.

Wird Lungenkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, ist der Tumor häufig noch örtlich begrenzt. In solchen Fällen kann eine lokal begrenzte Operation eine entscheidende Behandlungsmöglichkeit darstellen. Im Universitätsklinikum Minden wird dazu häufig der Da-Vinci-OP-Roboter genutzt, um möglichst viele Lungenlappen zu erhalten. Um die individuell beste Therapieoption zu entwickeln, arbeiten die Pneumologie, die Thoraxchirurgie, die Radiologie, die Onkologie, die Strahlentherapie sowie weitere Fachdisziplinen eng zusammen. In der wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz beraten die Spezialistinnen und Spezialisten gemeinsam über die bestmögliche Behandlung für jeden einzelnen Patienten. Das Lungenkrebszentrum Minden wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Die Auszeichnung bestätigt die hohen Anforderungen an die Qualität der Versorgung und die enge Zusammenarbeit der beteiligten Fachbereiche.

„Die Verdopplung der Lungentumore, die im frühsten Stadium entdeckt wurden, ist ein großartiges Signal. Sie zeigen, welches Potenzial in einer konsequenten Früherkennung und einer gut vernetzten Versorgung liegt“, sagt Dr. Ryszard Turkiewicz.

Hintergrund: Lungenkrebsscreening
Das Lungenkrebsscreening mit einer Niedrigdosis-Computertomografie richtet sich an Menschen mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko, insbesondere an bestimmte langjährige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahre. Die Voraussetzung zur Teilnahme an dem Lungenscreening ist eine Überweisung der Hausarztpraxis. Hier wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Teilnahme am Lungenscreening vorliegt. Mit der Überweisung kann ein Termin in einer der teilnehmenden Radiologiepraxen vereinbart werden. Bei auffälligen Befunden werden diese automatisch im Tumorboard am Universitätsklinikum Minden besprochen.

Newsletter
Klinikfinder