Universitätsklinikum Minden stärkt Spitzenposition in der Krebsmedizin

DKG-Zertifizierung für Kopf-Hals-Tumorzentrum bestätigt höchste Behandlungsqualität

Freuen sich über die erfolgreiche Zertifizierung: Ahmad Alfaraj, Koordinator der HNO-Klinik, Prof. Dr. Martin Griesshammer, stellv. Leiter des Cancer Centers Minden, Univ.-Prof. Dr. Stefan Volkenstein, Direktor der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, PD Dr. Dr. Martin Scheer, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Julia Klamor, Zentrumskoordinatorin Cancer Center Minden, und Dr. Dr. Benedikt Paßmann, Koordinator des Kopf-Hals-Tumorzentrums.

Ein bedeutender Erfolg für die onkologische Versorgung in Ostwestfalen-Lippe: Die Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde unter der Leitung von Universitätsprofessor Dr. Stefan Volkenstein und die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie unter der Leitung von Privatdozent Dr. Dr. Martin Scheer am Universitätsklinikum Minden wurden gemeinsam als Kopf-Hals-Tumorzentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Die Auszeichnung bestätigt die herausragende fachübergreifende Zusammenarbeit und die hohe Behandlungsqualität bei Tumorerkrankungen im Kopf-, Hals- und Gesichtsbereich.

Mit der Zertifizierung setzt das Universitätsklinikum Minden seinen konsequenten Weg als führender onkologischer Versorger in der Region fort. Das Klinikum verfügt inzwischen über die meisten zertifizierten Organkrebszentren in Ostwestfalen-Lippe und baut damit seine Rolle als überregionales Kompetenzzentrum für Krebserkrankungen weiter aus.   

Kopf-Hals-Tumoren gehören zu den anspruchsvollsten Krebserkrankungen überhaupt. Ihre Behandlung erfordert die enge Zusammenarbeit zahlreicher Fachdisziplinen, modernste Diagnostik sowie hochspezialisierte chirurgische und medikamentöse Therapien. Die Deutsche Krebsgesellschaft vergibt ihre Zertifizierung ausschließlich an Zentren, die diese hohen Anforderungen nachweislich erfüllen und deren Qualität regelmäßig überprüft wird.

Im Universitätsklinikum Minden arbeiten hierfür HNO-Heilkunde, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Strahlentherapie, Onkologie, Radiologie, Pathologie, Psychoonkologie, Sozialdienst, Phoniatrie sowie die logopädische Therapie eng zusammen. Jeder Behandlungsfall wird interdisziplinär bewertet, um für die Patientinnen und Patienten die individuell beste Therapie zu entwickeln.

Gerade die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bringt dabei besondere Expertise ein. Als einzige Hauptfachabteilung ihres Fachgebietes in Ostwestfalen verfügt die Klinik über umfangreiche Erfahrung bei der mikrochirurgischen Rekonstruktion komplexer Gewebedefekte und der funktionellen Wiederherstellung nach Tumoroperationen. Dadurch können nicht nur Tumoren erfolgreich behandelt, sondern häufig auch Sprechen, Schlucken, Kauen und Lebensqualität nachhaltig erhalten werden.

Univ.-Prof. Dr. Stefan Volkenstein, Direktor der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, betont: „Die Zertifizierung ist weit mehr als eine Auszeichnung. Sie bestätigt, dass unsere Patientinnen und Patienten von einer Versorgung profitieren, die höchsten wissenschaftlichen und medizinischen Standards entspricht. Bei Kopf-Hals-Tumoren entscheidet die Qualität der interdisziplinären Zusammenarbeit oft maßgeblich über Behandlungserfolg, Funktionserhalt und Lebensqualität. Genau diese Zusammenarbeit leben wir jeden Tag.“

„Moderne Tumorchirurgie bedeutet heute nicht nur, Krebs sicher zu entfernen“, ergänzt PD Dr. Dr. Martin Scheer, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie. „Unser Anspruch ist es, Menschen nach einer oft belastenden Erkrankung ein möglichst normales Leben zurückzugeben. Mit mikrochirurgischen Rekonstruktionen, innovativen Operationsverfahren und einer eng abgestimmten Nachsorge schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Patientinnen und Patienten wieder sprechen, essen, lachen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“

Für die Menschen im Mühlenkreis und weit darüber hinaus bedeutet die Zertifizierung vor allem eines: wohnortnahe Spitzenmedizin auf universitärem Niveau. Statt für hochspezialisierte Behandlungen in weit entfernte Zentren reisen zu müssen, finden Patientinnen und Patienten die gesamte Expertise direkt in Minden.

„Die Zertifizierung unterstreicht zugleich die strategische Entwicklung des Universitätsklinikums Minden zu einem der bedeutendsten onkologischen Standorte in Nordrhein-Westfalen“, sagt Dr. Ansgar Hörtemöller, Geschäftsführender Direktor der somatischen Standorte der Mühlenkreiskliniken.

Die Deutsche Krebsgesellschaft sieht in zertifizierten Zentren einen wichtigen Qualitätsfaktor, da Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten dort häufig von besseren Behandlungsergebnissen und einer besonders strukturierten Versorgung profitieren.

Ein wesentlicher Bestandteil des zertifizierten Zentrums ist die umfassende Begleitung der Patientinnen und Patienten über die eigentliche Tumorbehandlung hinaus. Psychoonkologische Unterstützung, soziale Beratung, rehabilitative Maßnahmen sowie logopädische Betreuung helfen dabei, die Rückkehr in Alltag, Familie und Beruf zu erleichtern.

Das neu zertifizierte Kopf-Hals-Tumorzentrum ist integraler Bestandteil des Cancer Center Minden (CCM), das die Deutsche Krebsgesellschaft im Jahr 2024 als Onkologisches Zentrum zertifiziert hat. Mit dieser Auszeichnung wurde die gesamte onkologische Versorgungsstruktur des Universitätsklinikums Minden auf den Prüfstand gestellt und die hohe Qualität der fachübergreifenden Krebsmedizin bestätigt. Das Cancer Center bündelt die Expertise zahlreicher zertifizierter Organkrebszentren und sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten entlang des gesamten Behandlungsweges – von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge – nach einheitlichen, wissenschaftlich fundierten Qualitätsstandards versorgt werden.

Die DKG-Zertifizierung bestätigt dabei nicht nur die medizinische Exzellenz, sondern auch die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Fachdisziplinen, die konsequente Orientierung an Leitlinien sowie die regelmäßige externe Qualitätskontrolle.

 

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