Was während der Corona-Pandemie als kleine Idee für ein wenig Normalität begann, ist inzwischen zu einer festen Tradition geworden: Zum mittlerweile siebten Mal hat Silke Birkemeyer zusammen mit ihrem Mann Ulrich ihren privaten „Minikultursommer“ in Preußisch Oldendorf veranstaltet. Etwa 140 zahlende Gäste kamen in diesem Jahr in ihrem Garten zusammen, um bei Live-Musik, Getränken und sommerlicher Atmosphäre gemeinsam einen besonderen Abend zu verbringen. Gleichzeitig wurde Gutes getan: 2.200 Euro aus den Eintrittsgeldern gehen zu gleichen Teilen an zwei Spendenprojekte der Mühlenkreiskliniken.
Je 1.100 Euro erhalten das Projekt „Frühchenpuppe Paul“ sowie der „Stylingworkshop für Krebspatientinnen“ im Johannes Wesling Klinikum. Dank dieser finanziellen Unterstützung konnte der letzte Stylingworkshop Ende September bereits mit einer Gruppe von sieben Frauen stattfinden. Der Kurs bietet den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich eine Auszeit vom Klinik- und Behandlungsalltag zu nehmen, sich mit Kosmetik und Pflege während einer Therapie zu beschäftigen und für einen Moment die Erkrankung zu vergessen. „Es ist immer wieder schön zu sehen, was eine Spende ganz konkret bewirken kann. Neben der medizinischen Behandlung sind es oft diese besonderen Momente, die den Alltag unserer Patientinnen bereichern. Mein herzlicher Dank gilt daher Silke Birkemeyer und ihrem Mann, die mit ihrem Engagement solche Augenblicke möglich machen,“ sagt Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Onkologie am Johannes Wesling Klinikum, Privatdozent Dr. Kai Wille.
Für die Anschaffung der Puppe Paul werden noch zusätzliche Gelder benötigt, denn Paul ist weit mehr als eine gewöhnliche Puppe. Er ist eine Simulationspuppe und verfügt über eine hochrealistische äußere und innere Anatomie und verbindet Mechanik, Sensorik und eine intuitive Steuerung. Besonders der realistisch nachgebildete Atemweg ermöglicht es den neonatologischen Teams, moderne Versorgungsstrategien und kritische Situationen zu trainieren, bevor im Ernstfall jede Sekunde zählt. „Mit seiner realitätsnahen Anatomie und den vielfältigen Trainingsmöglichkeiten kann er künftig dazu beitragen, unsere Handlungssicherheit in kritischen Situationen zu stärken und die Versorgung unserer kleinsten Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern. Dafür sind wir der Familie Birkemeyer von Herzen dankbar“, so Dr. Falk Wehrhoff, Sektionsleiter Neonatologie der Mühlenkreiskliniken.
Die Geschichte des „Minikultursommers“ begann während der Corona-Pandemie. „Mit Beginn der Corona-Zeit wurde mir klar, wie wichtig soziale Kontakte sind. Das ‚Normal‘ von gestern war plötzlich nicht mehr möglich – kein Kino, kein Kartenspiel, keine Partys“, erzählt Silke Birkemeyer.
Eines Tages kam ihr beim Entspannen in ihrem Garten die Idee, etwas Kleines auf die Beine zu stellen: Musik, Menschen, Getränke und ein bisschen gemeinsames Feiern – natürlich unter den damals geltenden Corona-Regeln. „Ich wollte etwas Freude in den Alltag bringen und auch den Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit geben, etwas Geld zu verdienen“, erinnert sie sich.
Aus dieser spontanen Idee entwickelte sich ein Konzept, das bis heute geblieben ist: eine Band, ein illuminierter Garten und ein paar schöne Getränke – ganz ohne Schnickschnack. Vor allem aber ein Ort der Begegnung. In diesem Jahr standen „The Cone Brothers“ auf der privaten Bühne – mit Rockabilly vom Feinsten. „Die haben den Garten gerockt“, freut sich Silke Birkemeyer mit einem Augenzwinkern. Ihr persönlicher Lieblingsmoment ist jedoch ein anderer: „Tanzen unter dem Sternenhimmel.“
Der soziale Gedanke stand von Beginn an im Mittelpunkt der Veranstaltung. Im ersten Jahr gab es noch keine Sponsorentickets, sondern eine Spendenbox. Weil damals nur 50 Menschen teilnehmen durften und die Einnahmen entsprechend gering waren, trug sie einen Großteil der Kosten damals noch selbst.
In den vergangenen Jahren konnten mit dem ‚Minikultursommer‘ bereits ganz unterschiedliche Projekte und Menschen unterstützt werden – unter anderem eine evangelische Gemeinde in Brasilien, ein Hilfsprojekt für eine junge Frau mit ihrem schwerstbehinderten Sohn, das Hospitarium von Nicole und Frank Pape in Getmold, ein Nepal-Projekt sowie Mike's Weihnachtszauber in Lübbecke, bei dem jedes Jahr eine aufwendig gestaltete Weihnachtslandschaft für Kinder und Erwachsene entsteht, denen es nicht so gut geht.
Dass in diesem Jahr nun zwei Projekte der Mühlenkreiskliniken von der privaten Benefizveranstaltung profitieren, hat für Silke Birkemeyer eine besondere Bedeutung. „Ich finde es schön und es ist mir eine Herzensangelegenheit, wenn aus einem gemeinsamen Abend etwas entsteht, das anderen Menschen, denen es gesundheitlich nicht so gut geht oder sie von einer Anschaffung profitieren können, zugutekommt.“
